Südfinder
Südfinder JOB
Südfinder AUTO
Südfinder IMMO
Südfinder TICKET
Südfinder HANDWERK
bodensee
Lakeparty
Regio-TV
inserieren
abo
e-paper
Schwäbisch.Media

Stadtnachrichten Markdorf

Wenn der Blinde mit dem Hund wedelt

Wenn der Blinde mit dem Hund wedelt
Wenn der Blinde mit dem Hund wedelt

Von Daniel Drescher

Markdorf 50 Jahre alt – und kein bisschen leise: Das Dreckkübelgschwätz hat auch in seiner 50. Auflage nichts an Bissigkeit und Witz verloren. In gewohnter Manier haben die Kübelredner am Dienstagabend lokale, aber auch überregionale Themen aufs Korn genommen und spitzzüngig seziert.

Ganz großes Fasnetskino der erste Redner-Auftritt des Abends mit Pfarrer Ulrich Hund. Als SWR-Reporter geht der Geistliche auf Sendung und macht keine Gefangenen, wenn es um strittige Themen aus Markdorf geht. Da hält er die Bagger am Ortseingang von Leimbach für Vorboten einer Umfahrung für die Erweiterung des Campingplatzes, fragt sich, wie lange das Kerosin der Geduld bei der Firma ZIM Flugsitz noch hält. Überhaupt, ZIM: Die Gemeinderäte sollen deren Flugsitze bekommen, damit sie den Ausflügen des Hauptamtsleiters in höhere Sphären besser folgen können. Als Spielwiese für einen politisch völlig unkorrekten Witz erweist sich die frühere Schlecker-Filiale: „Da kauft ein Blinder ein, und der wedelt mit seinem Hund hin und her, er schwenkt ihn wild durch die Gegend. Fragt jemand, was das soll. Der Blinde darauf: Man wird sich ja wohl noch umschauen dürfen.“ Applaus und Gelächter branden auf – nicht nur an dieser Stelle. Der Pfarrer nimmt seinen Hang zum Zuspätkommen mehrmals eigenironisch auf die Schippe: „An der Frisur kann’s nicht liegen, dass er sich verspätet“, zitiert er die Leut’. Er vereppelt Sonja Schrecklein, die bei den Narrentagen in Bermatingen eigentlich nicht mehr gemacht habe als jeden zu fragen: „Und, was bisch Du für einer und wo kommsch Du her?“ Dabei ist es ja gar nicht ohne, als SWR-Reporter unterwegs zu sein, vor allem, wenn man viel transportieren muss, aber die Polizei ständig Verkehrssünder in der Innenstadt zur Rede stellt: „Haben Sie das Schild nicht gesehen?“, fragt ein Beamter einen Sünder. „Das Schild schon, aber die Polizei nicht“, ist die Antwort.

Die Hitparade nutzt Hund, sein musikalisches Talent und seinen Wortwitz unter Beweis zu stellen, etwa beim Karat-Cover „Zu fünf Gemeinden musst Du gehen“ oder wenn er den Gehrenbergspatzen den neuen Hit „Wo das Windrad rauscht“ andichtet. Auch in Richtung Protestanten frotzelt er: „Dekanin weg, Iris Roland weg, Quincke auch bald weg – aber den Laden übernehmen wir nicht auch noch.“ Bei den Buchtipps bekommt es nochmal der Hauptamtsleiter ab: „Fasse Dich kurz von Klaus Schiele – mit einem Vorwort von Nicola Benz.“ Die Werbung schießt dann in Richtung Proma: „Wo die Rolltreppe ankommt und die Beständigkeit aufhört: Wir wechseln die Pächter schneller als Sie gucken können.“ Am Ende seines fulminanten Auftritts kommen die Aktiven der Frauenfasnet, die Hund mitgebracht hat, für ein Kübelständchen auf die Bühne.

Als wiederauferstandene Kammerzofe gibt Angela Umenhoffer ihr Kübeldebüt. Weil sie aus einer anderen Zeit kommt, ist ihr zum Beispiel Fluglärm nicht geheuer. Aber die Schweizer werden uns wohl nicht verschonen, weil sie zwar Berge, aber wir den Horizont haben.

Weil es ein „Jubelkübel“ war, die Dietmar Bitzenhofer in seiner Moderation sagte, blickte man natürlich auch zurück auf die Anfänge. Klaus Klappenberger, der Sohn der früheren Schwanen-Wirtsleute Karl und Maria Klappenberger, erzählte zu Beginn des Abends von den Anfängen im damaligen Schwanen, wo sich im kleinen Rahmen etwas herauskristallisierte, das später zum Dreckkübelgschwätz wurde.

(Erschienen: 21.02.2012 23:00)

- Anzeige -
Artikelfunktionen
drucken
Bewertungen
0.0
0,0 (0 Stimmen)
Das könnte Sie auch interessieren
- Anzeige -
Festliches
Trauer
FESTLICHES





Das Wetter in Markdorf
Vormittags
17 °
Nachmittags
22 °
Abends
19 °
Nachts
8 °
- Anzeige -
- Anzeige -
Facebook
Alle Facebook-Seiten von Schwäbische.de finden Sie hier


- Anzeige -