Nachrichten Markdorf
Zahl der Straftaten geht deutlich zurück
Es ist der klassische Fall: Man ordert übers Netz Produkte, bezahlt im voraus - doch geliefert wird nicht. "Dennoch habe ich das Gefühl, dass die Menschen im Umgang mit dem Medium vorsichtiger geworden sind", so Postenleiter Schröder. Bei 598 Strafdelikten, die die Beamten im vergangenen Jahr bearbeitet haben, steht die Zahl der Betrügereien aber nicht an erster Stelle. "Die Körperverletzungsdelikte sind enorm nach oben gegangen", sagt Andreas Breuning, Leiter des Polizeireviers Überlingen. Das trifft für Bermatingen und das Deggenhausertal zu, nicht jedoch für Markdorf. Ohnehin ist in der Gehrenbergstadt die Zahl der Straftaten von 528 (2005) auf 428 gesunken. In Bermatingen ging"s von 123 ( "Ein absoluter Höchststand") auf 97 runter. Nur das Deggenhausertal fällt negativ auf: Hier weist die Statistik einen Anstieg um 33 Prozent auf. "Da muss man die Zahlen sehen: Jetzt sind wir bei 68, 2005 waren es 51." Hier sei der Anstieg der Gewaltdelikte besonders deutlich. Darunter fallen Schlägerei bei einer Fasnachtsparty ebenso wie Fälle von häuslicher Gewalt.
21 000 Menschen in Markdorf, Bermatingen und dem Deggenhausertal werden vom Markdorfer Posten betreut. Nach Dienstschluss um 18 Uhr ist Überlingen zuständig. "Wir decken ein unheimlich breites Spektrum ab", erklärt Postenleiter Uwe Schröder, der seit Januar Nachfolger Günter Hornsteins ist. Das fange bei Straßenabsperrungen an Veranstaltungen wie dem Georgi-Ritt in Limpach an, "an Fasnacht sind wir ohnehin immer voll dabei", und gehe über Verkehrsunfallfluchten über Diebstähle bis hin zu Drogendelikten. Die Zahl der Straftaten, die Drogen betreffen, seien zwar rückläufig - "aber jeder Fall ist einer zu viel". In Markdorf waren es im vergangenen Jahr 15 Fälle, im Deggenhausertal sieben, in Bermatingen vier. In der Regel handele es sich um "weiche Drogen" wie Marihuana und Cannabis. Uwe Schröder: "Das Wort weich ist allerdings völlig falsch gewählt." Vor zehn, 20 Jahren habe Cannabis einen THC-Wert von sechs bis acht Prozent gehabt. "Heute bekommen Sie genmanipulierten Stoff aus Holland, der bis zu 20 Prozent hat." Die Gefahr der Abhängigkeit sei höher denn je. Zudem seien Cannabis und Marihuana klassische Einstiegsdrogen. Spielt Speed und Crack auch eine Rolle? Ja: "Denn verfügbar ist heute überall alles", sagt Schröder.
Rückkehr zur Normalität
Die Zahl der Sachbeschädigungen ist in Markdorf von 17 Delikten auf 52 im Jahr 2006 gestiegen. Eine Auslegungssache, wie der Postenführer erklärt: "Die 52 sind eher die Rückkehr zur Normalität." Nachhaken tun die acht Markdorfer Polizeibeamten grundsätzlich bei allen Anzeigen. "Jeder Polizist ist bestrebt, einen Fall aufzuklären. In vielen Fällen gibt es schlichtweg keine Chance dazu." In Markdorf liegt die Aufklärungsquote bei fast 58 Prozent, in Bermatingen bei 54,6 - und im Deggenhausertal bei 77,9. Andreas Breuning: "Die Orientierungszahl ist die 60 Prozent, in Markdorf und Bermatingen gibt es also Nachholbedarf."
Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die Polizei gezwungen ist, Personal einzusparen. Breuning: "Gott sei Dank geht dieses und nächstes Jahr keiner aus Markdorf in Pension. Erst in drei Jahren." Uwe Schröder ergänzt: "Es gibt genug zu tun hier, die Kollegen sind gefordert."
(Erschienen: 05.04.2007 00:10)
Es ist der klassische Fall: Man ordert übers Netz Produkte, bezahlt im voraus - doch geliefert wird nicht. "Dennoch habe ich das Gefühl, dass die Menschen im Umgang mit dem Medium vorsichtiger geworden sind", so Postenleiter Schröder. Bei 598 Strafdelikten, die die Beamten im vergangenen Jahr bearbeitet haben, steht die Zahl der Betrügereien aber nicht an erster Stelle. "Die Körperverletzungsdelikte sind enorm nach oben gegangen", sagt Andreas Breuning, Leiter des Polizeireviers Überlingen. Das trifft für Bermatingen und das Deggenhausertal zu, nicht jedoch für Markdorf. Ohnehin ist in der Gehrenbergstadt die Zahl der Straftaten von 528 (2005) auf 428 gesunken. In Bermatingen ging"s von 123 ( "Ein absoluter Höchststand") auf 97 runter. Nur das Deggenhausertal fällt negativ auf: Hier weist die Statistik einen Anstieg um 33 Prozent auf. "Da muss man die Zahlen sehen: Jetzt sind wir bei 68, 2005 waren es 51." Hier sei der Anstieg der Gewaltdelikte besonders deutlich. Darunter fallen Schlägerei bei einer Fasnachtsparty ebenso wie Fälle von häuslicher Gewalt.
21 000 Menschen in Markdorf, Bermatingen und dem Deggenhausertal werden vom Markdorfer Posten betreut. Nach Dienstschluss um 18 Uhr ist Überlingen zuständig. "Wir decken ein unheimlich breites Spektrum ab", erklärt Postenleiter Uwe Schröder, der seit Januar Nachfolger Günter Hornsteins ist. Das fange bei Straßenabsperrungen an Veranstaltungen wie dem Georgi-Ritt in Limpach an, "an Fasnacht sind wir ohnehin immer voll dabei", und gehe über Verkehrsunfallfluchten über Diebstähle bis hin zu Drogendelikten. Die Zahl der Straftaten, die Drogen betreffen, seien zwar rückläufig - "aber jeder Fall ist einer zu viel". In Markdorf waren es im vergangenen Jahr 15 Fälle, im Deggenhausertal sieben, in Bermatingen vier. In der Regel handele es sich um "weiche Drogen" wie Marihuana und Cannabis. Uwe Schröder: "Das Wort weich ist allerdings völlig falsch gewählt." Vor zehn, 20 Jahren habe Cannabis einen THC-Wert von sechs bis acht Prozent gehabt. "Heute bekommen Sie genmanipulierten Stoff aus Holland, der bis zu 20 Prozent hat." Die Gefahr der Abhängigkeit sei höher denn je. Zudem seien Cannabis und Marihuana klassische Einstiegsdrogen. Spielt Speed und Crack auch eine Rolle? Ja: "Denn verfügbar ist heute überall alles", sagt Schröder.
Rückkehr zur Normalität
Die Zahl der Sachbeschädigungen ist in Markdorf von 17 Delikten auf 52 im Jahr 2006 gestiegen. Eine Auslegungssache, wie der Postenführer erklärt: "Die 52 sind eher die Rückkehr zur Normalität." Nachhaken tun die acht Markdorfer Polizeibeamten grundsätzlich bei allen Anzeigen. "Jeder Polizist ist bestrebt, einen Fall aufzuklären. In vielen Fällen gibt es schlichtweg keine Chance dazu." In Markdorf liegt die Aufklärungsquote bei fast 58 Prozent, in Bermatingen bei 54,6 - und im Deggenhausertal bei 77,9. Andreas Breuning: "Die Orientierungszahl ist die 60 Prozent, in Markdorf und Bermatingen gibt es also Nachholbedarf."
Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die Polizei gezwungen ist, Personal einzusparen. Breuning: "Gott sei Dank geht dieses und nächstes Jahr keiner aus Markdorf in Pension. Erst in drei Jahren." Uwe Schröder ergänzt: "Es gibt genug zu tun hier, die Kollegen sind gefordert."
(Erschienen: 05.04.2007 00:10)

































