Rund um Lindau
Ehemaliger Schüler erhebt massive Vorwürfe
Der heute 57-jährige Interviewte war in der Zeit zwischen 1964 und 1972 in Mehrerau. Er möchte anonym bleiben. Im ORF-Interview spricht er über seine Schuljahre im Kloster Mehrerau in Bregenz. Seine Unattraktivität habe den Pater davon abgehalten, sich an ihm zu vergehen, so der ehemalige Mehrerau-Schüler. Gut ein Drittel seiner Mitschüler hätten aber genau in das Beuteschema des Paters gepasst.
Der Pater sei über Nacht vom Kloster Birnau nach Mehrerau versetzt worden, so der heute 57-Jährige. Grund für die Versetzung seien sexuelle Missbräuche an Kindern gewesen. Der Pater sei als Präfekt bei den Erstklässlern eingesetzt worden. Als ein betroffener Bub aus Tirol sein Schweigen gebrochen habe, hätten auch andere vom Missbrauch durch den Pater erzählt, so der ehemalige Schüler. Daraufhin sei die halbe Klasse zum Abt gegangen. Abt Lauterer sei vor die Schüler getreten und habe „man muss fast sagen uns befohlen“, darüber den Eltern kein Wort zu sagen, also volles Stillschweigen zu bewahren.
Eine psychologische Unterstützung für die Kinder habe es damals nicht gegeben, so der Mann. Man habe den Kindern damals sozusagen ein Gelübde abgefordert. Darüber zu sprechen sei damals unmöglich gewesen. Die Macht des Klosters Mehrerau und überhaupt dieser ganzen Institution Kirche sei so groß gewesen. Das ganze Leben hätte man darunter zu leiden gehabt und wäre von allen Seiten angefeindet worden.
Keine Stellungnahme von Lauterer
Lauterer wollte gestern keine Stellungnahme abgeben. Er war ab dem Jahr 1968 Abt des Klosters Mehrerau und trat im Jänner 2009 im Alter von 75 Jahren ab. Am Montag war bekanntgeworden, dass ein Zisterzienserpater des Bregenzer Klosters Mehrerau vor Jahren Jugendliche missbraucht haben soll. Eine entsprechende Anzeige hat die Staatsanwaltschaft in Feldkirch im Jahr 2004 erhalten. War am Montag noch von einem Missbrauchsfall jenes Priesters die Rede, so liegt die Zahl der Opfer im Kloster Mehrerau mittlerweile bei zehn.
Dabei handelte es sich um Schüler zwischen 13 und 15 Jahren, die der Pater zwischen 1970 und 1982 sexuell missbraucht habe. Der geständige verdächtige Ordensmann wurde damals nach Tirol versetzt und übte seither das Priesteramt aus. Nun wurde der 74-Jährige beurlaubt.
(Erschienen: 11.03.2010 18:20)
Der heute 57-jährige Interviewte war in der Zeit zwischen 1964 und 1972 in Mehrerau. Er möchte anonym bleiben. Im ORF-Interview spricht er über seine Schuljahre im Kloster Mehrerau in Bregenz. Seine Unattraktivität habe den Pater davon abgehalten, sich an ihm zu vergehen, so der ehemalige Mehrerau-Schüler. Gut ein Drittel seiner Mitschüler hätten aber genau in das Beuteschema des Paters gepasst.
Der Pater sei über Nacht vom Kloster Birnau nach Mehrerau versetzt worden, so der heute 57-Jährige. Grund für die Versetzung seien sexuelle Missbräuche an Kindern gewesen. Der Pater sei als Präfekt bei den Erstklässlern eingesetzt worden. Als ein betroffener Bub aus Tirol sein Schweigen gebrochen habe, hätten auch andere vom Missbrauch durch den Pater erzählt, so der ehemalige Schüler. Daraufhin sei die halbe Klasse zum Abt gegangen. Abt Lauterer sei vor die Schüler getreten und habe „man muss fast sagen uns befohlen“, darüber den Eltern kein Wort zu sagen, also volles Stillschweigen zu bewahren.
Eine psychologische Unterstützung für die Kinder habe es damals nicht gegeben, so der Mann. Man habe den Kindern damals sozusagen ein Gelübde abgefordert. Darüber zu sprechen sei damals unmöglich gewesen. Die Macht des Klosters Mehrerau und überhaupt dieser ganzen Institution Kirche sei so groß gewesen. Das ganze Leben hätte man darunter zu leiden gehabt und wäre von allen Seiten angefeindet worden.
Keine Stellungnahme von Lauterer
Lauterer wollte gestern keine Stellungnahme abgeben. Er war ab dem Jahr 1968 Abt des Klosters Mehrerau und trat im Jänner 2009 im Alter von 75 Jahren ab. Am Montag war bekanntgeworden, dass ein Zisterzienserpater des Bregenzer Klosters Mehrerau vor Jahren Jugendliche missbraucht haben soll. Eine entsprechende Anzeige hat die Staatsanwaltschaft in Feldkirch im Jahr 2004 erhalten. War am Montag noch von einem Missbrauchsfall jenes Priesters die Rede, so liegt die Zahl der Opfer im Kloster Mehrerau mittlerweile bei zehn.
Dabei handelte es sich um Schüler zwischen 13 und 15 Jahren, die der Pater zwischen 1970 und 1982 sexuell missbraucht habe. Der geständige verdächtige Ordensmann wurde damals nach Tirol versetzt und übte seither das Priesteramt aus. Nun wurde der 74-Jährige beurlaubt.
(Erschienen: 11.03.2010 18:20)
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