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Stadtnachrichten Lindau

Reutin-Freunde schließen sich zusammen

60 Lindauer interessieren sich für die neue Bürgerinitiative um Rothfuß und Simmoleit
Damit die Bahn den Hauptahnhof nach ihren Plänen in Reutin bauen kann, gründen Lindauer mit Blick auf den zweiten Bürgerentscheid im März einen Verein.
Damit die Bahn den Hauptahnhof nach ihren Plänen in Reutin bauen kann, gründen Lindauer mit Blick auf den zweiten Bürgerentscheid im März einen Verein. (Foto: Stadt Lindau)

Von Dirk Augustin

Lindau Als Verein wollen die Befürworter eines Hauptbahnhofs in Reutin mit Inselanbindung für ihr Anliegen werben. Die Vereinsgründung ist am 12. Januar geplant. Die Verantwortlichen um Manfred Simmoleit, Hermann Stock und Rainer Rothfuß hoffen auf eine große Zahl von Mitstreitern, denn nur dann rechnen sie sich eine Chance aus, den Bürgerentscheid am 18. März zu gewinnen.

Mehr als 60 Lindauer haben sich am Donnerstagabend im Nebenzimmer des Gasthofs Langenweg gedrängt. Mit so großem Interesse hatte Simmoleit nicht gerechnet. Umso mehr freute er sich, dass nicht nur Reutiner, sondern auch Frauen und Männer aus Aeschach, Schachen und sogar von der Insel das Anliegen für einen Hauptbahnhof in Reutin unterstützen.

Im Laufe des Abends wurde aber auch deutlich, dass es in den Detailswie der Reutiner Bahnhof zu gestalten ist, durchaus unterschiedliche Ideen und Vorschläge gibt. Die wollen die Verantwortlichen nun sortieren, um die Vereinsgründung schnell über die Bühne zu bekommen. Eins machte Simmoleit aber gleich am Donnerstag klar: Wer die Insel ganz frei von Schienen haben will, der hat keinen Platz in dieser Gruppe.

Rainer Rothfuß, der als OB-Kandidat der CSU das Bürgerbegehren für den Reutiner Bahnhof angestoßen hatte und nun froh ist über neue Mitstreiter, erklärte ausführlich, warum er eine Inselanbindung für unerlässlich hält. Dabei soll die so gestaltet werden, dass die Züge der ÖBB aus Bregenz auf die Insel durchfahren können.

Es gibt einen Interessenten

Rothfuß berichtete, dass er mit dem Geschäftsführer eines Regionalbahnunternehmens gesprochen habe. Um welche Firma es sich handelt, wollte er allerdings auch auf Nachfrage der LZ später nicht sagen. Er will aber Geld sammeln, damit diese Firma sich näher mit den Schienen auf die Insel befasst. Zwischen 1000 und 5000 Euro seien nötig, erklärte Rothfuß der LZ, damit das Unternehmen untersuchen kann, was eine Inselanbindung kostet. Den das sei nach Erfahrung dieses Unternehmens sehr viel billiger möglich als die bisher von der Bahn genannten Zahlen.

Das Unternehmen ist laut Rothfuß möglicherweise sogar bereit, die Strecke später gemeinsam mit den Stadtwerken zu betreiben. Und dabei denke die Firma sogar an eine zweiseitige Anbindung, so dass auch Züge aus Friedrichshafen auf die Insel fahren könnten. All das müsse man aber zunächst untersuchen. Genaue Aussagen zu der Firma und den auf Lindau zukommenden Kosten will Rothfuß rechtzeitig vor dem Bürgerentscheid auch öffentlich nennen.

Rothfuß wirbt für Tappeser

Rothfuß gratulierte der CSU zu ihrem neuen OB-Kandidaten. Er setze bei den Oberbürgermeisterwahlen voll auf Klaus Tappeser, denn nur ihm traue er zu, den Reutiner Bahnhof im Sinne der Lindauer bei der Bahn AG und anderen Verhandlungspartnern durchzusetzen. Sollte Tappeser die OB-Wahl verlieren, gibt Rothfuß auch dem Bürgerentscheid am 18. März keine große Chance.

Der im Bodenseekreis lebende Jean-Christophe Thieke, der als Verkehrs- und Angebotsplaner im Bahnsektor tätig ist, kündigte zudem an, dass die Gruppe die Vorteile der umgekehrten Kombi mit Hauptbahnhof in Reutin und Halt auf der Insel für die Bahnfahrer herausarbeiten wolle. Denn die Fahrpläne ließen sich da wesentlich besser gestalten, vor allem wenn man Eisenbahngesellschaften aus Bayern, Baden-Württemberg und Vorarlberg endlich dazu bringe, ihre Fahrpläne aufeinander abzustimmen.

Deutlich wurde am Donnerstag auch, aus welch unterschiedlichen Motiven heraus manche Reutiner auf die Bahnhofsverlegung hoffen. Denn manch einer ist mit den derzeitigen Plänen der Bahn AG überhaupt nicht einverstanden. Denn eine Entlastung des Berliner Platzes gebe es nur, wenn man auf dem freiwerdenden Gelände eine neue große Straße baut oder diese sogar schon auf Höhe des Obi rüber auf die Ladestraße und von dort weiter auf die Insel führt. Das aber hat die Bahn nicht vorgesehen. In diesem Zusammenhang forderten gleich mehrere Redner, dass Lindau endlich ein Verkehrskonzept für die ganze Stadt brauche.

Verschiedene Meinungen gibt es auch darüber, wie wichtig die Kosten sind, zumal Erfahrungen mit Großprojekten zeigten, dass sowieso alles teurer werde als vorher angenommen: „Wir brauchen nicht die billigste Lösung, sondern eine gute Lösung.“

(Erschienen: 30.12.2011 13:25)

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