Stadtnachrichten Lindau
Auch ein Pendelzug fährt nur unter Strom

„In Kürze werden die Strecken von Lindau nach München und Ulm elektrifiziert. Da ist es schwer zu erklären, wenn wir dann die bestehende Oberleitung von Reutin auf die Insel wieder abbauen würden“, teilte Zeil gestern mit. Ähnlich sieht es BEG-Vertreter Schulz: „Eine Dieselvariante werden wir sicher nicht bestellen. Das wäre ein großer Rückschritt.“ Schulz weist im Gespräch mit der LZ ausdrücklich darauf hin, dass Dieselloks nicht nur lauter sind als Elektroloks, sondern auch mehr Kohlendioxid und Feinstaub ausstoßen.
Schulz erklärt außerdem. dass eine Inselanbindung unter Diesel für die Stadt sicher billiger sei, weil sie weniger investieren müsste. Für den Freistaat käme das aber teurer, weil die Anbieter für jeden Kilometer beim Dieselbetrieb zwei Euro mehr bekommen als unter Strom. Deshalb würde der Aufsichtsrat in diesem Fall die Bestellung des Verkehrs sicher ablehnen, sagte Schulz.
Der BEG-Vertreter weist dabei darauf hin, dass CSU-OB-Kandidat Rainer Rothfuß irrt, wenn er behauptet, dass der Freistaat den Verkehr auf der Pendelstrecke bestellen und bezahlen muss, wenn die Stadt die Schienen auf die Insel erhält und einen Anbieter findet, der dort fährt. „Es gibt keine Verpflichtung, dass wir Züge bestellen. Das wird im Einzelfall entschieden.“ Schulz sieht aber tatsächlich Chancen, dass der Aufsichtsrat im Fall einer elektrifizierten Strecke sein Einverständnis gibt. Für die Kombilösung gibt es die Zustimmung des Gremiums schon, ebenso wie zuvor für eine zweiseitige Anbindung der Insel.
Minister Zeil schließt auf ausdrückliche Nachfrage der LZ nicht aus, dass der Freistaat seinen Zuschuss von 3,5 Millionen Euro, der für die Kombilösung fest zugesagt ist, auch für eine andere Form der Inselanbindung auf der Schiene gibt. Zeil weist darauf hin, dass Stadt Lindau, Bahn AG und Freistaat genau diese Variante im Sommer „einvernehmlich verworfen“ hätten, weil keine Finanzierung absehbar war. „Deshalb sehe ich keine Veranlassung, zum jetzigen Zeitpunkt über Zuschüsse für diese Variante zu debattieren.“ Zeil fordert die Stadt Lindau auf, „sich für eine Lösung zu entscheiden, die fahrplantechnisch und finanziell gesichert ist“.
„Wir stehen zu unserem Fahrplan“
Schulz nahm im Gespräch mit der LZ außerdem Stellung zu den verschiedenen Plänen über minutengenaue Fahrplanverbindungen in der Region, die in Lindau kursieren. Dabei verteidigt der BEG-Mitarbeiter grundsätzlich die von seinem Haus in Auftrag gegebenen Pläne für die Kombilösung. Er räumte aber ein, dass die unter hohem Zeitdruck entstanden und deshalb noch nicht komplett fertig seien. So komme es auch zu den Berichtigungen, die vor einer Woche mitgeteilt wurden. Abgesprochen mit den Kollegen in Baden-Württemberg sei auch der von Rothfuß bezweifelte durchgehende Neigetechnikzug von Kempten über Reutin, die Insel und weiter nach Friedrichshafen und Singen, die dieselbetrieben Fahrgäste in 23 Minuten von Reutin nach Friedrichshafen bringen werde. „Das ist die Planung aus Baden-Württemberg.“
Auch auf anderen Strecken bringe die Kombilösung Vorteile. Schulz räumte ein, dass Nur-Reutin in einigen Fällen einige Minuten Vorteil für Fahrgäste bringt, die nach Reutin wollen. Dem stünden aber viel größere Zeitverluste der Fahrgäste entge-gen, die auf die Insel wollen und im Fall von Nur-Reutin zum weitaus größten Teil umsteigen müssten. Schneller würden die Züge zwischen Bregenz und Friedrichshafen im übrigen nicht, wenn sie nicht den Umweg über die Insel fahren müssten, ergänzte Schulz. Denn die Abfahr- und Ankunftszeiten richteten sich in erster Linie nach den Knotenpunkten in Bregenz und Friedrichshafen. Vorarlberg und Baden-Württemberg aber würden wegen Lindau nicht ihre Fahrpläne umwerfen.
(Erschienen: 07.12.2011 19:35)

„In Kürze werden die Strecken von Lindau nach München und Ulm elektrifiziert. Da ist es schwer zu erklären, wenn wir dann die bestehende Oberleitung von Reutin auf die Insel wieder abbauen würden“, teilte Zeil gestern mit. Ähnlich sieht es BEG-Vertreter Schulz: „Eine Dieselvariante werden wir sicher nicht bestellen. Das wäre ein großer Rückschritt.“ Schulz weist im Gespräch mit der LZ ausdrücklich darauf hin, dass Dieselloks nicht nur lauter sind als Elektroloks, sondern auch mehr Kohlendioxid und Feinstaub ausstoßen.
Schulz erklärt außerdem. dass eine Inselanbindung unter Diesel für die Stadt sicher billiger sei, weil sie weniger investieren müsste. Für den Freistaat käme das aber teurer, weil die Anbieter für jeden Kilometer beim Dieselbetrieb zwei Euro mehr bekommen als unter Strom. Deshalb würde der Aufsichtsrat in diesem Fall die Bestellung des Verkehrs sicher ablehnen, sagte Schulz.
Der BEG-Vertreter weist dabei darauf hin, dass CSU-OB-Kandidat Rainer Rothfuß irrt, wenn er behauptet, dass der Freistaat den Verkehr auf der Pendelstrecke bestellen und bezahlen muss, wenn die Stadt die Schienen auf die Insel erhält und einen Anbieter findet, der dort fährt. „Es gibt keine Verpflichtung, dass wir Züge bestellen. Das wird im Einzelfall entschieden.“ Schulz sieht aber tatsächlich Chancen, dass der Aufsichtsrat im Fall einer elektrifizierten Strecke sein Einverständnis gibt. Für die Kombilösung gibt es die Zustimmung des Gremiums schon, ebenso wie zuvor für eine zweiseitige Anbindung der Insel.
Minister Zeil schließt auf ausdrückliche Nachfrage der LZ nicht aus, dass der Freistaat seinen Zuschuss von 3,5 Millionen Euro, der für die Kombilösung fest zugesagt ist, auch für eine andere Form der Inselanbindung auf der Schiene gibt. Zeil weist darauf hin, dass Stadt Lindau, Bahn AG und Freistaat genau diese Variante im Sommer „einvernehmlich verworfen“ hätten, weil keine Finanzierung absehbar war. „Deshalb sehe ich keine Veranlassung, zum jetzigen Zeitpunkt über Zuschüsse für diese Variante zu debattieren.“ Zeil fordert die Stadt Lindau auf, „sich für eine Lösung zu entscheiden, die fahrplantechnisch und finanziell gesichert ist“.
„Wir stehen zu unserem Fahrplan“
Schulz nahm im Gespräch mit der LZ außerdem Stellung zu den verschiedenen Plänen über minutengenaue Fahrplanverbindungen in der Region, die in Lindau kursieren. Dabei verteidigt der BEG-Mitarbeiter grundsätzlich die von seinem Haus in Auftrag gegebenen Pläne für die Kombilösung. Er räumte aber ein, dass die unter hohem Zeitdruck entstanden und deshalb noch nicht komplett fertig seien. So komme es auch zu den Berichtigungen, die vor einer Woche mitgeteilt wurden. Abgesprochen mit den Kollegen in Baden-Württemberg sei auch der von Rothfuß bezweifelte durchgehende Neigetechnikzug von Kempten über Reutin, die Insel und weiter nach Friedrichshafen und Singen, die dieselbetrieben Fahrgäste in 23 Minuten von Reutin nach Friedrichshafen bringen werde. „Das ist die Planung aus Baden-Württemberg.“
Auch auf anderen Strecken bringe die Kombilösung Vorteile. Schulz räumte ein, dass Nur-Reutin in einigen Fällen einige Minuten Vorteil für Fahrgäste bringt, die nach Reutin wollen. Dem stünden aber viel größere Zeitverluste der Fahrgäste entge-gen, die auf die Insel wollen und im Fall von Nur-Reutin zum weitaus größten Teil umsteigen müssten. Schneller würden die Züge zwischen Bregenz und Friedrichshafen im übrigen nicht, wenn sie nicht den Umweg über die Insel fahren müssten, ergänzte Schulz. Denn die Abfahr- und Ankunftszeiten richteten sich in erster Linie nach den Knotenpunkten in Bregenz und Friedrichshafen. Vorarlberg und Baden-Württemberg aber würden wegen Lindau nicht ihre Fahrpläne umwerfen.
(Erschienen: 07.12.2011 19:35)
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