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Dirk Müller fliegt am Höchsten ins Meistertrikot

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Dirk Müller fliegt am Höchsten ins Meistertrikot

Deggenhausertal / li Eigentlich hätte Dirk Müller die letzten Meter richtig genießen können, sich aufrichten, das Trikot zurechtzupfen und die Arme in die Höhe recken. So wie man das von den großen Radrennen aus dem Fernsehen kennt. Sein Vorsprung war gewaltig. Dennoch verzichtete der Deutsche Straßenmeister von 2006 darauf, kämpfte stattdessen verbissen mit tief über den Lenker gebeugtem Kopf bis zum Zielstrich um jede Sekunde. „Ich wollte von unten bis oben ein gleichmäßig hohes Tempo fahren, um die Zeit aus der Qualifikation nochmal zu unterbieten“, so der 37-Jährige gegenüber der SZ. Ergebnis: ein neuer, kaum für möglich gehaltener Streckenrekord: 14:47 Minuten.

Die alte Bestmarke von Andreas Ortner (15:25 Minuten), aufgestellt 2007, hatte Dirk Müller bereits im Qualifikationslauf um acht Sekunden unterboten, trotz Regens. Damit war der Kampf ums Deutsche Meistertrikot schon vor dem Verfolgungsfinallauf mehr oder weniger entschieden. Denn besagter Andreas Ortner ging als Zweitplatzierter der Qualifikation (16:03 Minuten) bereits mit einem Rückstand von 46 Sekunden auf die 8,3 Kilometer lange Strecke.

Dreimal war Ortner bislang beim Lightweight Uphill an den Start gegangen, dreimal hatte er gewonnen. Auch wenn’s beim vierten Mal, erstmals im Rahmen der Deutschen Meisterschaft, nicht geklappt hat und er seinen Rekord nun los ist, war der 35-Jährige aus Bad Reichenhall im Ziel überglücklich - schließlich war die Konkurrenz am Höchsten noch nie so hochkarätig. „Für mich ist es eine Ehre, hier bei der DM zu starten. Ich bin sehr zufrieden. Mein Ziel waren die Top fünf“, so Ortner, der mit Lob für die Organisatoren nicht sparte. Das ganze Event sei super, auch die Idee, die DM als Verfolgungsrennen auszutragen. „Jetzt fehlen eigentlich nur noch ein paar Fahrer von der Tour de France. Andreas Klöden oder Linus Gerdemann hier fahren zu sehen, das wär’s.“

Die werden zwar vermutlich auch im nächsten Jahr nicht dabei sein, weil die Tour de France auch dann wieder zeitgleich stattfinden wird, doch wer weiß, vielleicht spricht sich’s ja in der zweiten Reihe der Deutschen Radprofis noch ein bisschen mehr herum, dass dieses Event am Höchsten eine tolle Sache ist. Richtig „geil“ fand's zum Beispiel auch der ehemalige Profi vom Team Gerolsteiner, Sven Krauß, der auf Platz acht fuhr. „So ein Verfolgungsrennen, das war mal was ganz anderes. Das hat Spaß gemacht.“

Das sahen auch die Zuschauer so, die trotz des Sauwetters in stattlicher Zahl die Zielgerade säumten und die Athleten teils frenetisch anfeuerten. Und in den anderen Wertungsklassen waren die Finals zumeist auch deutlich spannender als bei der Elite. Beim Nachwuchs der U23 gab’s sogar einen richtigen Zielsprint, den Nils Plötner vom Team Heizomat knapp vor Felix Spensberger (Quest RRV Inntal) für sich entschied.

(Erschienen: 24.07.2011 18:15)

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