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Rund um Markdorf

Die Krone bleibt drauf

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Bermatingen / iw Letztlich ging es um 1500 Euro – und die Frage, ob man den rund 70 Jahre alten Nussbaum im Bereich des Parkplatzes Rathausplatz erhalten oder fälllen soll. Nach zähem Ringen und langer Diskussion im Gemeinderat sagte die Mehrheit Ja – gegen die Stimmen von Franz Kutter, Karl Volz, Carola Uhl, Hubert Sträßle und Martin Obser.

Nichts mehr zu retten ist der westliche Nussbaum des Parkplatzes bei Schlecker. Sowohl am Stammfuß als auch in der Baumkrone wurden Pilzerkrankungen festgestellt. „Die Krone bricht irgendwann einmal auseinander“, stellte Markus Pietruschinski vom Baumpflegeteam Bodensee fest. So wie jetzt könne man den Zustand nicht belassen, die Krone sei nicht verkehrssicher. Doch aufzuhalten sie der Pilzbefall nicht, was eine Sanierung zwar teuer – aber langfristig unmöglich mache.

Anders verhält es sich bei dem imposanten Baum im östlichen Parkplatzbereich. Dem bescheinigte der Forstwirt gute Aussichten auf eine langfristige Sicherung. Der rund 70 Jahre alte Baum sei sehr schön, weise aber ein bisschen Pflegerückstand auf. Probleme macht die verzweigte Krone. An deren Anbindungsstellen sind weite Rindpartien abgelöst, das Kernholz liegt offen. Deshalb empfahl Pietruschinski Sicherungsmaßnahmen. Die Kostenschätzung für Schleifen, die in der Krone eingezogen werden, liegt bei etwa 1500 Euro. Alle zehn Jahre müssten diese ersetzt werden. „30 Jahre kann der Baum dann hier noch gut stehen“, so der Experte.

„Hier wär’s das Geld wert“, fand Bürgermeister Martin Rupp. Zumal der Mann vom Baumpflegeteam die Kosten für die Neupflanzung eines bereits größeren Baumes weitaus höher bezifferte. Nicht alle teilten seine Meinung. Karl Volz wollte beide Bäume weg haben. „Ich weiß nicht, warum wir so an alten Bäumen hängen“, wunderte sich auch Hubert Sträßle (FWV). Wenn er krank sei, müsse auch dieser Baum weg – um einen neuen, vitalen Baum zu setzen. Dagegen fand Jakob Krimmel 1500 Euro gut angelegt, wenn er nochmals 30 Jahre lang lebe. Heinrich Bühler und Carola Mahler (LBU) fragten nach, was man anstelle des pilzbefallenen Baumes pflanzen könnte. Der Experte sprach sich wieder für einen Nussbaum aus - „Der ist gut geeignet für eine Weinbauregion wie ihre“. Doch wichtiger als die Sorte sei der Umgang mit dem Baum. Der Wurzelstamm müsse wegen des Befalls großräumig weggefräst werden, dann könne an dieser Stelle wieder ein ähnlicher Baum gepflanzt werden.

(Erschienen: 25.01.2012 21:30)

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