Rund um Lindau
Weißensberg will Raser zur Vernunft bringen

Das Problem ist alt: Weißensberg ist von vielen Verkehrsadern durchzogen. Die Anwohner der LI 2, LI 6, B 31, b 12 und der Staatsstraße 320 leiden seit vielen Jahren unter der zunehmenden Lärm- und Verkehrsbelastung. Damit einher geht auch die Angst der Bürger um die eigene Sicherheit und um die der Kinder. Denn nicht selten fahren die Verkehrsteilnehmer rücksichtslos und zu schnell.
Beispielsweise „brettern täglich Laster viel zu schnell durch Rothkreuz“, berichtet Bürgermeister Hans Kern, der versichert, dass die Gemeinde in der Vergangenheit immer wieder überlegt habe, wie sie die Situation verbessern kann. Die Anregungen der Verkehrsinitiative und der Bürger nehme man ernst. „Ich habe erst kürzlich nochmals im Innenministerium nachgefragt, ob wir im Gemeindegebiet einen fest installierten Blitzer aufstellen können“, so der Gemeindechef auf Nachfrage der LZ. Doch das lassen die bayerischen Gesetze nicht zu.
Nun hat Weißensberg mit der Stadt Mindelheim Kontakt aufgenommen, die in über 70 Kommunen den Verkehr überwacht. So auch in Hergatz, wo Bürgermeister Uwe Giebel gute Erfahrungen gemacht hat, wie Kern berichtet. Dort hätten mobile Radarfallen relativ schnell dafür gesorgt, dass die Verkehrsteilnehmer in angemessenem Tempo durch den Ort fahren. Und genau das will Weißensberg erreichen. Dem Gemeinderat schwebt vor, dass die „Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft“ monatlich zehn Stunden quer im Verbreitungsgebiet die Geschwindigkeit misst. Das würde sich die Gemeinde rund 15.000 Euro pro Jahr kosten lassen.
Joachim Wiese (Freie Bürger) und Christian Heiling (CSU) begrüßten die Idee. „Ich hoffe, dass wir damit die Raser zur Vernunft bringen“, formulierte es Heiling. Werner Günthör (Freie Wähler) äußerte Bedenken, dass die ganze Aktion in Richtung Abzocke gehen könnte. „Kann man denn Schilder aufstellen, dass im gesamten Ortsgebiet geblitzt wird?“, fragte er. Ein Gedanke den Wiese nicht verstehen konnte: „Das Gesetz regelt deutlich die Geschwindigkeit. Ich finde nicht, dass man dann von Abzocke sprechen kann.“
Nun liegt es an der Stadt Mindelheim, ob sie eine Vereinbarung mit Weißensberg treffen will. Sollte der Mindelheimer Stadtrat positiv entscheiden, muss das Landratsamt den Vertrag prüfen. Erst dann können sich die Weißensberger Gemeindevertreter überlegen, an welchen Stellen geblitzt werden soll. Schlussendlich suchen Polizei und ein Techniker des Dienstleisters Messpunkte aus.
(Erschienen: 12.03.2010 12:55)

Das Problem ist alt: Weißensberg ist von vielen Verkehrsadern durchzogen. Die Anwohner der LI 2, LI 6, B 31, b 12 und der Staatsstraße 320 leiden seit vielen Jahren unter der zunehmenden Lärm- und Verkehrsbelastung. Damit einher geht auch die Angst der Bürger um die eigene Sicherheit und um die der Kinder. Denn nicht selten fahren die Verkehrsteilnehmer rücksichtslos und zu schnell.
Beispielsweise „brettern täglich Laster viel zu schnell durch Rothkreuz“, berichtet Bürgermeister Hans Kern, der versichert, dass die Gemeinde in der Vergangenheit immer wieder überlegt habe, wie sie die Situation verbessern kann. Die Anregungen der Verkehrsinitiative und der Bürger nehme man ernst. „Ich habe erst kürzlich nochmals im Innenministerium nachgefragt, ob wir im Gemeindegebiet einen fest installierten Blitzer aufstellen können“, so der Gemeindechef auf Nachfrage der LZ. Doch das lassen die bayerischen Gesetze nicht zu.
Nun hat Weißensberg mit der Stadt Mindelheim Kontakt aufgenommen, die in über 70 Kommunen den Verkehr überwacht. So auch in Hergatz, wo Bürgermeister Uwe Giebel gute Erfahrungen gemacht hat, wie Kern berichtet. Dort hätten mobile Radarfallen relativ schnell dafür gesorgt, dass die Verkehrsteilnehmer in angemessenem Tempo durch den Ort fahren. Und genau das will Weißensberg erreichen. Dem Gemeinderat schwebt vor, dass die „Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft“ monatlich zehn Stunden quer im Verbreitungsgebiet die Geschwindigkeit misst. Das würde sich die Gemeinde rund 15.000 Euro pro Jahr kosten lassen.
Joachim Wiese (Freie Bürger) und Christian Heiling (CSU) begrüßten die Idee. „Ich hoffe, dass wir damit die Raser zur Vernunft bringen“, formulierte es Heiling. Werner Günthör (Freie Wähler) äußerte Bedenken, dass die ganze Aktion in Richtung Abzocke gehen könnte. „Kann man denn Schilder aufstellen, dass im gesamten Ortsgebiet geblitzt wird?“, fragte er. Ein Gedanke den Wiese nicht verstehen konnte: „Das Gesetz regelt deutlich die Geschwindigkeit. Ich finde nicht, dass man dann von Abzocke sprechen kann.“
Nun liegt es an der Stadt Mindelheim, ob sie eine Vereinbarung mit Weißensberg treffen will. Sollte der Mindelheimer Stadtrat positiv entscheiden, muss das Landratsamt den Vertrag prüfen. Erst dann können sich die Weißensberger Gemeindevertreter überlegen, an welchen Stellen geblitzt werden soll. Schlussendlich suchen Polizei und ein Techniker des Dienstleisters Messpunkte aus.
(Erschienen: 12.03.2010 12:55)
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