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Stadtnachrichten Lindau

Teuer wird es in jedem Fall – am teuersten würde Nur-Reutin

Verschiedene Planer legen im Stadtrat ausführlich die Kosten der verschiedenen Lösungen im Bahnhofstreit dar
Was Stadt und Freistaat für Nur-Inselbahnhof, Nur-Reutin oder die Kombilösung zahlen müssen, darüber gibt es seit der Stadtratssitzung am Dienstag genaue Zahlen.
Was Stadt und Freistaat für Nur-Inselbahnhof, Nur-Reutin oder die Kombilösung zahlen müssen, darüber gibt es seit der Stadtratssitzung am Dienstag genaue Zahlen. (Foto: Christian Flemming)

Lindau / dik Bevor die Stadträte sind in der knapp sechsstündigen Sitzung am Dienstagabend ihre Beschlüsse fassten, hatten Fachleute aus Verkehrsministerium, Bayerische Eisenbahn Gesellschaft, Bahn AG, Stadtwerke, Verkehrsplanungsbüros und Stadtverwaltung viele Fakten und Daten dabei.

Im Vordergrund der Betrachtungen standen dabei immer wieder die Kosten, die auch für viele Lindauer das wichtigste Kriterium der Bahnhofsfrage sind. Dabei zeigte sich zweierlei: Egal, wo der Bahnhof hinkommt oder bleibt, für die Stadt wird es sehr teuer. Auch wenn es viele nicht glauben mögen, kommt der Reutiner Bahnhof die Stadt und auch den Steuerzahler allgemein teurer als die Kombilösung.

Die Zuhörer lernten, dass man zwischen Investitions- und Folgekosten unterscheiden muss und beides nicht einfach zusammenzählen darf. Dabei haben Stadtwerke und Kämmerei die Folgekosten bei einer Preissteigerung von jährlich 1,5 Prozent auf 20 Jahre berechnet.

Man kann nicht genau sagen, wie teuer die Erschließung eines alleinigen Reutiner Bahnhofs wird, weil das davon abhängt, wie hoch der Anteil ist, den man an mögliche Bauherren der geplanten Erschließungsstraße umlegen kann. So rechnet die Kämmerei mit einem Betrag zwischen 3,85 und 5,85 Millionen Euro.

Bei der Kombilösung sind neben der Kostenbeteiligung des Freistaats in Höhe von 3,5 Millionen noch Euro 2,7 Millionen Euro der Stadt vereinbart sowie höchstens 300000 Euro für mögliche Kostensteigerungen.

Die hohen Folgekosten bei Nur-Reutin ergeben sich daraus, dass laut Freistaat und Bahn in diesem Fall die Stadt für den Transport der Fahrgäste zuständig wird, die auf die Insel wollen. Einen Shuttlezug zwischen Reutin und Insel schlossen Vertreter von Ministerium und Bahn am Dienstag erneut aus. Und der Bus macht laut Stadtwerkechef Klaus Steiner mindestens eine halbe Million Euro Verlust im Jahr.

Ausbau Berliner Platz fehlt noch

Überhaupt nicht enthalten sind Kosten für den Ausbau des Berliner Platzes mit einem sogenannten Fly Under oder anderen Maßnahmen. Dort besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf, auch bei einem Nur-Inselbahnhof. Bei der Kombilösung oder Nur-Reutin wären die nötigen Ausbauten aber deutlich größer und teurer. Die Stadt müsste etwa ein Viertel der Kosten tragen. Die Planung liegt aber beim Staatlichen Bauamt Kempten.

Wie hoch in allen drei Fällen die Kosten der Bahn AG sind, dazu macht das Unternehmen bisher keine Angaben. Nur so viel: Egal ob Kombi, Reutin oder Insel, die Kosten seien in allen Fällen gleich.

Hier finden Sie die Komplette Präsentation der Stadt aus der Stadtratssitzung mit einem detaillierten Koastenvergleich:

www.schwaebische.de/cms_media/module_mm/81/40583_1_bahnhof_praesentation.pdf

(Erschienen: 26.10.2011 17:10)

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