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Stadtnachrichten Lindau

Die drei Standortalternativen im Vergleich: Insel, Reutin und Kombi-Lösung

Daten, Fakten, Zahlen, Kosten, Auswirkungen und Folgen im Überblick

Lindau / lz In der Diskussion stehen derzeit drei verschiedene Varianten für einen künftigen Bahnhofsstandort in Lindau:

Der Hauptbahnhof bleibt wie bisher auf der Insel

Der Hauptbahnhof wird vollständig nach Reutin verlegt

Der Hauptbahnhof bleibt auf der Insel, eine weitere Bahnstation für den Fern- und Nahverkehr wird in Reutin eingerichtet (Kombilösung)

Der Hauptbahnhof bleibt wie bisher auf der Insel

Auswirkungen auf den Zugverkehr:

Der Inselbahnhof wird weiterhin von den Nahverkehrszügen aus Richtung Friedrichshafen (Singen/Ulm), Hergatz (Kempten/Memmingen) und Bregenz (Feldkirch/St. Margrethen) angefahren. Die Option für eine künftige Bodensee-S-Bahn bleibt bestehen.

Die Fernzüge aus München bzw. Zürich halten nicht mehr in Lindau. Weitere Nahverkehrshalt im Stadtgebiet Lindau wird es laut Auskunft des Freistattes Bayern auf absehbare Zeit (bis 2018) nicht geben.

Auswirkungen auf die bauliche Situation Bahnhof und Umfeld:

Die DB bringt die erforderliche Signal- und Steuerungstechnik auf den neuesten Stand. Eine Sanierung des bestehenden Bahnhofgebäudes ist nur vorgesehen, wenn Dritte gefunden werden können, die die Kosten übernehmen. Die Stadt muss einen Anteil für die Sanierung der Thierschbrücke und den Neubau eines Fußgängersteges tragen. Weiter wird eine Beseitigung des Bahnüberganges Lotzbeck notwendig.

Städtebauliche Auswirkungen:

Eine Verlängerung der Maximilianstraße zur Westlichen Insel ist mittels eines neuen Verbindungssteges möglich. Bei dieser Variante werden keine wesentlichen Entwicklungsflächen für den Städtebau frei. Die Anbindung mit Stadt- und Regionalbus bleibt bestehen.

Der Hauptbahnhof wird nach Reutin verlegt

Auswirkungen auf den Zugverkehr:

Alle Nah- und Fernverkehrszüge werden nach Reutin geführt. Die Insel ist nicht mehr an den Zugverkehr angebunden. Eine zukünftige Bodensee-S-Bahn kann nur den Bahnhof in Reutin anfahren. Die Bahnstrecke zwischen Aeschach und Reutin (bisher teilweise eingleisig) wird zweigleisig ausgebaut. Die Züge von und zur Insel werden vollständig auf die dann zweigleisige Ausbaustrecke Aeschach-Reutin umgelegt.

Auswirkungen auf die bauliche Situation Bahnhof und Umfeld:

Die DB baut einen neuen Hauptbahnhof. Die verkehrliche Situation im Bereich Bregenzer Straße, Rickenbacher Straße, Kreisverkehr Berliner Platz erfordert erhebliche Umbaumaßnahmen, um den Verkehr bewältigen zu können. Es muss eine neue Erschließungsstraße zum neuen Bahnhof gebaut werden, die zweifach angebunden werden müsste. Der nach den aktuellen Planungen der DB vorgesehene Anschluss bei Herbergsweg und Blaukreuzstraße ist nach Verkehrsuntersuchungen des Verkehrsplaners Stahl allerdings auf Höhe Herbergsweg unmöglich. Aufgrund des deutlich verstärkten Verkehrsaufkommens wird im ersten Schritt der Bau eines Fuß- und Radverkehrsteges zwischen Lindaupark und Hbf Reutin notwendig.

Städtebauliche Auswirkungen:

Die Gleisanlagen auf der Insel einschl. Eisenbahndamm (im Eigentum der DB) können zurückgebaut werden. Die DB leitet ein neues Planfeststellungsverfahren mit gleichzeitigem Antrag auf Entwidmung und Stilllegung der Bahnanlagen auf der Insel ein. Freiwerdende Bahnflächen können neu überplant werden. Die Planungshoheit für die Nutzung der Flächen liegt bei der Stadt Lindau. Die Zugzahlen im Bereich des zweigleisigen Ausbaus zwischen Aeschach und Reutin erhöhen sich durch den Wegfall der Inselanbindung. Für den Bereich zwischen Aeschach und Reutin werden von der DB nur bei dieser Variante Lärmschutzmaßnahmen nach den gesetzlichen Mindestvorgaben des Immissionsschutzgesetzes realisiert (Länge 1.550 m Länge, Höhe maximal 3 m). Ein erweiterter und stadtverträglicher Lärmschutz oder gar eine Tieferlegung müsste von der Stadt zusätzlich bezahlt werden. Durch Verlegung der Bahnanlagen im Bereich Reutin nach Süden können Flächen einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Eine Verlegung des ZUP ist nach eingehender Untersuchung nicht sinnvoll. Der Ausfall der Schienenverkehrsleistung auf die Insel ist in diesem Fall komplett durch eine zusätzliche Direktlinie zu kompensieren. Über die Gestaltung des Regionalverkehrs der RBA kann keine Aussage gemacht werden.

Der Hauptbahnhof bleibt auf der Insel, eine weitere Bahnstation für Schienenpersonen-Fern- und -Nahverkehr wird zusätzlich in Reutin eingerichtet (Kombi-Lösung)

Auswirkungen auf den Zugverkehr:

Der Fernverkehr München-Zürich hält an der neuen Bahnstation Reutin. Der Hauptbahnhof Insel ist für den Fernverkehr von Reutin durch Umsteigen mit dem Nahverkehr aus Richtung Bregenz angebunden (Halbstundentakt). Alle Regional- und Nahverkehrszüge halten auf der Insel. Alle Züge von und nach Bregenz halten auch in Reutin. Zusätzlich hält der Regionalexpress von Augsburg/Kempten mit Anschluss an den EC in Reutin. Die komplette bisherige Eisenbahninfrastruktur (Gleise, Weichen, Bahnhof) wird erhalten, elektrifiziert und mit einer zusätzlichen Bahnstation in Reutin erweitert. Die Verkehrsleistung, die der Freistaat Bayern weiterhin bestellt und bezahlt, wird durch die DB AG und andere Bahnbetreiber vollumfänglich für Gesamt-Lindau erbracht.

Auswirkungen auf die bauliche Situation Bahnhof und Umfeld:

Die DB richtet eine neue Bahnstation in Reutin ein (Unterstände, Sitzgelegenheiten, Fahrkartenautomaten, Aushangvitrinen etc.). Die DB bringt die erforderliche Signal- und Steuerungstechnik auf den neuesten Stand. Die Stadt wird sich auf der Insel mit einem Anteil an der Sanierung der Thierschbrücke und dem Neubau des Fußgängersteges finanziell beteiligen. Weiter wird die Beseitigung des Bahnüberganges Lotzbeck notwendig.

Städtebauliche Auswirkungen:

Die verkehrliche Situation im Bereich Bregenzer Straße und Kreisverkehr Berliner Platz erfordert eine Erschließungsstraße zur neuen Bahnstation parallel zur Bregenzer Straße, die mit einem neuen Kreisverkehr angebunden wird (Höhe Buttlerhügel). Es entstehen bis zu 120 Park- und Ride-Parkplätze. Es besteht die Option, den Fußgängersteg von den Bahngleisen bis zum Lindaupark zu verlängern.

Auf der Insel können bei dieser Variante mittelfristig die Abstellgleise im Bereich der Post bzw. Eilguthalle umgenutzt und stadtplanerisch entwickelt werden.

Die Anbindung mit Stadt- und Regionalbus ist gewährleistet. Die Stadtbuslinie 3 hält an einer neuen Haltestelle an der Bahnstation Reutin und wird über die Strasse am Buttlerhügel (nur für Busse) in die Rickenbacherstraße geführt.

Kosten und Aufwendungen der Stadt Lindau im Vergleich

Die zu erwartenden Investitionskosten und Folgekosten sind unter Einbeziehung von öffentlichen Fördergeldern für jede Variante ermittelt und im Vergleich dargestellt. Die Details entnehmen Sie zwei Tabellen, die zeigen, welche Kosten der Stadt bei den drei Varianten jeweils insgesamt entstehen und welche Kosten jeweils für das Bahnhofsumfeld nötig sind:

www.schwaebische.de/cms_media/module_pdf/lb_Kostenuebersicht_Lindau_sw.pdf

www.schwaebische.de/cms_media/module_pdf/lb_KostenErschliessung1.pdf

(Erschienen: 19.10.2011 14:15)

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Die Bahn AG legt die Entscheidung über den künftigen Standort des Bahnhofs in die Hände der Lindauer.

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