Nachrichten Friedrichshafen
Schon auf der Weltfahrt des LZ 127 standen erlesene Tropfen auf der Karte

Zeppelin-Kundige wissen: Schon bei der Weltfahrt des Luftschiffs LZ 127 „Graf Zeppelin“ im Jahr 1929 wusste man erlesene Speisen und Getränke zu schätzen. Als das Luftschiff damals in Friedrichshafen mit dem Ziel Tokio, Los Angeles und Lakehurst aufstieg, befand sich unter den Weinen an Bord auch ein „1928er Müllheimer Reggenhag Gollen“ aus dem Markgräfler Land. Von diesem Rebensaft des Gutes H. Germann in Müllheim kennt der Präsident des „Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin Museums“, Manfred Sauter, noch eine Flasche, auf deren Ettiket sinngemäß und original unterzeichnet geschrieben steht: „über den Weiten von Sybirien getrunken, Dr. Hugo Eckener, Heinrich Kubis“.
Genossen haben Eckener und Kubis die Flasche auf der ersten Etappe der Weltfahrt, die nonstop in 101 Stunden von Friedrichshafen nach Tokio verlief, im August 1929. Hugo Eckener war der Führer des Luftschiffes, Kubis der Chefstuart.
Mehr als 50 Jahre später dann eine kleine Sensation: Als Manfred Sauter in den 80er Jahren mit dem Weinbaubetrieb Germann Kontakt aufnahm, um mehr über den Weltfahrt-Wein zu erfahren und eventuell die Verbindung nach Friedrichshafen wieder aufleben zu lassen, war die (leere) Flasche noch vorhanden.
Auch wenn sie nicht mehr auffindbar ist, um in die Exponatenkammer aufgenommen werden zu können, es sollte nicht die letzte Flasche „Zeppelin-Wein“ geblieben sein. Das Weingut Germann hatte den exklusiven Tropfen wieder bevorzugt in sein Anbauprogramm aufgenommen. Einige Jahre hing am Flaschenhals eine Mini Speisen- und Getränkekarte von der Weltfahrt 1929. Und auch die Kontakte nach Friedrichhafen feierten eine Renaissance. Bei der REFA-Bundesversammlung im Jahr 1989 beispielsweise wurden im Graf-Zeppelin-Haus mehr als 1000 Flaschen als Gastgeschenke weitergegeben.
Als das Weingut Germann im Jahr 2003 von der Ersten Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim übernommen wurde, vereinbarten die über 100 Jahre alte Winzergenossenschaft und die Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Friedrichshafen, vertreten durch Geschäftsführer Hans-Peter Kaldenbach, eine Lizenz in Sachen „Zeppelin-Wein“. Seither fließen die Tropfen mit steigender Tendenz vom Markgräfler Land an den Bodensee. Und die Winzer der Genossenschaft wissen um das Pfund, exklusiv die Marke Zeppelin anbauen, ausbauen und vertreiben zu dürfen.
370 aktive Winzer bestellen in Schliengen-Müllheim etwa 232 Hektar Rebfläche. Produziert werden etwa 1,95 Millionen Flaschen Wein pro Jahr. Darunter die Weine „Graf Zeppelin“. Der Weinberg von damals wird zum Teil heute noch bewirtschaftet. Allein im vergangenen Jahr wurden bei der Landesweinprämierung 22 Weine der Genossenschaft mit Goldmedaillen ausgezeichnet. 40 Prozent gehen in den Direktverkauf oder den Versandhandel, 50 Prozent werden im Fachhandel verkauft und zehn Prozent direkt an die Gastronomie – immer öfter in die Zeppelinstadt.
Vermarktung als Privileg
In Häusern wie dem Graf-Zeppelin-Haus, dem Hangar oder dem „Lukullum“ steht die Weinlinie Edition „Graf Zeppelin“ wie einst bei der Weltfahrt im Jahr 1929 auf der Karte. „Chasselas“, „Pinot Blanc“, „Pinot Noir“ „Pinot Noir Barrique“ heißen die Sorten, ergänzt um den Winzersekt „Pinot Blanc de Noirs“ mit der klassischen Champagnerfarbe, einem Secco und sogar einem Williams mit dem Namen Graf Zeppelin.
Übrigens: Das Bild von Graf Zeppelin hängt über dem Eingang zur Winzergenossenschaft. Als Hommage an eine große Ära sehen die Weinbauern den Anbau der „Zeppelin-Weine“. Und dessen Vermarktung als ein Privileg.
(Erschienen: 18.10.2010 15:45)

Zeppelin-Kundige wissen: Schon bei der Weltfahrt des Luftschiffs LZ 127 „Graf Zeppelin“ im Jahr 1929 wusste man erlesene Speisen und Getränke zu schätzen. Als das Luftschiff damals in Friedrichshafen mit dem Ziel Tokio, Los Angeles und Lakehurst aufstieg, befand sich unter den Weinen an Bord auch ein „1928er Müllheimer Reggenhag Gollen“ aus dem Markgräfler Land. Von diesem Rebensaft des Gutes H. Germann in Müllheim kennt der Präsident des „Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin Museums“, Manfred Sauter, noch eine Flasche, auf deren Ettiket sinngemäß und original unterzeichnet geschrieben steht: „über den Weiten von Sybirien getrunken, Dr. Hugo Eckener, Heinrich Kubis“.
Genossen haben Eckener und Kubis die Flasche auf der ersten Etappe der Weltfahrt, die nonstop in 101 Stunden von Friedrichshafen nach Tokio verlief, im August 1929. Hugo Eckener war der Führer des Luftschiffes, Kubis der Chefstuart.
Mehr als 50 Jahre später dann eine kleine Sensation: Als Manfred Sauter in den 80er Jahren mit dem Weinbaubetrieb Germann Kontakt aufnahm, um mehr über den Weltfahrt-Wein zu erfahren und eventuell die Verbindung nach Friedrichshafen wieder aufleben zu lassen, war die (leere) Flasche noch vorhanden.
Auch wenn sie nicht mehr auffindbar ist, um in die Exponatenkammer aufgenommen werden zu können, es sollte nicht die letzte Flasche „Zeppelin-Wein“ geblieben sein. Das Weingut Germann hatte den exklusiven Tropfen wieder bevorzugt in sein Anbauprogramm aufgenommen. Einige Jahre hing am Flaschenhals eine Mini Speisen- und Getränkekarte von der Weltfahrt 1929. Und auch die Kontakte nach Friedrichhafen feierten eine Renaissance. Bei der REFA-Bundesversammlung im Jahr 1989 beispielsweise wurden im Graf-Zeppelin-Haus mehr als 1000 Flaschen als Gastgeschenke weitergegeben.
Als das Weingut Germann im Jahr 2003 von der Ersten Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim übernommen wurde, vereinbarten die über 100 Jahre alte Winzergenossenschaft und die Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Friedrichshafen, vertreten durch Geschäftsführer Hans-Peter Kaldenbach, eine Lizenz in Sachen „Zeppelin-Wein“. Seither fließen die Tropfen mit steigender Tendenz vom Markgräfler Land an den Bodensee. Und die Winzer der Genossenschaft wissen um das Pfund, exklusiv die Marke Zeppelin anbauen, ausbauen und vertreiben zu dürfen.
370 aktive Winzer bestellen in Schliengen-Müllheim etwa 232 Hektar Rebfläche. Produziert werden etwa 1,95 Millionen Flaschen Wein pro Jahr. Darunter die Weine „Graf Zeppelin“. Der Weinberg von damals wird zum Teil heute noch bewirtschaftet. Allein im vergangenen Jahr wurden bei der Landesweinprämierung 22 Weine der Genossenschaft mit Goldmedaillen ausgezeichnet. 40 Prozent gehen in den Direktverkauf oder den Versandhandel, 50 Prozent werden im Fachhandel verkauft und zehn Prozent direkt an die Gastronomie – immer öfter in die Zeppelinstadt.
Vermarktung als Privileg
In Häusern wie dem Graf-Zeppelin-Haus, dem Hangar oder dem „Lukullum“ steht die Weinlinie Edition „Graf Zeppelin“ wie einst bei der Weltfahrt im Jahr 1929 auf der Karte. „Chasselas“, „Pinot Blanc“, „Pinot Noir“ „Pinot Noir Barrique“ heißen die Sorten, ergänzt um den Winzersekt „Pinot Blanc de Noirs“ mit der klassischen Champagnerfarbe, einem Secco und sogar einem Williams mit dem Namen Graf Zeppelin.
Übrigens: Das Bild von Graf Zeppelin hängt über dem Eingang zur Winzergenossenschaft. Als Hommage an eine große Ära sehen die Weinbauern den Anbau der „Zeppelin-Weine“. Und dessen Vermarktung als ein Privileg.
(Erschienen: 18.10.2010 15:45)





































