Nachrichten Friedrichshafen
Wolfgang Niedecken schlägt im Bahnhof Fischbach ruhige Töne an
Von unserem Redakteur Ralf Schäfer
Am Telefon macht Wolfgang Niedecken den von ihm bekannten und sehr sympatischen ausgeglichenen Eindruck. „Spaßprojekt“ nennt er die Nummer, die aus einem Zufall heraus entstanden ist. Zum Geburtstag der taz sollte Niedecken im April vergangenen Jahres einige Songs spielen, als Begleiterin hatte Wolfgang Niedecken die Geigerin der Gruppe Rosenstolz, Anne de Wolff, ausgesucht.
Anne de Wolff ist bei vielen BAP Konzerten ein gern gesehener Gast, stand vergangenes Jahr in Meersburg mit auf der Bühne und kommt „auch schon mal nach Zürich gejettet, wenn wir da spielen und ihre Band einen Tag Pause hat. Darüber freue ich mich total, Anne spielt spontan mit, weil sie gerne Musik macht", erzählt Niedecken und schwärmt von dem Entstehen des Soloprojektes namens „Songs aus Köln, Berlin, New York un Jottweißwo“, das in besagter Nacht in Berlin entstanden ist. Neben Anne de Wolff war damals auch Rhani Krija als Mann an den Percussions dabei. Wolfgang Niedecken hatte ihn angerufen und beiläufig erzählt, dass er in Berlin zusammen mit Anne spielt. Rhani kam vorbei und die Band für dieses „Spaßprojekt“ war geboren.
Drei Stunden Programm sind aus dieser Nacht entstanden, die Stücke stammen von Leonard Cohen, natürlich von Bob Dylan, dem Niedecken nicht nur das Leopardefell-Projekt, sondern weit mehr widmete und verdankt.
„Du glaubst gar nicht, was dieser Dylan, der immer als muffig gilt, für ein netter alter Herr ist. Das ist eine Ehre, mit ihm zu spielen“. Andere Songs stammen von Bruce Springsteen, mit dem Niedecken ebenfalls gespielt hat -- in Berlin damals für die Aufnahmen zum „Hungry-Heart-Video“. „Damals stand die Anne am Prenzlauer Berg und hat sich wohl gewundert, was in der Kneipe da los war, heute ist sie mit von der Partie“ -- die Welt ist klein und Musik verbindet. Ehrfurchtsvoll erzählt Wolfgang Niedecken über die Songs, die er spielen wird, ein paar BAP-Stücke sind auch dabei, nicht aber „Verdamp lang her“. In Verteidigungshaltung meint der BAP-Chef: „Nicht weil ich das Stück nicht mag, es gehört einfach nicht zu diesem Abend.“
Diesen Abend, den gibt es im Bahnhof Fischbach am Sonntag, 14. März, um 20 Uhr und der wird gemütlich, so Wolfgang Niedecken. Bei der Setliste für die Tour mit Anne und Rhani haben wir uns an den Titel gehalten, der genauso zufällig entstanden ist, wie das ganze Projekt -- Songs aus Köln, Berlin, New York un Jottweißwo“. Ein Song -- „Its a dream“ -- ist von Neil Young dabei. Den bewundert Wolfgang Niedecken ebenfalls, würde ihn gerne mal kennen lernen. Das Stück hat Young auf der Platte Prairie Wind veröffentlicht und kurz vor seiner Operation an einem Gehirntumor eingespielt. „Das ist doch Wahnsinn, der wusste ja nicht mal, ob er lebend wieder vom Tisch kommt“, Hochachtung klingt aus Niedeckens Worten und die machen Lust auf den Abend. Von BAP selbst gibt es an bekannten Stücken allenfalls „Jupp“ oder „Novembermorje“.
Das „Spaßprojekt“ findet in der BAP-Pause statt, ist für Wolfgang Niedecken aber nicht minder wichtig. „Ich mach Musik, weil es mir Spaß macht und das auch in den BAP-Pausen. Ich brauch' nicht alle fünf Jahre ein Comeback zu feiern, das ist albern.“ Im Nebensatz fällt beiläufig der Name Herbert Grönemeyer, lässt sich der Kölner Rockmusiker über „Luxusprobleme“,„Aufnahmewünsche“ und andere Dinge aus.
Bei der Instrumentierung darf man gespannt sein auf Neues, auf einen ganz besonderen Sound. Anne de Wolff ist als Geigerin bekannt aus Rosenstolz, spielt aber auch viele andere Dinge. „Einmal hab ich gemeint, für ein Stück eine Mandoline brauchen zu können“, erzählt Wolfgang Niedecken. Anne holte eine heraus und spielte darauf. Wie auch auf einem Akkordeon oder einem Beatles-Bass. Den bringt sie an diesem Abend mit in den Bahnhof.
Und Rhani Krija, dessen musikalischer Weg von traditioneller marrokanischer Musik über Jazz bei Herbie Hankock und anderen hin zu Sting und Prince geführt hat, wird sich um den nötigen Rhythmus kümmern. Er bedient alle Arten des Percussion-Instrumentarium und zaubert darauf wie selten ein anderer.
Ob die Tour mit diesen Songs irgendwann mal aufgenommen wird, als Platte erscheint, weiß Niedecken noch nicht. Ob das Konzert zur Pandora-Tour auf Vinyl erscheint, auch nicht. Wäre aber wünschenswert. Ebenso wünschenswert, wie ein Tondokument dieses bevorstehenden Abends zu haben, den man auch als Nichtkenner der kölschen Töne genießen kann und der für BAP- wie für Rockmusik-Fans ein Muss darstellt.
Der Abend mit den Songs vom Unterwegssein, vom Leben und von Sehnsüchten, mit eingekölschten Songs von Lou Reed, Bob Dylan, Bruce Springsteen, Neil Young, BAP und anderen, beginnt am Sonntag um 20 Uhr im Bahnhof Fischbach. Einlass in die Halle ist ab 19.30 Uhr. Unser Tipp: unbedingt besuchen.
(Erschienen: 10.03.2010 19:35)
Von unserem Redakteur Ralf Schäfer
Am Telefon macht Wolfgang Niedecken den von ihm bekannten und sehr sympatischen ausgeglichenen Eindruck. „Spaßprojekt“ nennt er die Nummer, die aus einem Zufall heraus entstanden ist. Zum Geburtstag der taz sollte Niedecken im April vergangenen Jahres einige Songs spielen, als Begleiterin hatte Wolfgang Niedecken die Geigerin der Gruppe Rosenstolz, Anne de Wolff, ausgesucht.
Anne de Wolff ist bei vielen BAP Konzerten ein gern gesehener Gast, stand vergangenes Jahr in Meersburg mit auf der Bühne und kommt „auch schon mal nach Zürich gejettet, wenn wir da spielen und ihre Band einen Tag Pause hat. Darüber freue ich mich total, Anne spielt spontan mit, weil sie gerne Musik macht", erzählt Niedecken und schwärmt von dem Entstehen des Soloprojektes namens „Songs aus Köln, Berlin, New York un Jottweißwo“, das in besagter Nacht in Berlin entstanden ist. Neben Anne de Wolff war damals auch Rhani Krija als Mann an den Percussions dabei. Wolfgang Niedecken hatte ihn angerufen und beiläufig erzählt, dass er in Berlin zusammen mit Anne spielt. Rhani kam vorbei und die Band für dieses „Spaßprojekt“ war geboren.
Drei Stunden Programm sind aus dieser Nacht entstanden, die Stücke stammen von Leonard Cohen, natürlich von Bob Dylan, dem Niedecken nicht nur das Leopardefell-Projekt, sondern weit mehr widmete und verdankt.
„Du glaubst gar nicht, was dieser Dylan, der immer als muffig gilt, für ein netter alter Herr ist. Das ist eine Ehre, mit ihm zu spielen“. Andere Songs stammen von Bruce Springsteen, mit dem Niedecken ebenfalls gespielt hat -- in Berlin damals für die Aufnahmen zum „Hungry-Heart-Video“. „Damals stand die Anne am Prenzlauer Berg und hat sich wohl gewundert, was in der Kneipe da los war, heute ist sie mit von der Partie“ -- die Welt ist klein und Musik verbindet. Ehrfurchtsvoll erzählt Wolfgang Niedecken über die Songs, die er spielen wird, ein paar BAP-Stücke sind auch dabei, nicht aber „Verdamp lang her“. In Verteidigungshaltung meint der BAP-Chef: „Nicht weil ich das Stück nicht mag, es gehört einfach nicht zu diesem Abend.“
Diesen Abend, den gibt es im Bahnhof Fischbach am Sonntag, 14. März, um 20 Uhr und der wird gemütlich, so Wolfgang Niedecken. Bei der Setliste für die Tour mit Anne und Rhani haben wir uns an den Titel gehalten, der genauso zufällig entstanden ist, wie das ganze Projekt -- Songs aus Köln, Berlin, New York un Jottweißwo“. Ein Song -- „Its a dream“ -- ist von Neil Young dabei. Den bewundert Wolfgang Niedecken ebenfalls, würde ihn gerne mal kennen lernen. Das Stück hat Young auf der Platte Prairie Wind veröffentlicht und kurz vor seiner Operation an einem Gehirntumor eingespielt. „Das ist doch Wahnsinn, der wusste ja nicht mal, ob er lebend wieder vom Tisch kommt“, Hochachtung klingt aus Niedeckens Worten und die machen Lust auf den Abend. Von BAP selbst gibt es an bekannten Stücken allenfalls „Jupp“ oder „Novembermorje“.
Das „Spaßprojekt“ findet in der BAP-Pause statt, ist für Wolfgang Niedecken aber nicht minder wichtig. „Ich mach Musik, weil es mir Spaß macht und das auch in den BAP-Pausen. Ich brauch' nicht alle fünf Jahre ein Comeback zu feiern, das ist albern.“ Im Nebensatz fällt beiläufig der Name Herbert Grönemeyer, lässt sich der Kölner Rockmusiker über „Luxusprobleme“,„Aufnahmewünsche“ und andere Dinge aus.
Bei der Instrumentierung darf man gespannt sein auf Neues, auf einen ganz besonderen Sound. Anne de Wolff ist als Geigerin bekannt aus Rosenstolz, spielt aber auch viele andere Dinge. „Einmal hab ich gemeint, für ein Stück eine Mandoline brauchen zu können“, erzählt Wolfgang Niedecken. Anne holte eine heraus und spielte darauf. Wie auch auf einem Akkordeon oder einem Beatles-Bass. Den bringt sie an diesem Abend mit in den Bahnhof.
Und Rhani Krija, dessen musikalischer Weg von traditioneller marrokanischer Musik über Jazz bei Herbie Hankock und anderen hin zu Sting und Prince geführt hat, wird sich um den nötigen Rhythmus kümmern. Er bedient alle Arten des Percussion-Instrumentarium und zaubert darauf wie selten ein anderer.
Ob die Tour mit diesen Songs irgendwann mal aufgenommen wird, als Platte erscheint, weiß Niedecken noch nicht. Ob das Konzert zur Pandora-Tour auf Vinyl erscheint, auch nicht. Wäre aber wünschenswert. Ebenso wünschenswert, wie ein Tondokument dieses bevorstehenden Abends zu haben, den man auch als Nichtkenner der kölschen Töne genießen kann und der für BAP- wie für Rockmusik-Fans ein Muss darstellt.
Der Abend mit den Songs vom Unterwegssein, vom Leben und von Sehnsüchten, mit eingekölschten Songs von Lou Reed, Bob Dylan, Bruce Springsteen, Neil Young, BAP und anderen, beginnt am Sonntag um 20 Uhr im Bahnhof Fischbach. Einlass in die Halle ist ab 19.30 Uhr. Unser Tipp: unbedingt besuchen.
(Erschienen: 10.03.2010 19:35)








































