Stadtnachrichten Lindau
Lindauer Ärzte stehen hinter Nichtraucherschutz
Von unserem Mitarbeiter
Erich Nyffenegger
Dass Rauchen schädlich ist, wird inzwischen von niemandem bei Verstand mehr abgestritten. Ob und wie Nichtraucher in der Öffentlichkeit zu schützen sind, bleibt aber umstritten. Die CSU hat als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden bei den Landtagswahlen den zuvor eingeführten ausnahmslosen Nichtraucherschutz aufgeweicht. Die Folgen sind so genannte Raucherclubs, die Freigabe des blauen Dunstes in Bierzelten und Kneipen mit einer Größe von bis zu 75 Quadratmetern und in speziellen Räumen in Discotheken.
Den Lindauer Medizinern Harald Tegtmeyer und Peter Steiner geht es nicht um die Verfolgung von Rauchern, wie sie sagen. „Vielmehr steht der Schutz der Nichtraucher im Vordergrund“, erklärt Tegtmeyer, der als Kinder- und Jugendmediziner vor allem junge Menschen geschützt wissen will. „Wenn die jetzt gültigen Ausnahmeregelungen permanent bleiben, dann hat das eine verheerende Wirkung auf Kinder und Jugendliche.“ Denn Erwachsene, die sich in Nebenräume von Discotheken zurückzögen oder in Eckkneipen, übten eine starke negative Vorbildfunktion aus.
„Darüber hinaus fällt es Entwöhnungswilligen schwerer von ihrer Sucht zu lassen, wenn in öffentlichen Räumen geraucht wird“, unterstreicht Lungenfacharzt Peter Steiner, der in seiner Praxis auch Nikotinsüchtige bei auf dem Weg zur Rauchfreiheit begleitet. Dass es beim Nichtraucherschutz nicht um Luxus geht, stellen aus seiner Sicht erschreckende Zahlen unter Beweis: „Jährlich sterben 3000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens, allein 900 an COPD“, rechnet Steiner vor. COPD bezeichnet eine Reihe von Lungenkrankheiten, die unter anderem durch Atemnot und chronischen Husten gekennzeichnet sind.
Stellvertretend für die gesamte Lindauer Ärzteschaft rufen Tegtmeyer und Steiner ihre Patienten auf, das Volksbegehren der ÖDP im Interesse von Kindern und erwachsenen Nichtrauchern durch ihre Unterschrift zu unterstützen. Bei allem Engagement für die Sache gestehen die beiden Mediziner gerne auch ihre eigene Rauchervergangenheit ein, die jeweils sehr kurz war: „Ich habe mit 13 aus unglücklicher Liebe zu einer 15-Jährigen angefangen“, sagt Harald Tegtmeyer und weist darauf hin, dass er bereits drei Jahre später dem Glimmstängel abgeschworen hat. Peter Steiner hing als Schlagzeuger einer Band in jungen Jahren für kurze Zeit an der Kippe, war mit 18 aber bereits wieder rauchfrei. Das Beispiel der Ärzte zeigt, dass eine Raucherkarriere ein schnelles Ende finden kann oder gar nicht erst richtig in Fahrt kommen muss. Ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz nach den Vorstellungen der ÖDP erleichtere das erheblich. Die Ärzte räumen dem Volksbegehren gute Chancen ein, denn der weitaus größere Teil der Bevölkerung sei für einen umfassenden Nichtraucherschutz. Jetzt gehe es darum, diese Mehrheit auch zur Unterschrift zu bewegen.
(Erschienen: 18.11.2009 19:10)
Von unserem Mitarbeiter
Erich Nyffenegger
Dass Rauchen schädlich ist, wird inzwischen von niemandem bei Verstand mehr abgestritten. Ob und wie Nichtraucher in der Öffentlichkeit zu schützen sind, bleibt aber umstritten. Die CSU hat als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden bei den Landtagswahlen den zuvor eingeführten ausnahmslosen Nichtraucherschutz aufgeweicht. Die Folgen sind so genannte Raucherclubs, die Freigabe des blauen Dunstes in Bierzelten und Kneipen mit einer Größe von bis zu 75 Quadratmetern und in speziellen Räumen in Discotheken.
Den Lindauer Medizinern Harald Tegtmeyer und Peter Steiner geht es nicht um die Verfolgung von Rauchern, wie sie sagen. „Vielmehr steht der Schutz der Nichtraucher im Vordergrund“, erklärt Tegtmeyer, der als Kinder- und Jugendmediziner vor allem junge Menschen geschützt wissen will. „Wenn die jetzt gültigen Ausnahmeregelungen permanent bleiben, dann hat das eine verheerende Wirkung auf Kinder und Jugendliche.“ Denn Erwachsene, die sich in Nebenräume von Discotheken zurückzögen oder in Eckkneipen, übten eine starke negative Vorbildfunktion aus.
„Darüber hinaus fällt es Entwöhnungswilligen schwerer von ihrer Sucht zu lassen, wenn in öffentlichen Räumen geraucht wird“, unterstreicht Lungenfacharzt Peter Steiner, der in seiner Praxis auch Nikotinsüchtige bei auf dem Weg zur Rauchfreiheit begleitet. Dass es beim Nichtraucherschutz nicht um Luxus geht, stellen aus seiner Sicht erschreckende Zahlen unter Beweis: „Jährlich sterben 3000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens, allein 900 an COPD“, rechnet Steiner vor. COPD bezeichnet eine Reihe von Lungenkrankheiten, die unter anderem durch Atemnot und chronischen Husten gekennzeichnet sind.
Stellvertretend für die gesamte Lindauer Ärzteschaft rufen Tegtmeyer und Steiner ihre Patienten auf, das Volksbegehren der ÖDP im Interesse von Kindern und erwachsenen Nichtrauchern durch ihre Unterschrift zu unterstützen. Bei allem Engagement für die Sache gestehen die beiden Mediziner gerne auch ihre eigene Rauchervergangenheit ein, die jeweils sehr kurz war: „Ich habe mit 13 aus unglücklicher Liebe zu einer 15-Jährigen angefangen“, sagt Harald Tegtmeyer und weist darauf hin, dass er bereits drei Jahre später dem Glimmstängel abgeschworen hat. Peter Steiner hing als Schlagzeuger einer Band in jungen Jahren für kurze Zeit an der Kippe, war mit 18 aber bereits wieder rauchfrei. Das Beispiel der Ärzte zeigt, dass eine Raucherkarriere ein schnelles Ende finden kann oder gar nicht erst richtig in Fahrt kommen muss. Ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz nach den Vorstellungen der ÖDP erleichtere das erheblich. Die Ärzte räumen dem Volksbegehren gute Chancen ein, denn der weitaus größere Teil der Bevölkerung sei für einen umfassenden Nichtraucherschutz. Jetzt gehe es darum, diese Mehrheit auch zur Unterschrift zu bewegen.
(Erschienen: 18.11.2009 19:10)
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