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Stadtnachrichten Lindau

Bahn drängt auf Abstimmung für oder gegen Reutin

Volker Hentschel von der DB Netz AG will nach wie vor eine Entscheidung in diesem Jahr
Volker Hentschel
Volker Hentschel (Foto: cf)

Von Dirk Augustin

Von Dirk AugustinLindau Lindau (dik) - Interessiert erwartet Volker Hentschel, was der Lindauer Stadtrat am kommenden Dienstag entscheiden wird. Der Manager der Bahntochter DB Netz hat den Stadträten bei der Klausurtagung am Montag Rede und Antwort gestanden. Im Gespräch mit der LZ berichtet Hentschel, dass er dabei die zentralen Anliegen der Bahn wiederholt habe. Denn bei aller Diskussion über den Kombibahnhof: Aus Sicht der DB AG ist das nur die zweitbeste Lösung. Ein neuer Bahnhof in Reutin und der Abbau aller Schienen auf der Insel wäre Hentschel lieber.

In diesem Zusammenhang versteht der Bahnmann die wieder aufflammende Diskussion um einen Reutinbahnhof mit Inselanbindung nicht. Hentschel sagt ganz deutlich, dass dies mit der Bahn AG nicht machbar sei. Und er erklärt auch warum: Zwar sei das technisch ebenso möglich wie die umgekehrte Kombilösung mit Inselbahnhof und Bahnhalt in Reutin. Aber wenn der große Bahnhof in Reutin und der kleine Bahnhalt auf der Insel wäre, würde es sehr viel teurer. Hentschel schließt das deshalb ebenso aus wie Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (siehe unten).

Grundlage sind die Berechnungen der Bahn, dass der Erhalt des Inselbahnhofs mit dem zugehörigen Gleisanlagen, Sanierung des Bahndamms und Bau eines neuen elektronischen Stellwerks für sie genauso teuer ist wie der Neubau eines Bahnhofs in Reutin. Nun sind als Ergänzung zum Inselbahnhof in Reutin nur kleinere Umbauten der Gleise und der Neubau von Bahnsteigen nötig, denn die Gleise zwischen Insel und Bregenz gibt es sowieso. Das aber wäre ganz anders, wenn als Ergänzung eines Reutiner Bahnhofs noch ein Zughalt auf der Insel nötig wäre. Hentschel spricht von Gleisen, Weichen, Signalen und der Sanierung des Bahndamms. Deshalb wäre diese Variante nach seiner Rechnung doppelt so teuer wie die jetzt diskutierte Kombilösung.

Jetzt hat die Stadt das Wort

„Das ist eine Entscheidung der Stadt“, will sich Hentschel aus der Diskussion der nächsten Wochen heraushalten. Lediglich mit Informationen wird er auf Wunsch dienlich sein. Er ist aber gespannt auf die Debatten und hofft, dass der Stadtrat nicht nur eine Entscheidung zur Kombilösung trifft, sondern sich auch zu Reutin äußert. „Ich hätte gern eine Antwort auf das Thema Reutin.“

Zugleich stellt Hentschel klar, dass die Debatte für ihn beendet ist, wenn der Stadtrat die Kombilösung beschließt und die Lindauer das beim Bürgerentscheid bestätigen. Dann hat die Bahn die bis zum Jahresende geforderte Entscheidung, auch wenn sie sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Sollte die Kombilösung am 11. Dezember aber durchfallen, dann hält sich Hentschel noch ein kleines Türchen offen. Bisher hatte er stets gesagt, dass die Bahn AG dann den Inselbahnhof planen werde. Grundsätzlich bleibe es auch dabei, meint er, formuliert aber: „Wir werden das Ergebnis interpretieren und dann entscheiden.“ Sprich: Zeichnet sich ein Bürgerbegehren für Reutin ab, könnte die Bahn noch ein oder zwei Monate länger warten.

(Erschienen: 20.10.2011 15:05)

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Die Bahn AG legt die Entscheidung über den künftigen Standort des Bahnhofs in die Hände der Lindauer.

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