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Hochwasser sucht Lindau erneut heim

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LINDAU / mb Zum zweiten Mal innerhalb nur eines Monats gibt es in Lindau ein wettermäßiges Jahrhundertereignis. In der Nacht auf Dienstag hat es in Teilen Lindaus so heftig geregnet, dass es über weite Strecken „Land unter“ und „Keller voll“ hieß. Die Feuerwehren waren im Großeinsatz, so dass im Laufe des Tages die schlimmsten Schäden behoben werden konnten.

Von unserem Redakteur Michael Brandt

Los ging es aus Sicht der Lindauer Feuerwehr um genau 3.04 Uhr am Dienstagmorgen. Der erste von einer langen Reihe von Alarmen ging ein, der nicht nur die Lindauer Feuerwehr, sondern auch die Kameraden aus Wasserburg, Hege, Nonnenhorn, Bodolz, Weißensberg ,Sigmarszell und Bösenreutin bis zum frühen Nachmittag in Trab halten sollten.

Im Grunde war es nicht viel mehr als ein ungewöhnlich kräftiger Regen, der da vor dem Pfänder runterkam. In der Messstelle des Deutschen Wetterdienstes in Sigmarszell-Zeisertsweiler waren es laut Landrat Elmar Stegmann 107 Millimeter innerhalb weniger Stunden. Da das Wetter der vergangenen Tage allerdings schon so nass war, dass die Böden gesättigt waren, bewegte sich das Wasser, das da vom Himmel kam, auf dem schnellsten Weg in Richtung unten.

Bemerkenswert ist dabei, dass nur ein recht überschaubarer Bereich des Lindauer Stadtgebiets betroffen war. Die Seegemeinden bekamen fast nichts von dem Regen ab, Schachen und die Insel blieben ebenfalls weitgehend verschont. Der Schwerpunkt der Regenfälle beschränkte sich auf den Bereich Reutin und Bösenreutin, dort war es dafür umso heftiger.

Die Bösenreutiner Steige jedenfalls verwandelte sich in kürzester Zeit in die „Bösenreutiner Wasserfälle“ (Feuerwehrkommandant Robert Kainz). Der Rickenbach wurde zum Rickenfluss und alle Senken im Gelände wurden zu Seen, Teichen oder riesigen Pfützen.

Das wiederum führte zu zahllosen vollgelaufenen Kellern und diversen Überflutungen. Besonders stark betroffen waren die Firma Dornier, die Firma Thomann und der Campingplatz sowie das Tierheim in Zech – und das Krankenhaus . Dort lief das Wasser zum einen über die Straße zur Notaufnahme rein. Zum anderen strömte es aus einem Gully im Keller und überflutete so zwei Kellerräume. Wie Landrat Elmar Stegmann aber betonte, sei die Patientenversorgung aber zu keinem Zeitpunkt unterbrochen oder auch nur gefährdet gewesen.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk haben sich dem Wasser mit insgesamt 220 Mann und 30 Fahrzeugen entgegengestellt. Bis zum Nachmittag waren es rund 127 Einsätze, die von den verschiedenen Leitstellen koordiniert wurden.

(Erschienen: 27.07.2010 19:15)

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