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Rothfuß legt Zahlen für seine Ideen vor

OB-Kandidat der CSU hält Hauptbahnhof Reutin mit eingleisiger Inselanbindung für billiger als Kombilösung
Der OB-Kandidat der CSU, Rainer Rothfuß, hat bei der Podiumsdiskussion der Lindauer Zeitung am Donnerstag Zahlen vorgelegt, nach denen ein Hauptbahnhof mit eingleisiger Inselanbindung billiger ist als die Kombilösung.
Der OB-Kandidat der CSU, Rainer Rothfuß, hat bei der Podiumsdiskussion der Lindauer Zeitung am Donnerstag Zahlen vorgelegt, nach denen ein Hauptbahnhof mit eingleisiger Inselanbindung billiger ist als die Kombilösung. (Foto: Christian Flemming)

Von Dirk Augustin

Lindau Inzwischen hat Rainer Rothfuß seine Zahlen zum Vergleich zwischen seinem Vorschlag und der Kombilösung der LZ und allen anderen OB-Kandidaten zugesandt. Wie berichtet, hatte Rothfuß bei der Diskussionsrunde der Lindauer Zeitung am Donnerstag Zahlen vorgelegt, nach denen ein Hauptbahnhof mit eingleisiger Inselanbindung für Lindau billiger sei als die von der Stadtratsmehrheit befürwortete Kombilösung.

Grundlage für Rothfuß ist ein Gutachten der Karlsruher Firma Mailänder Consult, die bereits für die Bahn AG die Kostenberechnungen für die Inselanbindung angefertigt hatte. Wie berichtet, soll demnach ein Gleis auf die Insel von Reutin aus mit einem Inselhalt, der zwei Bahnsteige hat, zwischen 15,6 und 15,8 Millionen Euro kosten.

Diese Kosten lassen sich laut Gutachter verringern, wenn es auf der Insel nur einen Bahnsteig gibt. Gleise, Signale und anderes müssten in beiden Fällen komplett ausgetauscht werden. Außerdem gehen die Fachleute davon aus, dass die Strecke am Lotzbeckweg und am Hasenweidweg automatische Schranken braucht. Einberechnet sind auch die Kosten, weil die Unterführungen Langenweg, Bregenzer Straße und Laubeggengasse sowie die Bahnbrücke über die Ach breiter werden müssten, wenn dort nicht wie geplant zwei, sondern für die Inselanbindung drei Gleise verlaufen.

Wenn diese Strecke elektrifiziert und ans Schienennetz angeschlossen wird, so dass dort auch ÖBB oder andere Züge bis auf die Insel durchfahren können, kostet die Inselanbindung bis zum Bahnhalt hinter der Post laut Gutachten 12,5 Millionen Euro.

Billiger geht es, wenn man auf Dieselzüge setzt und das Gleis vom restlichen Bahnverkehr trennt und sich damit Singaltechnik spart. Außerdem würden für solch einen Pendelzug 50 Meter lange Bahnsteige auf der Insel ausreichen. Die Kosten gibt der Gutachter mit 9,25 Millionen Euro an.

Rothfuß geht nun davon aus, dass sich weitere 300.000 Euro sparen lassen, wenn der Halt nicht hinter der Post, sondern auf Höhe der Thierschbrücke entsteht. Der CSU-Kandidat erinnert außerdem daran, dass Bund, Freistaat und Bahn sich an den Mehrkosten der Unterführungen beteiligen und rechnet deshalb eine Million runter.

Rothfuß erhofft ein Geschäft

Wenn Lindau den Zuschlag für eine Landesgartenschau bekommt, rechnet er damit, dass der Freistaat die Hälfte der Kosten für die Sanierung des Bahndamms übernimmt, was Lindau 1,1 Millionen Euro ersparen würde. Weiter geht Rothfuß davon aus, dass die Stadt für diese Lösung ebenso vier Millionen Euro beisteuern müsste wie für die Umsetzung der Kombilösung. Ebenso soll der Freistaat 3,5 Millionen Euro zahlen.

Eine Million Euro Erschließungskosten könnte Lindau laut Rothfuß auf die neuen Eigentümer der dann frei werdenden Grundstücke auf der Insel umlegen. Rothfuß geht zudem davon aus, dass nicht die Stadt selbst den Zugverkehr betreibt, sondern dass das die BOB, Bayern-Bahn oder ein anderer Anbieter übernimmt und dass der Freistaat gesetzlich gezwungen ist, den Verkehr zu bestellen und zu bezahlen. Die Stadt käme als Eigentümer der Strecke in den Genuss der Trassengebühr, wovon der Großteil nötig wäre für den Unterhalt, im Laufe von 20 Jahren aber zusätzlich eine halbe Million Euro für die Investition bleibt.

Den Befürwortern der Kombilösung hält Rothfuß vor, sie würden schön rechnen, weil sie eine Million Euro für einen nötigen Steg zwischen Bahnhalt Reutin und Lindaupark nicht berechnen. In diesem Fall wäre sein Vorschlag im Fall der Elektrifizierung kaum teurer als die Kombilösung, dieselbetrieben sogar drei Millionen Euro billiger.

Rothfuß räumt ein, dass er keine Ausgaben berechnet hat für das Grundstück, das die Stadt der Bahn abkaufen müsste, um dort Schienen auf die Insel betreiben zu dürfen. Er geht aber davon aus, dass die Stadt das nahezu kostenlos bekommt, wenn man der Bahn vorhält, dass sie im Gegenzug Mehrausgaben für den Betrieb der Kombilösung spart. Außerdem habe er auch noch keine möglichen Zuschüsse von EU oder anderen Stellen einbezogen. Und mit den zu geschätzten Gewerbesteuereinnahmen, wenn Lindau auf den frei werdenden Grundstücken in Reutin und auf der Insel Firmen, Geschäfte, Hotels und Büros ansiedelt, werde das Ganze sogar zum Geschäft. 300000 Euro pro Jahr sollen im Lauf von 20 Jahren sechs Millionen Euro bringen.

Im Sinne der Transparenz hat Rainer Rothfuß zugestimmt, dass die LZ alle seine Berechnungen und Dokumente im Internet jedermann verfügbar macht. Sie finden

Das Gutachten unter http://www.schwaebische.de/cms_media/module_mm/85/42912_1_111117_MAILAENDER_CONSULT_Bericht_Untersuchung_Inselanbindung.pdf

Dazu im Vergleich die für die Bahn AG berechnete Variante unter

http://www.schwaebische.de/cms_media/module_mm/85/42913_1_111118_MAILAENDER_CONSULT_Ergaenzung_Gutachten.pdf

Rothfuß‘ Übersicht zu Kosten und Finanzierung gibt es unter

http://www.schwaebische.de/cms_media/module_mm/85/42911_1_Rainer_Rothfuss_Inselanbindung_Lindau_Finanzierung.pdf

Und hier ist Rothfuß‘ Vergleich der Fahrzeiten im Fall seines Vorschlags und der Kombilösung:

http://www.schwaebische.de/cms_media/module_mm/85/42910_1_Fahrzeitenvergleich_Reutin_Hbf_Kombi_kommentiert.xls

(Erschienen: 05.12.2011 15:50)

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