Südfinder
Südfinder JOB
Südfinder AUTO
Südfinder IMMO
Südfinder TICKET
Südfinder HANDWERK
bodensee
Lakeparty
Regio-TV
inserieren
abo
e-paper
Schwäbisch.Media

Stadtnachrichten Markdorf

Viele wollen Kinder adoptieren, nur wenige können allerdings

FRIEDRICHSHAFEN / af Prominente wie Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Günther Jauch, Madonna oder Angelina Jolie haben geschafft, wovon viele kinderlose Paare nur träumen: Kinder zu adoptieren. Die Hürden sind für die meisten zu hoch. Außerdem gibt es immer weniger Kinder, die zur Adoption freigegeben werden.

Im Bodenseekreis ist 2006 erstmals seit vielen Jahren kein Kind vermittelt worden. In den Vorjahren waren"s immer zwei bis drei. Die Gründe liegen für Gisela Tabel, die das Adoptionswesen im Landratsamt betreut, auf der Hand: Deutschlandweit werden immer weniger Kinder zur Adoption freigegeben, was einerseits mit der sinkenden Geburtenrate zusammenhängt, andererseits mit den vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten und mit Schwangerschaftsabbruch.

Bei Adoptionen aus dem Ausland sieht die Lage anders aus. Wer ins Internet schaut, gewinnt den Eindruck, dass die Möglichkeiten grenzenlos sind. Doch die Fülle an Informationen und Vermittlungsangeboten täuscht, wie Gisela Tabel sagt. Wer ein Kind aus dem Ausland adoptieren will, braucht einen langen Atem, denn das Verfahren läuft nur über anerkannte Auslandsvermittlungsstellen und wird in der Regel im Herkunftsland abgewickelt. Das mache die Sache kompliziert - und teuer. Bis zu 20F000 Euro müsse ein Paar für Vermittlung, Gebühren, Aufenthalt im Herkunftsland schon ausgeben. Dennoch nehmen die Anfragen zu - vor allem bei Stief- und Verwandtenadoptionen. Kinderlose binationale Paare sehen hier eine Möglichkeit, an ein "eigenes" Kind aus dem Umfeld eines Partners zu kommen. Doch selbst das sei schwierig. Viele arabische Länder kennen keine Adoption, weiß Gisela Tabel. Die Schere geht immer weiter auf. Auf der einen Seite gebe es immer mehr Paare, die keine eigenen Kinder kriegen. Auf der anderen Seite sinken die Chancen, ein Adoptivkind zu bekommen, beobachtet die Mitarbeiterin im Jugendamt.

Eignungsprüfung für die Paare

Zu den Infoveranstaltungen, die jedes Quartal angeboten werden, kommen pro Jahr etwa 30 Paare. Ins Bewerbungsverfahren für eine Inlandsadoption treten zwei bis drei Paare ein, für eine Auslandsadoption fünf bis sieben Paare. Eine Doppelbwerbung gibt es nicht, außerdem müssen sich die Paare auf ein Land festlegen. Wenn die Bewerbung mit vielen Formalitäten über die Bühne ist, müssen die Paare eine so genannte Eignungsprüfung absolvieren. Sie beinhaltet mindestens vier Gespräche mit der Vermittlungsstelle, davon eins in den eigenen vier Wänden. Dabei geht es um Fragen rund um die Partnerschaft, die Motivation, die Vorstellungen vom "Wunschkind".

Nach positivem Bescheid kommen die Paare auf die Vermittlungsliste und warten. Das eigentliche Adoptionsverfahren beginnt erst, wenn ein Kind zur Verfügung steht, das von der leiblichen Mutter freigegeben wurde. In der Regel seien es Säuglinge, die unmittelbar nach der Geburt in die Hände der Adoptiveletrn gegeben werden, sagt Tabel. Acht Wochen hat die Mutter Zeit, sich den Schritt nochmals zu überlegen. Dann geht"s zum Notar und zum Vormundschaftsgericht, das in der Regel nach etwa einem Jahr die Adoption ausspricht. Das heißt, das Kind hat dann die Stellung eines leiblichen Kindes.

(Erschienen: 13.06.2007 00:14)

Artikelfunktionen
drucken
Bewertungen
0.0
0,0 (0 Stimmen)
Das könnte Sie auch interessieren
- Anzeige -
Festliches
Trauer
FESTLICHES





Das Wetter in Markdorf
Vormittags
-10 °
Nachmittags
-5 °
Abends
-7 °
Nachts
-17 °

 

Facebook
schwäbische.de-Facebook