Stadtnachrichten Markdorf
Muldenbachstraße: Verkehrsbehörde sieht Bitzenhofers Vorschlag kritisch
Wie bereits gestern berichtet, hatte Dietmar Bitzenhofer, Fraktionschef der Freien Wähler, in der Gemeinderatssitzung am Dienstag vorgeschlagen, den Bürgern von Riedheim und Bergheim auch im Fall einer saisonalen Sperrung das Befahren der Muldenbachstraße zu ermöglichen, zum Beispiel durch eine Schranke, die über ein Chipkartensystem bedient werden könnte. Laut Robert Schwarz ist es zwar zulässig, zum Beispiel den landwirtschaftlichen und den Anliegerverkehr von einem Durchfahrtsverbot auszunehmen. Sämtliche Anwohner eines gesamten Ortsteils als Anlieger von der Regelung zu befreien, hält man im Landratsamt aber für nicht gesetzeskonform. Wobei Schwarz gegenüber der SZ betont, dass die Verkehrsbehörde eine verbindliche Stellungnahme dazu erst dann abgeben könne, wenn ein Antrag der Stadt eingereicht werde.
Ob es dazu kommen wird, bleibt abzuwarten, nachdem der Gemeinderat die Entscheidung vertagt hat. Im Anschluss an die teils hitzigen Wortgefechte im Gremium ging die Debatte draußen vor der Tür weiter. „Meine Tochter und mein Schwiegersohn haben noch eineinhalb Stunden mit Anwohnern aus Riedheim diskutiert“, berichtet Maria Wirth, Betreiberin des Campingplatzes Wirthshof. Sie selbst hat der ganze Streit mittlerweile so sehr mitgenommen, dass sie am liebsten gar nichts mehr zu der ganzen Sache sagen möchte, nachdem der Wirthshof wegen der Muldenbachstraße fast schon zu einer Art Riedheimer Feindbild geworden ist.
Wirth kann das nicht verstehen. Wie sie gegenüber der SZ betont, wäre es ihr selbst und ihrer Familie von Anfang an am liebsten gewesen, den Campingplatz wie ursprünglich geplant in westlicher Richtung zu erweitern und die Muldenbachstraße zu lassen wie sie ist. Stattdessen habe man auf diese Möglichkeit verzichtet, damit das Gewerbegebiet Riedwiesen erweitert werden kann. „Wir sind diesen Schritt im Sinne der Interessen der Gesamtstadt gegangen. Dass wir diesen Nachteil in Kauf nehmen, will aber offenbar niemand sehen“, sagt Wirth. Eine Beruhigung des Verkehrs auf der Muldenbachstraße wäre quasi der Ausgleich dafür, weil der Campingplatz dann nur in östlicher Richtung erweitern könnte und die Straße den Platz dann durchschneiden würde. „Wir sind bisher jeden Kompromissvorschlag mitgegangen“, sagt Wirth. Aber auch das werde leider nicht gesehen.
Für die Belange der Riedheimer hat sie durchaus Verständnis. Dieses erhofft sie sich aber auch andersherum. Dass sie ihren Betrieb erweitern und modernisieren muss, um konkurrenzfähig zu bleiben, ist für Maria Wirth keine Frage. „Die Ansprüche der Gäste haben sich geändert. Darauf müssen wir uns einstellen“, sagt sie. Die Folge immer größer werdender Wohnwagen sei zum Beispiel, dass sich die Zahl der Stellplätze allein in den vergangenen fünf Jahren von 450 auf 380 reduziert habe, weil die einzelnen Stellplätze eben viel größer dimensioniert werden müssen. Um diesem Trend gerecht werden zu können, „werden wir konsequent so weitermachen müssen“, sagt Wirth. Und dann seien es bald nur noch 300 Stellplätze.
Gegenüber der SZ betont Maria Wirth, dass sie jederzeit bereit sei, sich mit den Anwohnern aus Riedheim an einen Tisch zu setzen oder ihnen vor Ort die Situation ihres Betriebes zu erklären. Dass einzelne Riedheimer nach der Gemeinderatssitzung signalisiert haben, sich vor Ort selbst ein Bild machen zu wollen, freut sie. Vielleicht gelingt es dann auch, die Diskussion von der mittlerweile doch sehr emotionalen wieder auf eine sachlichere Ebene zu bringen.
(Erschienen: 08.02.2012 20:35)
Wie bereits gestern berichtet, hatte Dietmar Bitzenhofer, Fraktionschef der Freien Wähler, in der Gemeinderatssitzung am Dienstag vorgeschlagen, den Bürgern von Riedheim und Bergheim auch im Fall einer saisonalen Sperrung das Befahren der Muldenbachstraße zu ermöglichen, zum Beispiel durch eine Schranke, die über ein Chipkartensystem bedient werden könnte. Laut Robert Schwarz ist es zwar zulässig, zum Beispiel den landwirtschaftlichen und den Anliegerverkehr von einem Durchfahrtsverbot auszunehmen. Sämtliche Anwohner eines gesamten Ortsteils als Anlieger von der Regelung zu befreien, hält man im Landratsamt aber für nicht gesetzeskonform. Wobei Schwarz gegenüber der SZ betont, dass die Verkehrsbehörde eine verbindliche Stellungnahme dazu erst dann abgeben könne, wenn ein Antrag der Stadt eingereicht werde.
Ob es dazu kommen wird, bleibt abzuwarten, nachdem der Gemeinderat die Entscheidung vertagt hat. Im Anschluss an die teils hitzigen Wortgefechte im Gremium ging die Debatte draußen vor der Tür weiter. „Meine Tochter und mein Schwiegersohn haben noch eineinhalb Stunden mit Anwohnern aus Riedheim diskutiert“, berichtet Maria Wirth, Betreiberin des Campingplatzes Wirthshof. Sie selbst hat der ganze Streit mittlerweile so sehr mitgenommen, dass sie am liebsten gar nichts mehr zu der ganzen Sache sagen möchte, nachdem der Wirthshof wegen der Muldenbachstraße fast schon zu einer Art Riedheimer Feindbild geworden ist.
Wirth kann das nicht verstehen. Wie sie gegenüber der SZ betont, wäre es ihr selbst und ihrer Familie von Anfang an am liebsten gewesen, den Campingplatz wie ursprünglich geplant in westlicher Richtung zu erweitern und die Muldenbachstraße zu lassen wie sie ist. Stattdessen habe man auf diese Möglichkeit verzichtet, damit das Gewerbegebiet Riedwiesen erweitert werden kann. „Wir sind diesen Schritt im Sinne der Interessen der Gesamtstadt gegangen. Dass wir diesen Nachteil in Kauf nehmen, will aber offenbar niemand sehen“, sagt Wirth. Eine Beruhigung des Verkehrs auf der Muldenbachstraße wäre quasi der Ausgleich dafür, weil der Campingplatz dann nur in östlicher Richtung erweitern könnte und die Straße den Platz dann durchschneiden würde. „Wir sind bisher jeden Kompromissvorschlag mitgegangen“, sagt Wirth. Aber auch das werde leider nicht gesehen.
Für die Belange der Riedheimer hat sie durchaus Verständnis. Dieses erhofft sie sich aber auch andersherum. Dass sie ihren Betrieb erweitern und modernisieren muss, um konkurrenzfähig zu bleiben, ist für Maria Wirth keine Frage. „Die Ansprüche der Gäste haben sich geändert. Darauf müssen wir uns einstellen“, sagt sie. Die Folge immer größer werdender Wohnwagen sei zum Beispiel, dass sich die Zahl der Stellplätze allein in den vergangenen fünf Jahren von 450 auf 380 reduziert habe, weil die einzelnen Stellplätze eben viel größer dimensioniert werden müssen. Um diesem Trend gerecht werden zu können, „werden wir konsequent so weitermachen müssen“, sagt Wirth. Und dann seien es bald nur noch 300 Stellplätze.
Gegenüber der SZ betont Maria Wirth, dass sie jederzeit bereit sei, sich mit den Anwohnern aus Riedheim an einen Tisch zu setzen oder ihnen vor Ort die Situation ihres Betriebes zu erklären. Dass einzelne Riedheimer nach der Gemeinderatssitzung signalisiert haben, sich vor Ort selbst ein Bild machen zu wollen, freut sie. Vielleicht gelingt es dann auch, die Diskussion von der mittlerweile doch sehr emotionalen wieder auf eine sachlichere Ebene zu bringen.
(Erschienen: 08.02.2012 20:35)


































