Nachrichten Friedrichshafen
Stadt ist fast pleite -- Zeppelin-Stiftung hat noch Reserven
Von unserem Redakteur Anton Fuchsloch
Die Zahlen sprechen Bände: Während der städtische Haushalt ausgemostet ist, verfügt der Haushalt der Zeppelin-Stiftung über ein „Polster“ von mehr als 90 Millionen Euro. Wie schnell ein solches schrumpfen kann, hat die Stadt erfahren: In nur zwei Jahren gingen deren Rücklagen von 74 Millionen auf praktisch null herunter. Eine solche Talfahrt droht der Stiftung vorerst nicht. Für 2010 und 2011 erwartet sie von ZF und Zeppelin je 21,6 Millionen Euro Dividende. Dazu kommen noch Zinserträge, Abschreibungen und andere Einnahmen, die sich im Verwaltungshaushalt auf 39, 4 Millionen Euro summieren. Im Vermögenshaushalt kommen weitere 11,2 Millionen Euro dazu, so dass das Haushaltsvolumen am Ende mehr als 50 Millionen Euro beträgt, was in etwa dem Haushaltsvolumen der Stadt Tettnang entspricht.
Dass in Zeiten knapper Kassen und aus Solidarität mit dem städtischen Etat (Volumen dieses Jahr 266 Millionen, nächstes Jahr 205 Millionen Euro) auch im Stiftungshaushalt der Rotstift angesetzt wird, ist verständlich. Laut Sparliste soll ab 2011 der Taschengeldzuschuss für Altenheimbewohner wegfallen -- macht 40 000 Euro aus --, der Künstlerförderpreis gestrichen werden (15 000 Euro), und das Medienhaus muss Beschaffungen und Veranstaltungen einschränken (31 000 Euro). Geprüft werden sollen die Zuschüsse an die Musikschule, an die VHS, die Molke und das Spielehaus, die Sozialstationen und die Zeppelin University. Alles in allem geht es dabei um eine Summe von 241 000 Euro.
Stellt man den potenziellen Einsparungen die tatsächlichen Ausgaben gegenüber, erscheinen sie als ein Klacks. 1,3 Millionen Euro fließen dieses Jahr aus der Stiftung in den Betrieb der ZU, 1,4 Millionen ins Zeppelin Museum, 1,8 Millionen ins Kulturbüro, 2,5 Millionen ins GZH, 2,2 Millionen ins Medienhaus, 5,5 Millionen in die Musikschule und 4,2 Millionen in den sozialen Bereich, vorwiegend in Kindergärten. Dazu kommen Investitionskostenzuschüsse fürs Klinikum (3,1 Millionen), Zeppelin Museum und Dornier Museum (je 816 000 Euro), das GZH (978 000 Euro) und den Ausbau von Kindergärten.
Die Bürger werden die Einsparungen im Stiftungshaushalt kaum wahrnehmen, sagte Oberbürgermeister Andreas Brand. Dennoch wird man sich im Gemeinderat fragen müssen, was sich die Stadt angesichts ihrer eigenen Finanznot im Stiftungshaushalt noch alles leisten will und kann.
(Erschienen: 10.03.2010 23:30)
Von unserem Redakteur Anton Fuchsloch
Die Zahlen sprechen Bände: Während der städtische Haushalt ausgemostet ist, verfügt der Haushalt der Zeppelin-Stiftung über ein „Polster“ von mehr als 90 Millionen Euro. Wie schnell ein solches schrumpfen kann, hat die Stadt erfahren: In nur zwei Jahren gingen deren Rücklagen von 74 Millionen auf praktisch null herunter. Eine solche Talfahrt droht der Stiftung vorerst nicht. Für 2010 und 2011 erwartet sie von ZF und Zeppelin je 21,6 Millionen Euro Dividende. Dazu kommen noch Zinserträge, Abschreibungen und andere Einnahmen, die sich im Verwaltungshaushalt auf 39, 4 Millionen Euro summieren. Im Vermögenshaushalt kommen weitere 11,2 Millionen Euro dazu, so dass das Haushaltsvolumen am Ende mehr als 50 Millionen Euro beträgt, was in etwa dem Haushaltsvolumen der Stadt Tettnang entspricht.
Dass in Zeiten knapper Kassen und aus Solidarität mit dem städtischen Etat (Volumen dieses Jahr 266 Millionen, nächstes Jahr 205 Millionen Euro) auch im Stiftungshaushalt der Rotstift angesetzt wird, ist verständlich. Laut Sparliste soll ab 2011 der Taschengeldzuschuss für Altenheimbewohner wegfallen -- macht 40 000 Euro aus --, der Künstlerförderpreis gestrichen werden (15 000 Euro), und das Medienhaus muss Beschaffungen und Veranstaltungen einschränken (31 000 Euro). Geprüft werden sollen die Zuschüsse an die Musikschule, an die VHS, die Molke und das Spielehaus, die Sozialstationen und die Zeppelin University. Alles in allem geht es dabei um eine Summe von 241 000 Euro.
Stellt man den potenziellen Einsparungen die tatsächlichen Ausgaben gegenüber, erscheinen sie als ein Klacks. 1,3 Millionen Euro fließen dieses Jahr aus der Stiftung in den Betrieb der ZU, 1,4 Millionen ins Zeppelin Museum, 1,8 Millionen ins Kulturbüro, 2,5 Millionen ins GZH, 2,2 Millionen ins Medienhaus, 5,5 Millionen in die Musikschule und 4,2 Millionen in den sozialen Bereich, vorwiegend in Kindergärten. Dazu kommen Investitionskostenzuschüsse fürs Klinikum (3,1 Millionen), Zeppelin Museum und Dornier Museum (je 816 000 Euro), das GZH (978 000 Euro) und den Ausbau von Kindergärten.
Die Bürger werden die Einsparungen im Stiftungshaushalt kaum wahrnehmen, sagte Oberbürgermeister Andreas Brand. Dennoch wird man sich im Gemeinderat fragen müssen, was sich die Stadt angesichts ihrer eigenen Finanznot im Stiftungshaushalt noch alles leisten will und kann.
(Erschienen: 10.03.2010 23:30)







































