Nachrichten Friedrichshafen
Intersky fliegt unter neuem Kommando – Wöhrl übernimmt 51 Prozent

Die restlichen 49 Prozent verbleiben bei der bisherigen geschäftsführenden Gesellschafterin Renate Moser und deren Mann Rolf Seewald. Neuer Geschäftsführer wird Peter Oncken, „ich bleibe die Konstante, die vor Ort ist und schaut, dass der Betrieb läuft“, sagt die Noch-Chefin auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung.
2011 beginnt für die Regionalfluglinie mit Sitz in Bregenz und Basis am Bodensee-Airport in Friedrichshafen turbulent. Von einem Winterschlussverkauf will Renate Moser allerdings nichts hören: „Es ist einfach nötig, nach einem sehr schlechten Jahr die Weichen zu stellen“, begründet die 69-Jährige den Einschnitt. Und der Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Airline 2011 tatsächlich hart gelandet ist: 186.000 Fluggäste haben sich für Intersky entschieden, das sind zehn Prozent weniger als 2010.
Dass die Fluggesellschaft trotzdem eine Umsatzsteigerung von fünf Prozent vermelden könne, liege an der stark ausgebauten Geschäftssparte Charter und daran, dass mehr Geschäftskunden an Bord gekommen seien, die traditionell teurere und deshalb flexiblere Tickets buchten. Das erläuterte Marketingchef Roger Hohl Mitte Januar in einer Pressemitteilung, und Renate Moser betonte: „Dass wir den Turn-Around noch 2011 geschafft haben, scheint zum Greifen nah. Der Jahresabschluss ist in vollem Gange.“
Zum Vergleich: 2007, eins der erfolgreichsten Jahre der Unternehmensgeschichte, beförderte die Airline mehr als 180.000 Passagiere (2006: 165.000). Der Umsatz lag bei ungefähr 23 Millionen Euro, was gegenüber 2006 einer Steigerung um gut elf Prozent entsprach.
In diese Erfolgsspur will Intersky mit Hilfe der Intro Aviation zurück. Vom Nürnberger Modehauskönig Hans Rudolf Wöhrl 1973 gegründet, mit Sitz im mittelfränkischen Reichenschwand hat sich das Unternehmen in der Branche unter anderem durch den Aufbau der Airline NFD (Nürnberger Flugdienst), heute Eurowings, und mit dem Erwerb der Fluglinie LTU International Airlines, inzwischen in Air Berlin integriert, einen Namen gemacht.
„Es geht mir wunderbar“
Auf der firmeneigenen Homepage unter www.introaviation.com/de/ ist zu lesen: „Wir sind Spezialisten, wenn es darum geht, Ihre Fluggesellschaft zum Erfolg zu bringen. Vom Konzept bis in die Wachstumsphase starten wir gemeinsam durch.“ Und: Anders als die meisten Beratungsfirmen seien die „Vollblut-Airliner“ stets bereit das Risiko zu teilen, um die internen Strukturen einer Fluggesellschaft zu reorganisieren. „Wir tun dies, wenn notwendig, indem wir Anteile an Ihrer Airline erwerben.“
Dass dies im Fall der von ihr im Jahr 2002 ins Leben gerufenen Fluglinie sogar 51 Prozent sind, steckt Renate Moser offenbar gut weg. Gegenüber der Wirtschaftspresseagentur betonte sie: „Es geht mir wunderbar. Das ist die beste Lösung. Wir kennen Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken sowie Intro Aviation seit Jahren. Die haben jetzt die Mehrheit der Anteile, aber auch mehr Verantwortung.“ Soll heißen, das letzte Wort sprechen die neuen Gesellschafter.
Ein Beispiel: Sollte Intersky demnächst auf größere Flugzeuge setzen, was der 69-Jährigen zufolge im Geiste schon beschlossen sei, liegt es an der Intro Aviation, welche Maschinen das sein werden. Bei allen Überlegungen darf die Regionalfluglinie wohl auf die Unterstützung des Bodensee-Airports in Friedrichshafen zählen. Geschäftsführer Hans Weiss sagt zur neusten Entwicklung jedenfalls: „Das ist gut für den Flughafen und gut für Intersky.“
Darüber wie die strategische Ausrichtung in Zukunft genau aussieht, wollen die Partner in der kommenden Woche ausführlicher informieren. Eine Pressekonferenz dazu, die am Freitag angesetzt war, wurde kurzfristig abgesagt.
„Die Anwälte hatten die Verträge nicht fertig, und wenn wir die noch nicht unterschrieben haben, was sollen wir da erzählen?“, nennt die Geschäftsfrau aus Österreich den einfachen Grund – und verrät schließlich doch noch ein bedeutendes Detail: „Kein Mensch wird seinen Arbeitsplatz verlieren. Um Gottes Willen, unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut.“ Renate Moser weiß: „Flugzeuge könnten wir leasen, aber gut ausgebildete Leute sind doch nicht von den Bäumen zu pflücken.“
(Erschienen: 04.02.2012 06:00)

Die restlichen 49 Prozent verbleiben bei der bisherigen geschäftsführenden Gesellschafterin Renate Moser und deren Mann Rolf Seewald. Neuer Geschäftsführer wird Peter Oncken, „ich bleibe die Konstante, die vor Ort ist und schaut, dass der Betrieb läuft“, sagt die Noch-Chefin auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung.
2011 beginnt für die Regionalfluglinie mit Sitz in Bregenz und Basis am Bodensee-Airport in Friedrichshafen turbulent. Von einem Winterschlussverkauf will Renate Moser allerdings nichts hören: „Es ist einfach nötig, nach einem sehr schlechten Jahr die Weichen zu stellen“, begründet die 69-Jährige den Einschnitt. Und der Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Airline 2011 tatsächlich hart gelandet ist: 186.000 Fluggäste haben sich für Intersky entschieden, das sind zehn Prozent weniger als 2010.
Dass die Fluggesellschaft trotzdem eine Umsatzsteigerung von fünf Prozent vermelden könne, liege an der stark ausgebauten Geschäftssparte Charter und daran, dass mehr Geschäftskunden an Bord gekommen seien, die traditionell teurere und deshalb flexiblere Tickets buchten. Das erläuterte Marketingchef Roger Hohl Mitte Januar in einer Pressemitteilung, und Renate Moser betonte: „Dass wir den Turn-Around noch 2011 geschafft haben, scheint zum Greifen nah. Der Jahresabschluss ist in vollem Gange.“
Zum Vergleich: 2007, eins der erfolgreichsten Jahre der Unternehmensgeschichte, beförderte die Airline mehr als 180.000 Passagiere (2006: 165.000). Der Umsatz lag bei ungefähr 23 Millionen Euro, was gegenüber 2006 einer Steigerung um gut elf Prozent entsprach.
In diese Erfolgsspur will Intersky mit Hilfe der Intro Aviation zurück. Vom Nürnberger Modehauskönig Hans Rudolf Wöhrl 1973 gegründet, mit Sitz im mittelfränkischen Reichenschwand hat sich das Unternehmen in der Branche unter anderem durch den Aufbau der Airline NFD (Nürnberger Flugdienst), heute Eurowings, und mit dem Erwerb der Fluglinie LTU International Airlines, inzwischen in Air Berlin integriert, einen Namen gemacht.
„Es geht mir wunderbar“
Auf der firmeneigenen Homepage unter www.introaviation.com/de/ ist zu lesen: „Wir sind Spezialisten, wenn es darum geht, Ihre Fluggesellschaft zum Erfolg zu bringen. Vom Konzept bis in die Wachstumsphase starten wir gemeinsam durch.“ Und: Anders als die meisten Beratungsfirmen seien die „Vollblut-Airliner“ stets bereit das Risiko zu teilen, um die internen Strukturen einer Fluggesellschaft zu reorganisieren. „Wir tun dies, wenn notwendig, indem wir Anteile an Ihrer Airline erwerben.“
Dass dies im Fall der von ihr im Jahr 2002 ins Leben gerufenen Fluglinie sogar 51 Prozent sind, steckt Renate Moser offenbar gut weg. Gegenüber der Wirtschaftspresseagentur betonte sie: „Es geht mir wunderbar. Das ist die beste Lösung. Wir kennen Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken sowie Intro Aviation seit Jahren. Die haben jetzt die Mehrheit der Anteile, aber auch mehr Verantwortung.“ Soll heißen, das letzte Wort sprechen die neuen Gesellschafter.
Ein Beispiel: Sollte Intersky demnächst auf größere Flugzeuge setzen, was der 69-Jährigen zufolge im Geiste schon beschlossen sei, liegt es an der Intro Aviation, welche Maschinen das sein werden. Bei allen Überlegungen darf die Regionalfluglinie wohl auf die Unterstützung des Bodensee-Airports in Friedrichshafen zählen. Geschäftsführer Hans Weiss sagt zur neusten Entwicklung jedenfalls: „Das ist gut für den Flughafen und gut für Intersky.“
Darüber wie die strategische Ausrichtung in Zukunft genau aussieht, wollen die Partner in der kommenden Woche ausführlicher informieren. Eine Pressekonferenz dazu, die am Freitag angesetzt war, wurde kurzfristig abgesagt.
„Die Anwälte hatten die Verträge nicht fertig, und wenn wir die noch nicht unterschrieben haben, was sollen wir da erzählen?“, nennt die Geschäftsfrau aus Österreich den einfachen Grund – und verrät schließlich doch noch ein bedeutendes Detail: „Kein Mensch wird seinen Arbeitsplatz verlieren. Um Gottes Willen, unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut.“ Renate Moser weiß: „Flugzeuge könnten wir leasen, aber gut ausgebildete Leute sind doch nicht von den Bäumen zu pflücken.“
(Erschienen: 04.02.2012 06:00)





































