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Rund um Meersburg

Klassisch: Musiker spielen virtuos auf

Das Quartett nimmt den verdienten Applaus entgegen. Von links: 
Flötist Matthias Nitsche, Heidenheim, Konzertmeisterin Julia v. 
Hasselbach, Ravensburg, Elke Schön aus Furtwangen mit ihrer Bratsche 
und Cellistin Simone Woll aus Stuttgart-Leinfelden.
Das Quartett nimmt den verdienten Applaus entgegen. Von links: Flötist Matthias Nitsche, Heidenheim, Konzertmeisterin Julia v. Hasselbach, Ravensburg, Elke Schön aus Furtwangen mit ihrer Bratsche und Cellistin Simone Woll aus Stuttgart-Leinfelden. (Foto: il)

Hagnau / il Es ist die 33. Meersburger Sommerakademie, die diese Woche zum Thema „musica veneciana“ stattfindet. Für das Kammerkonzert bekamen die Veranstalter den schönen Reinhard-Sebastian-Zimmermann-Saal im Hagnauer Rathaus. Klaus Kärcher war für die Leitung des Abends zuständig. Mit dem Bläserquintett Nr.1 B-Dur op. 4 für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott von Guiseppe Cambini, einem Zeitgenossen Mozarts, begann der Kammermusikabend. Unmittelbar darauf folgte Mozarts Flötenquartett, D-Dur KV 285. Ein gut eingespieltes Team (Flöte, Geige, Viola und Cello) folgte dem virtuos spielenden Flötisten, mit ihm in ständigem Blickkontakt. Das Publikum im proppenvollen Saal schaut, hört, genießt und applaudiert natürlich.

Nach dem klassischen ersten Teil und der anschließenden Pause zum Rege-nerieren kam das Kontrastprogramm: Zwei Flöten im Zwiegespräch, „Dialogo angelico für zwei Flöten“ benannt von Goffredo Petrassi (1904-2003). Ob so wohl Engel kommunizieren? Dann geht es im Himmel ganz schön anstrengend zu. Mit viel Körperarbeit entlockten die beiden Musiker ihren Instrumenten die seltsamsten Klänge und Tonfolgen. Nicht als atonale Musik sei das Stück zu verstehen, sondern als ein Experiment des zu dem Zeitpunkt 44-jährigen Komponisten Petrassi, entstanden 1948, erklärte Joachim Merz.

Er war es auch, der als nächsten Programmpunkt ein Stück seines Studienkollegen Gunther Martin Göttsche vorschlug und selbst die Oboe spielte in dessen Quartett op.76 für Flöte, Oboe, Violine und Viola. Im Rondeaux Giocoso ging es neckisch-flott zu. Musiker und Publikum hatten gleichermaßen ihren Spaß. Merz hatte im Vorspann erwähnt, dass es ihn immer wieder erstaune, die in Alter und Vorbildung so unterschiedlichen Musiker in kürzester Zeit in ein gemeinsames Programm einzubinden, das oft eben ad hoc zusammengestellt werden müsse. Aber der Alltag in den Schulstuben sei ja auch nicht anders. Den abschließenden Höhepunkt bildete das Septett von Fritz Lachner (1803-1890), bei dem auch Philipp Ahner am Horn dabei war. Viel Applaus gab’s für die sieben Musiker und anschließend auch für alle Mitwirkenden.

(Erschienen: 30.08.2011 18:15)

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