Nachrichten Markdorf
Markdorf droht „Katzenschwemme“
Von unserem Mitarbeiter
Matthias Schopf
Mit einer alarmierenden Pressemitteilung wendet sich der Tierschutzverein Markdorf gestern an die Öffentlichkeit: Die Pflegeplätze für Katzenkinder sind noch alle voll, und dabei kommen jetzt schon die Herbstkätzchen dazu.
Der Tierschutzverein appelliert deswegen an alle Katzenhalter, dass man sein Tier kastrieren lassen sollte. „Helfen Sie mit, das Katzenelend zu reduzieren“, formuliert es der Verein. Nur so lasse sich die wilde Katzenpopulation eindämmen. „Besonders schlimm ist es für Katzenkinder, die scheu sind und noch nie Kontakt zu Menschen hatten", erzählt Annemarie Hendricks, Vorsitzende des Tierschutzvereins (siehe Kasten). Bei den Wildkatzen grassieren Krankheiten und Seuchen, der Bestand nimmt unkontrolliert zu, eine Versorung ist fast unmöglich. Die Tierheime sind alle überfüllt, auch bei den Pflegeplätzen wird es eng. Einer dieser Plätze wurde von Anette und Thilo Kuhn in Unteruhldingen aufgebaut. In ihrer Wohnung betreuen die beiden derzeit elf Kätzchen, die zwischen acht Wochen und zwei Jahren alt sind.
Auch die beiden berichten von katastrophalen Zuständen, die derzeit herrschen. Allein in diesem Jahr haben die beiden Katzennarren schon 48 Tiere vermittelt und ihnen eine neue Heimat beschert. „Würden sich die Menschen besser um die Tiere kümmern, wenigstens kastrieren, dann wäre die Situation viel besser“, ist Thilo Kuhn überzeugt. Die elf Gäste auf Zeit werden liebevoll aufgepäppelt und versorgt.
Das Ehepaar Kuhn hat ein privates Netzwerk rund um den Bodensee aufgebaut, damit Tiere schnell vermittelt werden können und ihnen möglichst der – für die Tiere stressige und unschöne – Aufenthalt im Tierheim erspart bleiben kann: Die Tierfreunde am Bodensee.
Viele schreckliche Tierschicksale können die beiden beschreiben: von Katzen, die vom Halter erschlagen worden seien, weil sie schwanger wurden, oder von solchen, die neben der überfahrenen Mutter am Straßenrand aufgefunden wurden. Aber es sind gerade die Findelkinder und die ausgesetzten Katzen, die Thilo Kuhn aufregen: „Wie kann man so einem Geschöpf nur so etwas antun“, fragt er.
Wie Hendricks ist auch Kuhn davon überzeugt, dass die Situation durch die Bauernhöfe verschlimmert wird, auf denen die Katzen gefüttert aber nicht überwacht oder betreut werden. „Dabei gibt es Möglichkeiten, wie man die Tiere kostengünstig kastrieren lassen kann“, bietet er seine Hilfe an. Er versteht die Einstellung vieler Landwirte nicht, die zwar die Katzen als Mausefänger haben wollen und deswegen füttern aber sie nicht medizinisch versorgen. „Wenn man ein Rudel kranker Katzen am Hof hat, kann das auch nicht im Sinne der Landwirte sein“, ist er überzeugt.
(Erschienen: 24.09.2010 15:40)
Von unserem Mitarbeiter
Matthias Schopf
Mit einer alarmierenden Pressemitteilung wendet sich der Tierschutzverein Markdorf gestern an die Öffentlichkeit: Die Pflegeplätze für Katzenkinder sind noch alle voll, und dabei kommen jetzt schon die Herbstkätzchen dazu.
Der Tierschutzverein appelliert deswegen an alle Katzenhalter, dass man sein Tier kastrieren lassen sollte. „Helfen Sie mit, das Katzenelend zu reduzieren“, formuliert es der Verein. Nur so lasse sich die wilde Katzenpopulation eindämmen. „Besonders schlimm ist es für Katzenkinder, die scheu sind und noch nie Kontakt zu Menschen hatten", erzählt Annemarie Hendricks, Vorsitzende des Tierschutzvereins (siehe Kasten). Bei den Wildkatzen grassieren Krankheiten und Seuchen, der Bestand nimmt unkontrolliert zu, eine Versorung ist fast unmöglich. Die Tierheime sind alle überfüllt, auch bei den Pflegeplätzen wird es eng. Einer dieser Plätze wurde von Anette und Thilo Kuhn in Unteruhldingen aufgebaut. In ihrer Wohnung betreuen die beiden derzeit elf Kätzchen, die zwischen acht Wochen und zwei Jahren alt sind.
Auch die beiden berichten von katastrophalen Zuständen, die derzeit herrschen. Allein in diesem Jahr haben die beiden Katzennarren schon 48 Tiere vermittelt und ihnen eine neue Heimat beschert. „Würden sich die Menschen besser um die Tiere kümmern, wenigstens kastrieren, dann wäre die Situation viel besser“, ist Thilo Kuhn überzeugt. Die elf Gäste auf Zeit werden liebevoll aufgepäppelt und versorgt.
Das Ehepaar Kuhn hat ein privates Netzwerk rund um den Bodensee aufgebaut, damit Tiere schnell vermittelt werden können und ihnen möglichst der – für die Tiere stressige und unschöne – Aufenthalt im Tierheim erspart bleiben kann: Die Tierfreunde am Bodensee.
Viele schreckliche Tierschicksale können die beiden beschreiben: von Katzen, die vom Halter erschlagen worden seien, weil sie schwanger wurden, oder von solchen, die neben der überfahrenen Mutter am Straßenrand aufgefunden wurden. Aber es sind gerade die Findelkinder und die ausgesetzten Katzen, die Thilo Kuhn aufregen: „Wie kann man so einem Geschöpf nur so etwas antun“, fragt er.
Wie Hendricks ist auch Kuhn davon überzeugt, dass die Situation durch die Bauernhöfe verschlimmert wird, auf denen die Katzen gefüttert aber nicht überwacht oder betreut werden. „Dabei gibt es Möglichkeiten, wie man die Tiere kostengünstig kastrieren lassen kann“, bietet er seine Hilfe an. Er versteht die Einstellung vieler Landwirte nicht, die zwar die Katzen als Mausefänger haben wollen und deswegen füttern aber sie nicht medizinisch versorgen. „Wenn man ein Rudel kranker Katzen am Hof hat, kann das auch nicht im Sinne der Landwirte sein“, ist er überzeugt.
(Erschienen: 24.09.2010 15:40)


































