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Jetzt gilt‘s, Ideen zu entwickeln und umzusetzen

Jetzt gilt‘s, Ideen zu entwickeln und umzusetzenAuch Engen setzt auf „Gruppe Drei“
Jetzt gilt‘s, Ideen zu entwickeln und umzusetzenAuch Engen setzt auf „Gruppe Drei“

Markdorf / li/iw Umfragen, Analysen, Markenpositionierung, Handlungsempfehlungen – die vorbereitenden Arbeiten zum Aufbau eines Standortmarketings sind abgeschlossen. Wenn am 11. März der Verein Markdorf Marketing gegründet wird, geht es daran, Ideen in die Tat umzusetzen.

Dass es in dem bisherigen Prozess nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen gab, gibt Bürgermeister Bernd Gerber unumwunden zu. „Die Auftaktveranstaltung in der Stadthalle war genial, vielleicht sogar zu genial. Nachher ging diese Euphorie im Tagesgeschäft etwas unter“, sagt Gerber. Vielleicht sei der Prozess für die Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen und Monaten nicht immer so nachvollziehbar gewesen, das Ergebnis bis jetzt könne sich aber sehen lassen. „Mit der Arbeit der STARK-Arbeitsgruppen und dem Einsatz Professor Doderers bin ich sehr zufrieden“, so der Bürgermeister. Was die „Gruppe Drei“ tatsächlich gebracht habe, werde sich erst in einigen Jahren zeigen.

Künftig wird „Gruppe Drei“ der Stadt Markdorf nur noch beratend zur Seite stehen. Für die Begleitung des Prozesses bis zur Erstellung der Markenpositionierung hat die Stadt der Agentur von Professor Alexander Doderer rund 100 000 Euro überwiesen. Definiert ist die Marke Markdorf im Kern wie folgt: „In der attraktiven Bodenseeregion gibt es nur einen Standort mit so hervorragenden Bedingungen für den Dreiklang von Wirtschaft, Familie und Bildung.“

An dieser Marke soll sich die Arbeit des Vereins Markdorf Marketing orientieren. Gegründet wird dieser am Donnerstag, 11. März, als Dachverband bestehender Vereine und Organisationen. Mitglieder sind neben der Stadt die Aktionsgemeinschaft, die Proma Werbegemeinschaft, die Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee und der Wirtschaftskreis. Um weitere Bereiche der Stadtgesellschaft abzubilden, werden außerdem Beiräte verschiedener „Säulen“ im Verein vertreten sein. Neben Wirtschaft, Tourismus und Handel sind das die Bereiche Landwirtschaft, Bildung, Vereine, Kultur, Sport und Natur.

Der neue Verein, der von Birgit Bentele geführt werden soll, hat die Aufgabe, gemeinsame Interessen zu bündeln, Marketingmaßnahmen zu koordinieren und auch Veranstaltungen zu organisieren. Ein Beispiel dafür ist das SWR1-Pfännle im September, das kombiniert mit einem landwirtschaftlichen Erzeugermarkt vor allem die Vielfalt des gastronomischen und landwirtschaftlichen Angebots Markdorfs in den Vordergrund rücken soll. Zur besseren Kaufkraftbindung ist ein einheitliches Gutscheinsystem geplant.

Langfristig soll es auch gestalterische Verbesserungen in der Innenstadt geben – zum Beispiel mit entsprechender Möblierung und Informationstafeln.

Die Schwäbische Zeitung hat an die Rathäuser der drei Städte Fragebögen zum Thema Stadtmarketing geschickt – allerdings nur zwei beantwortet zurückbekommen. Der Bürgermeister von Rielasingen-Worblingen, Ralf Baumert, ließ über sein Sekretariat ausrichten, dass er den Fragebogen nicht ausfüllen könne. „Sie sollten sich mit der Gruppe Drei, Herrn Doderer, in Verbindung setzen. Erst wenn Herr Baumert die schriftliche Zusage von Herrn Doderer bekommt, kann er Ihre Fragen beantworten“, hieß es in der Antwort.

Engen als „Sternstadt“

Engens Hauptamtsleiter Peter Freisleben hat kein Problem damit, die SZ-Fragen zu beantworten. Die „Gruppe Drei“ sei mit der Erstellung der Grundelemente für ein Marketing- und Kommunikationskonzept beauftragt worden. „Ziel ist die Optimierung und Erweiterung der werblichen und kommunikativen Positionierung der Stadt Engen in der Außen- und Innenwirkung“, so Freisleben. Der Projektzeitraum ist auf drei Jahre angelegt, die Gesamtkosten betragen 90 000 Euro – ohne die Kosten zur Realisierung einzelner Projekte.

Gestartet in den Prozess ist die Stadt im Mai 2009 mit dem Ziel, Engen zu einer Marke zu machen. Die ist mittlerweile definiert als „Sternstadt im Hegau mit historischen und kulturellen Höhepunkten“. Derzeit gibt es eine Arbeitsgruppe (Marke-Team Engen) mit knapp 40 Delegierten aus verschiedenen Bereichen (unter anderem Einzelhandel, Gastronomie, Vereine und Gewerbe). Die Arbeitssitzungen werden von der „Gruppe Drei“ geleitet. Nach zwei bis drei Jahren soll genügend Vorarbeit geleistet sein, um eine eigene Standortmarketingorganisation aufbauen und die Ziele und Zukunftsvisionen selbstständig voranbringen zu können.

Ein übergeordneter Engener Slogan wird noch erarbeitet, dieser sei, so Peter Freisleben, aber nicht „kriegsentscheidend“. Was konkrete Maßnahmen betrifft, so befindet sich Engen noch in der Ideenfindung. Umgesetzt wurden aber bereits großflächige Ortseingangsbanner.

„Tettnang hat was“

Tettnang arbeitet seit 2007 mit der Imakomm Akademie aus Aalen zusammen. Damals erstellte das Unternehmen ein Einzelhandelskonzept für die Montfortstadt. Ein Ergebnis der Analyse war, dass die Vermarktung des Standortes Tettnang verbessert werden sollte. Für die Begleitung des Aufbaus eines Innenstadtmarketings zwischen Mai 2008 und Dezember 2009 erhielt die Imakomm Akademie 23 000 Euro.

Die Konzeption für das neue Stadtmarketing umfasst die 50-Prozent-Stelle einer Stadtmarketingbeauftragten und einen Stadtmarketingverein. Bisher selbstständige Organisationen, in denen sich zum Beispiel die Gastronomen oder die Einzelhändler zusammengeschlossen hatten, wurden aufgelöst. Die Kosten für die Stadtmarketingbeauftragte teilen sich Stadt und Verein. Das Budget aus Vereinszuschuss und Kosten für einzelne Maßnahmen beläuft sich auf 80 000 Euro pro Jahr.

Eine „Marke Tettnang“ ist bislang nicht definiert. Das sei nicht einfach, da die Stadt sehr viele Facetten habe, sagt Bürgermeister Bruno Walter. Der Slogan „Tettnang hat was“, mit dem die Stadt schon länger wirbt, soll beibehalten werden. Konkrete Marketingmaßnahmen waren bislang eine Autoshow, ein neues Weihnachtsgewinnspiel, der Tettnanger Krippenweg sowie 100 Weihnachtsbäume, die in der Innenstadt verteilt wurden, um eine besondere Atmosphäre zu erzeugen. Darüber hinaus wurde ein Arbeitskreis Events und Aktionen gebildet. Weitere Arbeitskreise sollen sich ab diesem Jahr mit den Schwerpunkten Erreichbarkeit und Gestaltung sowie Angebot und Service befassen. Ein weiterer Schwerpunkt wird das Thema Leerstandsmanagement.

Mit dem bisher Erreichten zeigt sich Bürgermeister Bruno Walter zufrieden: „Es ist uns gelungen, aus ursprünglich zahlreichen Akteuren und Gruppierungen einen schlagkräftigen Stadtmarketingverein zu gründen, der alle Interessen bündelt und vereinigt. Dies ist die wichtigste Grundlage für ein erfolgreiches Stadtmarketing.“ Mit der Imakomm Akademie werde es auch künftig eine Zusammenarbeit geben.

(Erschienen: 05.03.2010 20:10)

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