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Stadtnachrichten Lindau

Bezahlbare Wohnungen sind knapp

In Lindau fehlen vor allem kleine Wohnungen – Wohnungssuchende sind frustriert

Von Jürgen T. Widmer

Lindau In Lindau zu wohnen, ist schön. In Lindau eine Wohnung zu finden, aber schwer. Zumindest entsteht der Eindruck, wenn man die Facebook-Seite „Du weißt, dass Du aus Lindua bist…“ oder auch „Lindau’s Internetflohmarkt“ verfolgt.

Da heißt es beispielsweise: „Ich suche für eine sympatische, gehbehinderte Frau, 52 Jahre, eine barrierefreie Wohnung (1,5 - 2 Zimmer) in Lindau . Wer etwas weiß, selbst eine solche Wohnung frei hat oder in naher Zukunft etwas hört, kann sich gerne hier im Forum bei mir melden.“ Meist schließen sich in den Kommentaren weitere Wohnungssuchende an, von ihrem Frust auf der Suche berichten.

Wohnungsnot in Lindau? „Nein“, sagt Alexander Mayer, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG, „aber wir haben durchaus einen angespannten Wohnungsmarkt“. Heißt: Es ist schwer etwas zu finden, aber nicht unmöglich. Leicht ist es, wenn man Geld hat. „Das hochprozentige Niveau deckt der Markt ab“, sagt Mayer.

„Schwieriger ist es im unteren Preissegment. Da muss man fragen: Was ist das? Sind das Wohnungen im schlechten Zustand, die deshalb günstig vermietet werden oder von mittlerem Zustand im geförderten Bereich?“ Das mit den günstigen Wohnungen in schlechtem Zustand kennt beispielweise Dorothea Lemmens gut: „Bis vor zwei Jahren wohnte ich wesentlich teurer – der damalige Vermieter ließ sich seine Wohnungen gern von den Mietern sanieren ... Es gab und gibt immer mal wieder Gerichtsverhandlungen hierzu. Wir mussten teuren Wohnraum als Abstellfläche hernehmen; häufigen Mieterwechseln versuchte er durch Zeitverträge vorzubeugen“, erinnert sie sich.

Sie arbeitet in Schaars Inselladen. „Ich werde auch im Geschäft sehr oft gefragt, ob ich nicht irgendeine Wohnung wüsste, die frei wird - dass Wohnungen angeboten werden, kommt eher selten vor. Neulich habe ich ein Wohnungsangebot in Facebook gepostet – innerhalb weniger Stunden hatten sich etliche gemeldet“, schildert sie ihre Erfahrungen.

Bedarf an Single-Wohnungen

„Es fehlen Wohnungen in nahezu allen Größen“, sagt Mayer. Einen großen Bedarf sieht er aber in Single-Wohnungen oder für Zwei-Personen-Haushalte. Dabei denkt er an die Pflegekräfte, die nach Lindau ziehen, aber auch an Mitarbeiter von Firmen, die hier für ein Jahr arbeiten. „Zudem fehlt es an seniorengerechten Wohnungen, die einen Aufzug haben und barrierefrei sind“, hat er festgestellt.

Vor allem kleinere Wohnungen sind schwer zu bekommen. Dies führt dann wiederum dazu, dass manche Witwe in einer großen Wohnung lebt, weil sie keine kleinere findet, obwohl sie Mühe hat, die große Wohnung zu versorgen. Diese größeren Wohnungen fehlen dann wieder beispielsweise für Familien.

Es fehlen Grundstücke

Die GWG baut deshalb im Max-Halbe-Weg in Zech seniorengerechte Wohnungen. „Wichtig ist auch, dass die älteren Menschen in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können“, führt Mayer einen weiteren Grund für diesen Bau an.

„Ich würde gerne mehr im öffentlich geförderten Bereich bauen, doch oft sind nicht ausreichend und schnell genug entsprechende Grundstücke verfügbar“, nennt er einen weiteren Hemmschuh, neben den rigiden Förderrichtlinien. 30 neue Wohnungen hat die GWG 2011 gebaut, 23 modernisiert und sechs sind im Rahmen der Nachverdichtung entstanden.

Warmmiete bleibt die gleiche

Stadrat Uli Kaiser (Bunte Liste) hat sich in Facebook so geäußert: „Es gibt keine Anzeichen für eine Wohnungsnot in Lindau. Es fallen nur mehr und mehr der billigen Bruchbuden der GWG durch Sanierung weg.“ Den Eindruck will Mayer so nicht stehen lassen.

Die Alternative zur Sanierung ist, die Menschen in Bruchbuden wohnen zu lassen. Wohnen ist eine Frage der Wertschätzung“, sagt er. Die GWG saniere ihre Wohnungen so, dass hinterher die Warmmiete nicht teurer ist, als vorher. „Was an der Kaltmiete teurer wird, spart der Mieter an den Energiekosten“, sagt der Kommunalpolitiker. Die Durchschnittskaltmiete liegt bei der GWG bei 5,13 Euro.

Wer eine Wohnung bei der GWG will, der soll sich dort melden und vormerken lassen. Für die geförderten Wohnungen gibt es einen monatlichen Aushang. Anzahl der derzeit ausgehängten Wohnungen? „Keine“, sagt Mayer.

(Erschienen: 06.02.2012 11:10)

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