Stadtnachrichten Lindau
Angell-Demmel ist pleite
Die derzeit anziehende Konjunktur in der Automobilbranche hat zu einer stark steigenden Kundennachfrage bei der Angell-Demmel Europe GmbH geführt. Die notwendigen Kapazitätssteigerungen konnten nur durch die kurzfristige Akquisition von Zeitarbeitern kompensiert werden. Aufgrund der komplexen Kundenanforderungen konnte dabei das bisherige hohe Qualitätsniveau nicht beibehalten werden. Erhebliche Ausschussquoten in der Produktion waren die Folge und belasteten entsprechend das Ergebnis.
Dennoch sieht die Geschäftsführung der Angell-Demmel Europe GmbH gute Chancen, das Unternehmen zu erhalten. „Wir haben mit 70 Prozent Marktanteil bei unseren Kunden in Deutschland eine besondere Schlüsselposition. Die Nachfrage ist hervorragend. Es muss uns aber im Rahmen einer Sanierung gelingen, die Prozesse effizienter zu gestalten und unser Personal stärker zu qualifizieren“, so Franz-Holger Woitowitz, Geschäftsführer der Angell-Demmel Europe GmbH. „Sofern das Unternehmen erhalten bleibt, bestehen unsererseits keinerlei Absichten, Stammarbeitsplätze abzubauen.“
Auch der Eigentümer der Sellner Group, Equivest steht zu der Tochtergesellschaft der Sellner Group. „Als wir mit der Sellner Group bei Angell-Demmel Europe im Krisenjahr 2009 eingestiegen sind, waren wir - wie bei allen unseren Investments - an einem langfristigen Engagement interessiert. Von unserer Seite würden, sofern alle Gläubiger eine Sanierung unterstützen, auch Beiträge zur Fortführung des Unternehmens erbracht“, so Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg von Equivest.
In den letzten Wochen hat es intensive Bemühungen zusammen mit den Banken und den Kunden BMW, Audi/VW und Daimler eine tragfähige Lösung zu entwickeln, die allerdings gescheitert sind. Gesellschafter der Angell-Demmel Europe GmbH ist die Sellner Group in Neuendettelsau mit 60 Prozent der Anteile sowie die DAHH mit 40 Prozent der Anteile. Die DAHH hält die Anteile der ehemaligen Mehrheitsgesellschafter. Der CEO der Sellner Holding, Werner Renzel betont, dass die Insolvenz keinen unmittelbaren Einfluss auf die Sellner Group hat. „Von dieser Entwicklung sind die Angell-Demmel-Gesellschaften in den USA und in China nicht getroffen“, so ergänzt er.
Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wird nun kurzfristig durch das Insolvenzgericht bestellt. Erst in Abstimmung mit ihm können die Sanierungsperspektiven konkret besprochen werden. Als wichtigste Aufgabe sieht es die Geschäftsführung an, die laufende Produktion zu finanzieren, um die Lieferfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten.
Hintergrund
Die Angell-Demmel Europe GmbH produziert mit rund 700 Mitarbeitern in Lindau und im österreichischen Kennelbach Aluminiumzierteile für die Automobilindustrie. Das Unternehmen ist Marktführer für Echtmetall-Applikationen im Automobilbereich. Seit 2009 gehört das Unternehmen zu 60 Prozent zur Sellner Holding GmbH.
(Erschienen: 02.09.2010 15:45)
Die derzeit anziehende Konjunktur in der Automobilbranche hat zu einer stark steigenden Kundennachfrage bei der Angell-Demmel Europe GmbH geführt. Die notwendigen Kapazitätssteigerungen konnten nur durch die kurzfristige Akquisition von Zeitarbeitern kompensiert werden. Aufgrund der komplexen Kundenanforderungen konnte dabei das bisherige hohe Qualitätsniveau nicht beibehalten werden. Erhebliche Ausschussquoten in der Produktion waren die Folge und belasteten entsprechend das Ergebnis.
Dennoch sieht die Geschäftsführung der Angell-Demmel Europe GmbH gute Chancen, das Unternehmen zu erhalten. „Wir haben mit 70 Prozent Marktanteil bei unseren Kunden in Deutschland eine besondere Schlüsselposition. Die Nachfrage ist hervorragend. Es muss uns aber im Rahmen einer Sanierung gelingen, die Prozesse effizienter zu gestalten und unser Personal stärker zu qualifizieren“, so Franz-Holger Woitowitz, Geschäftsführer der Angell-Demmel Europe GmbH. „Sofern das Unternehmen erhalten bleibt, bestehen unsererseits keinerlei Absichten, Stammarbeitsplätze abzubauen.“
Auch der Eigentümer der Sellner Group, Equivest steht zu der Tochtergesellschaft der Sellner Group. „Als wir mit der Sellner Group bei Angell-Demmel Europe im Krisenjahr 2009 eingestiegen sind, waren wir - wie bei allen unseren Investments - an einem langfristigen Engagement interessiert. Von unserer Seite würden, sofern alle Gläubiger eine Sanierung unterstützen, auch Beiträge zur Fortführung des Unternehmens erbracht“, so Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg von Equivest.
In den letzten Wochen hat es intensive Bemühungen zusammen mit den Banken und den Kunden BMW, Audi/VW und Daimler eine tragfähige Lösung zu entwickeln, die allerdings gescheitert sind. Gesellschafter der Angell-Demmel Europe GmbH ist die Sellner Group in Neuendettelsau mit 60 Prozent der Anteile sowie die DAHH mit 40 Prozent der Anteile. Die DAHH hält die Anteile der ehemaligen Mehrheitsgesellschafter. Der CEO der Sellner Holding, Werner Renzel betont, dass die Insolvenz keinen unmittelbaren Einfluss auf die Sellner Group hat. „Von dieser Entwicklung sind die Angell-Demmel-Gesellschaften in den USA und in China nicht getroffen“, so ergänzt er.
Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wird nun kurzfristig durch das Insolvenzgericht bestellt. Erst in Abstimmung mit ihm können die Sanierungsperspektiven konkret besprochen werden. Als wichtigste Aufgabe sieht es die Geschäftsführung an, die laufende Produktion zu finanzieren, um die Lieferfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten.
Hintergrund
Die Angell-Demmel Europe GmbH produziert mit rund 700 Mitarbeitern in Lindau und im österreichischen Kennelbach Aluminiumzierteile für die Automobilindustrie. Das Unternehmen ist Marktführer für Echtmetall-Applikationen im Automobilbereich. Seit 2009 gehört das Unternehmen zu 60 Prozent zur Sellner Holding GmbH.
(Erschienen: 02.09.2010 15:45)
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