Stadtnachrichten Lindau
Bei der Kombi gibt es mehr Bahnhof fürs Geld
Wie fast alle Experten spricht sich Schulz bei der Bürgerversammlung am Montagabend vor gut 250 Lindauern eindeutig für die Kombilösung aus. Lediglich Volker Hentschel von der Bahntochter DB Netz bleibt dabei: Aus Sicht der Bahn AG wäre Nur-Reutin die beste Lösung. Eine zusätzliche Anbindung der Insel über ein Gleis schließt er dabei nicht aus. Allerdings ist die Bahn AG nicht bereit, dafür zu bezahlen, ebensowenig wie sie die Mehrkosten der Kombilösung trägt. Der CSU, die in ihrem Bürgerbegehren diese Inselanbindung fordert, gab Hentschel damit sozusagen einen Arbeitsauftrag: „Wenn Sie jemanden findet, der die Inselanbindung bezahlt“, dann mache die Bahn mit.
Auch das wurde an diesem Abend klar: Die Stadt müsste die Mehrkosten tragen, denn der Freistaat bezahlt höchstens die 3,5 Millionen Euro, die er auch zur Kombilösung beiträgt. Florian Liese vom Verkehrsministerium berichtete von einem Gespräch zwischen CSU-OB-Kandidat Rainer Rothfuß und Minister Martin Zeil, bei dem es keinerlei Versprechen gegeben habe. Freistaat und Bahn AG warten zunächst das Ergebnis des Bürgerentscheids am 11. Dezember ab.
Vertreter von Freistaat, Bahn AG und Stadt hatten zuvor ausführlich die Kombilösung erläutert. Im Mittelpunkt stand dabei Schulz von der BEG, der ausführlich erklärte, welche Züge künftig in Reutin und auf der Insel halten. Denn da gibt es Neuigkeiten: Hatte Schulz im Stadtrat vor vier Wochen noch davon gesprochen, dass Züge aus Richtung Friedrichshafen „vielleicht“ bis Reutin fahren, so sprach er am Montag davon, dass Züge aus Kempten über Reutin und die Insel und dann weiter nach Westen bis Singen und Basel fahren werden. Das gelte auch für Züge aus Feldkirch und Bregenz, die über Reutin und die Insel weiter nach Friedrichshafen, Ulm und sogar bis Stuttgart fahren sollen.
Alle Ziele ohne Umsteigen
Damit ist sichergestellt, dass Fahrgäste von Reutin aus alle Ziele ohne Umsteigen erreichen werden. Das war bisher ein Nachteil der Kombilösung. Nach der Entscheidung der Baden-Württemberger für Stuttgart 21 und der damit so gut wie sicheren Elektrifizierung der Südbahn zwischen Lindau und Ulm, hält es Schulz aber so gut wie sicher, dass die Fahrpläne so kommen. „Gerade bei der Kombilösung können Sie das Umsteigen weitgehend vermeiden.“
Das hält er es auch für einen wichtigen Schritt zu einer Bodensee-S-Bahn. Wahrscheinlich werde es noch Jahre dauern, bis auch die Strecke nach Kempten elektrifiziert ist und bis es einen Halbstundentakt in alle Richtungen gibt. Aber der Bahnverkehr in der Region würde laut Schulz sehr viel besser funktionieren, wenn es in Lindau zwei Bahnhöfe gibt.
Dabei wies der Vertreter des Freistaats nochmal darauf hin, dass man in Lindau zwei Verkehre unterscheiden muss. Den Einheimischen kommt der Bahnhalt in Reutin entgegen, weil er für sie einfacher zu erreichen ist. Die Gäste aber wollen zum Großteil auf die Insel, wie alle Fahrgastuntersuchungen zeigen. Wie gut der Inselbahnhof ist, zeigte Schulz noch mit zwei Zahlen: Täglich steigen hier 5000 Menschen in Züge ein und aus. In Kempten sind es 6000, obwohl die Stadt mehr als doppelt so groß ist. Dort liegt der Bahnhof aber nicht mehr im Zentrum, „das kommt nicht so gut an“. Diesen Fehler sollte Lindau nicht machen.
Weil die Kombilösung zudem billiger ist als Nur-Reutin oder gar Reutin mit Inselanbindung, weil der Bahnhalt für den Berliner Platz weniger Probleme macht als ein Hauptbahnhof und weil auch im Fall der Kombilösung auf der Insel und in Reutin Grundstücke frei werden, sprach sich auch OB Petra Seidl erneut für den Inselbahnhof mit Bahnhalt in Reutin aus.
In einem war sich Seidl zudem mit Bahnmanager Volker Hentschel einig: Die Lindauer sollen am 11. Dezember bitte zahlreich abstimmen. Danmit täten sich Befürworter und Gegner der Kombilösung einen Gefallen. Alle Beteiligten erhoffen sich ein klares Meinungsbild.
(Erschienen: 29.11.2011 17:30)
Wie fast alle Experten spricht sich Schulz bei der Bürgerversammlung am Montagabend vor gut 250 Lindauern eindeutig für die Kombilösung aus. Lediglich Volker Hentschel von der Bahntochter DB Netz bleibt dabei: Aus Sicht der Bahn AG wäre Nur-Reutin die beste Lösung. Eine zusätzliche Anbindung der Insel über ein Gleis schließt er dabei nicht aus. Allerdings ist die Bahn AG nicht bereit, dafür zu bezahlen, ebensowenig wie sie die Mehrkosten der Kombilösung trägt. Der CSU, die in ihrem Bürgerbegehren diese Inselanbindung fordert, gab Hentschel damit sozusagen einen Arbeitsauftrag: „Wenn Sie jemanden findet, der die Inselanbindung bezahlt“, dann mache die Bahn mit.
Auch das wurde an diesem Abend klar: Die Stadt müsste die Mehrkosten tragen, denn der Freistaat bezahlt höchstens die 3,5 Millionen Euro, die er auch zur Kombilösung beiträgt. Florian Liese vom Verkehrsministerium berichtete von einem Gespräch zwischen CSU-OB-Kandidat Rainer Rothfuß und Minister Martin Zeil, bei dem es keinerlei Versprechen gegeben habe. Freistaat und Bahn AG warten zunächst das Ergebnis des Bürgerentscheids am 11. Dezember ab.
Vertreter von Freistaat, Bahn AG und Stadt hatten zuvor ausführlich die Kombilösung erläutert. Im Mittelpunkt stand dabei Schulz von der BEG, der ausführlich erklärte, welche Züge künftig in Reutin und auf der Insel halten. Denn da gibt es Neuigkeiten: Hatte Schulz im Stadtrat vor vier Wochen noch davon gesprochen, dass Züge aus Richtung Friedrichshafen „vielleicht“ bis Reutin fahren, so sprach er am Montag davon, dass Züge aus Kempten über Reutin und die Insel und dann weiter nach Westen bis Singen und Basel fahren werden. Das gelte auch für Züge aus Feldkirch und Bregenz, die über Reutin und die Insel weiter nach Friedrichshafen, Ulm und sogar bis Stuttgart fahren sollen.
Alle Ziele ohne Umsteigen
Damit ist sichergestellt, dass Fahrgäste von Reutin aus alle Ziele ohne Umsteigen erreichen werden. Das war bisher ein Nachteil der Kombilösung. Nach der Entscheidung der Baden-Württemberger für Stuttgart 21 und der damit so gut wie sicheren Elektrifizierung der Südbahn zwischen Lindau und Ulm, hält es Schulz aber so gut wie sicher, dass die Fahrpläne so kommen. „Gerade bei der Kombilösung können Sie das Umsteigen weitgehend vermeiden.“
Das hält er es auch für einen wichtigen Schritt zu einer Bodensee-S-Bahn. Wahrscheinlich werde es noch Jahre dauern, bis auch die Strecke nach Kempten elektrifiziert ist und bis es einen Halbstundentakt in alle Richtungen gibt. Aber der Bahnverkehr in der Region würde laut Schulz sehr viel besser funktionieren, wenn es in Lindau zwei Bahnhöfe gibt.
Dabei wies der Vertreter des Freistaats nochmal darauf hin, dass man in Lindau zwei Verkehre unterscheiden muss. Den Einheimischen kommt der Bahnhalt in Reutin entgegen, weil er für sie einfacher zu erreichen ist. Die Gäste aber wollen zum Großteil auf die Insel, wie alle Fahrgastuntersuchungen zeigen. Wie gut der Inselbahnhof ist, zeigte Schulz noch mit zwei Zahlen: Täglich steigen hier 5000 Menschen in Züge ein und aus. In Kempten sind es 6000, obwohl die Stadt mehr als doppelt so groß ist. Dort liegt der Bahnhof aber nicht mehr im Zentrum, „das kommt nicht so gut an“. Diesen Fehler sollte Lindau nicht machen.
Weil die Kombilösung zudem billiger ist als Nur-Reutin oder gar Reutin mit Inselanbindung, weil der Bahnhalt für den Berliner Platz weniger Probleme macht als ein Hauptbahnhof und weil auch im Fall der Kombilösung auf der Insel und in Reutin Grundstücke frei werden, sprach sich auch OB Petra Seidl erneut für den Inselbahnhof mit Bahnhalt in Reutin aus.
In einem war sich Seidl zudem mit Bahnmanager Volker Hentschel einig: Die Lindauer sollen am 11. Dezember bitte zahlreich abstimmen. Danmit täten sich Befürworter und Gegner der Kombilösung einen Gefallen. Alle Beteiligten erhoffen sich ein klares Meinungsbild.
(Erschienen: 29.11.2011 17:30)
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Die Bahn AG legt die Entscheidung über den künftigen Standort des Bahnhofs in die Hände der Lindauer.
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