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Jugendliche fahren im Simulator wie im Rausch

Polizei und Verkehrswacht klären Schüler über Gefahren auf
Die Schüler informieren sich, was beim Thema Autotuning alles erlaubt ist.
Die Schüler informieren sich, was beim Thema Autotuning alles erlaubt ist.

Von David Balzer

Friedrichshafen Claude-Dornier-Schüler rasen gegen eine Wand. Nicht ganz: Bei den Verkehrssicherheitstagen testen mehr als 400 Schüler den sogenannten Gurtschlitten.

Die Jugendlichen nehmen in einem Sitz Platz, der auf rund fünf Meter langen Schienen auf elf Stundenkilometer beschleunigt und abrupt stoppt. „Das simuliert den Aufprall auf eine Wand mit etwa 30 Stundenkilometern“, erklärt Herbert Erlenbusch von der Polizei Friedrichshafen. Die an ihnen zerrenden Fliehkräfte machen den Schülern klar, dass der Sicherheitsgurt ihr Leben retten kann.

Ziel: Jugendliche sensibilisieren

Unter dem Motto „Clean Cruisen“ haben die Schüler der Claude-Dornier-Schule vom 1. bis 10. Februar alles zum Thema Verkehrssicherheit erfahren. In Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Friedrichshafen und der Verkehrswacht des Bodenseekreises wollte die Friedrichshafener Schule so ihre Schüler für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren. Vor dem Schulgebäude sahen die Jugendlichen in den vergangenen Tagen als erstes ein großes Plakat mit der Aufschrift „Und wie kommst du nach Hause?“. Dahinter standen auf der Wiese ein Taxi, ein Polizeiauto, ein Leichen- und ein Krankenwagen. „Da schreckt der ein oder andere Schüler schon einmal auf“, sagte Schulleiter Stefan Oesterle.

Die Präventionswochen finden alle drei Jahre an der weiterführenden Schule statt, damit jeder Jugendliche einmal in seinem Schülerleben daran teilnimmt. „Wir haben hier vier verschiedene Stände aufgebaut. Diese widmen sich unter anderem den Themen Autotuning und Fahren unter Drogeneinfluss“, erklärt Erlenbusch. An einem getunten Auto können sich die Schüler anschauen, was alles erlaubt ist.

Die Verkehrswacht zeigte den Schülern, wie sie in Gefahrensituationen besser reagieren können. Ein Simulator stellte eine Fahrt unter Alkoholeinfluss nach. Dabei merkten die Jugendlichen erst, wie langsam ihre Reflexe schon nach einer kleinen Menge Alkohol werden. „Durch die Praxisnähe können wir unseren Schülern veranschaulichen, was alles passieren kann“, so Oesterle.

Mit Brille zum Rausch

Neben großen Infotafeln und interaktiven Vorträgen standen den Schülern ein Seh- und Reaktionstest, ein Motorradtrainer und eine Rauschbrille, die die Sicht eines Betrunkenen wiedergab, zur Verfügung. „Wir haben uns um ein großes Angebot bemüht. Alle Beteiligten haben hervorragend zusammengearbeitet, um bei den Schülern das Bewusstsein für das Risiko im Straßenverkehr zu schaffen“, resümierte Schulleiter Stefan Oesterle.

Auch Polizist Herbert Erlenbusch war zufrieden: „Wir konnten dem ein oder anderen die Augen öffnen. Die Schüler haben unsere Ansätze angenommen, daher war die Aktion ein voller Erfolg.“

(Erschienen: 11.02.2012 15:00)

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