Rund um Lindau
Mure bedroht in Lochau eine ganze Siedlung
Der ORF berichtete gestern, dass im gesamten Bereich des Pfändermassivs gleich mehrere Muren abgegangen waren. Am schwersten getroffen war Lochau, wo sich der Hang hinter der Wohnanlage „Neue Schanze“ in Bewegung setzte. Als die Erdmassen immer massiver gegen die Siedlung drückten, mussten die Behörden alle rund 70 Bewohner evakuieren. Um den Hang zu entlasten, wurden schnell einige Bäume gefällt. Deren Abtransport gestaltete sich aber schwierig. Der ORF berichtet, sie mussten per Helikopter weggebracht werden. „Mit schwerem Gerät besteht derzeit kein Zugang ins Gelände“, sagte der zuständige Landesrat Erich Schwärzler.
Bis gestern zum frühen Abend war unklar, wann die Menschen wieder in ihre Wohnungen zurück konnten. Auch die Straße zwischen Bregenz und Lochau und weiter nach Lindau, die genau unterhalb der Wohnanlage verläuft, war über Stunden gesperrt. Am frühen Nachmittag waren weitere Muren auf die Fahrbahn abgegangen. Weitere Erdrutsche gab es in Bregenz, unter anderem im Stadtteil Fluh. Gegen Mittag brach der Verkehr in Bregenz komplett zusammen. Auch die Pfänderstraße wurde gesperrt. Sie wurde stark unterspült, die Fahrbahn drohte an vielen Stellen abzubrechen.
Wegen der Überschwemmungen war gestern Vormittag auch die Bahnstrecke Lindau-Bregenz über Stunden gesperrt. Ab 12 Uhr gaben die Behörden den Zugverkehr wieder frei, die Züge mussten in Lochau direkt am See ihr Tempo aber deutlich verringern. Gegen Mittag brach der Verkehr in Bregenz komplett zusammen. Auch die Pfänderstraße wurde gesperrt. Sie wurde stark unterspült, die Fahrbahn drohte an vielen Stellen abzubrechen.
Die Sperre von Bahnstrecke und L 190 erschwerte die Rettungsarbeiten in Lochau, weil das Leiblachtal zeitweise von österreichischer Seite aus kaum zu erreichen war. Die Polizei warnte vor „gefährlichen Situationen“ und bat die Bevölkerung zu Hause zu bleiben. Die Behörden baten dringend darum, die Autos stehen zu lassen.
Verantwortlich für das Unwetter war eine Gewitterzelle, die seit der Nacht über Stunden über dem Pfänder stand. Die Pegel der Bäche und Flüsse stiegen bedrohlich. Nachts erreichte die Leiblach zeitweise fast die Marke eines hundertjährlichen Hochwassers. Es hätten nur noch zehn Zentimeter gefehlt, dann wäre die Leiblach in Hörbranz über die Ufer gegangen, schildert Vize-Bürgermeisterin Petra Srienz. Die Abflussmenge lag nachts nach Behördenangaben bei 140 Kubikmetern pro Sekunde, gestern Morgen waren es nur noch 60 Kubikmeter pro Sekunde.
In Möggers trat der Riedbach über die Ufer und spülte unter anderem ein Auto aus einer Garage. Schwer getroffen war auch die Gemeinde Langen bei Bregenz. Weil Zufahrtsstraßen gesperrt werden mussten, war der Ort über Stunden überhaupt nicht zu erreichen. Die Rotache überflutete die Kläranlage und füllte die Klärbecken mit Schlamm. Wegen der Regenmengen war das Wasser gestern stark verdünnt, so dass keine Gefahr bestand. Jetzt arbeiten die Behörden an einem Provisorium.
Überschwemmt wurde auch das Seehotel am Kaiserstrand in Lochau. Wenige Wochen nach der Eröffnung drang Wasser ins Hotel. Wie groß der Schaden ist, könne sie noch nicht abschätzen, sagte Hoteldirektorin Marina Albasini: „Das Wasser kam sintflutartig.“
(Erschienen: 27.07.2010 19:20)
Der ORF berichtete gestern, dass im gesamten Bereich des Pfändermassivs gleich mehrere Muren abgegangen waren. Am schwersten getroffen war Lochau, wo sich der Hang hinter der Wohnanlage „Neue Schanze“ in Bewegung setzte. Als die Erdmassen immer massiver gegen die Siedlung drückten, mussten die Behörden alle rund 70 Bewohner evakuieren. Um den Hang zu entlasten, wurden schnell einige Bäume gefällt. Deren Abtransport gestaltete sich aber schwierig. Der ORF berichtet, sie mussten per Helikopter weggebracht werden. „Mit schwerem Gerät besteht derzeit kein Zugang ins Gelände“, sagte der zuständige Landesrat Erich Schwärzler.
Bis gestern zum frühen Abend war unklar, wann die Menschen wieder in ihre Wohnungen zurück konnten. Auch die Straße zwischen Bregenz und Lochau und weiter nach Lindau, die genau unterhalb der Wohnanlage verläuft, war über Stunden gesperrt. Am frühen Nachmittag waren weitere Muren auf die Fahrbahn abgegangen. Weitere Erdrutsche gab es in Bregenz, unter anderem im Stadtteil Fluh. Gegen Mittag brach der Verkehr in Bregenz komplett zusammen. Auch die Pfänderstraße wurde gesperrt. Sie wurde stark unterspült, die Fahrbahn drohte an vielen Stellen abzubrechen.
Wegen der Überschwemmungen war gestern Vormittag auch die Bahnstrecke Lindau-Bregenz über Stunden gesperrt. Ab 12 Uhr gaben die Behörden den Zugverkehr wieder frei, die Züge mussten in Lochau direkt am See ihr Tempo aber deutlich verringern. Gegen Mittag brach der Verkehr in Bregenz komplett zusammen. Auch die Pfänderstraße wurde gesperrt. Sie wurde stark unterspült, die Fahrbahn drohte an vielen Stellen abzubrechen.
Die Sperre von Bahnstrecke und L 190 erschwerte die Rettungsarbeiten in Lochau, weil das Leiblachtal zeitweise von österreichischer Seite aus kaum zu erreichen war. Die Polizei warnte vor „gefährlichen Situationen“ und bat die Bevölkerung zu Hause zu bleiben. Die Behörden baten dringend darum, die Autos stehen zu lassen.
Verantwortlich für das Unwetter war eine Gewitterzelle, die seit der Nacht über Stunden über dem Pfänder stand. Die Pegel der Bäche und Flüsse stiegen bedrohlich. Nachts erreichte die Leiblach zeitweise fast die Marke eines hundertjährlichen Hochwassers. Es hätten nur noch zehn Zentimeter gefehlt, dann wäre die Leiblach in Hörbranz über die Ufer gegangen, schildert Vize-Bürgermeisterin Petra Srienz. Die Abflussmenge lag nachts nach Behördenangaben bei 140 Kubikmetern pro Sekunde, gestern Morgen waren es nur noch 60 Kubikmeter pro Sekunde.
In Möggers trat der Riedbach über die Ufer und spülte unter anderem ein Auto aus einer Garage. Schwer getroffen war auch die Gemeinde Langen bei Bregenz. Weil Zufahrtsstraßen gesperrt werden mussten, war der Ort über Stunden überhaupt nicht zu erreichen. Die Rotache überflutete die Kläranlage und füllte die Klärbecken mit Schlamm. Wegen der Regenmengen war das Wasser gestern stark verdünnt, so dass keine Gefahr bestand. Jetzt arbeiten die Behörden an einem Provisorium.
Überschwemmt wurde auch das Seehotel am Kaiserstrand in Lochau. Wenige Wochen nach der Eröffnung drang Wasser ins Hotel. Wie groß der Schaden ist, könne sie noch nicht abschätzen, sagte Hoteldirektorin Marina Albasini: „Das Wasser kam sintflutartig.“
(Erschienen: 27.07.2010 19:20)
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