Nachrichten Friedrichshafen
Florian Blab erringt Silber
Von unserem Redakteur Giuseppe Torremante
Nach einer fünfminütigen fast fehlerfreien Kür verlor David Schnabel den Überblick. Er lief mit seinem Fahrrad in die falsche Richtung, verschwand in den Katakomben und hinterließ 6000 Zuschauer in der Porsche Arena ratlos zurück. Sein Kontrahent und Zimmergenosse ging dagegen wutentbrannt an die frische Luft und war erst nach etwa 20 Minuten ansprechbar. „In den vergangenen vier Tagen baut sich ein enormer Druck auf, und dann lass ich meinen Gefühlen freien Lauf. Schließlich will ich kein Magengeschwür bekommen“, sagte Blab hinterher. Der Ailinger begann seine Kür (205,40 eingereichte Punkte) gut und lag nach 1.14 Minuten auf Weltrekordkurs. Der Videowürfel zeigte 208,93 Punkte an. Der Weltrekord von David Schnabel lag bei 206,15. Blab hatte den Drehsprung zehnfach gemeistert, und den Maute-Sprung (vom Sattel auf den Lenker) fehlerfrei überstanden. Je länger aber seine Kür dauerte, desto mehr Abzüge bekam er. Am Ende waren es 200,16 Punkte. „Ich glaube ich habe das gezeigt, was ich derzeit draufhabe. Ich bin zufrieden, auch wenn einer besser war als ich“, meinte Blab.
Der eine war der alte und neue Weltmeister David Schnabel. Bei ihm lief die Kür genau umgekehrt. Zu Beginn verlor er von den eingereichten 206,80 Punkten kontinuierlich. Nach zwei Minuten hatte er nur noch 205,03 Punkte. Doch dann überraschte Schnabel mit der neunfachen Drehung. Fünffach hatte er sie eingereicht, jede weitere Drehung brachte ihm 0,7 Punkte Bonus.
Dies war der Knackpunkt und der Weg zu Gold. Schnabel lieferte eine fast perfekte Kür ab, und am Ende zeigte der Videowürfel 206, 57 Punkte, das hieß Weltrekord. „Das Publikum war phänomenal, und ich glaube, meine Leistung war auch weltmeisterlich“, sagte der 26-Jährige aus Niederbayern. Schnabel wurde zum fünften Mal Weltmeister, Blab zum vierten Mal Vizeweltmeister.
Bundestrainer Dieter Maute war mit der Leistung seiner Schützlinge zufrieden. „Beide haben eine erstklassige Kür hingelegt. Der David war schon die ganze Saison gut und hat in Stuttgart bei der WM nur das bestätigt. Florian sollte nicht allzu traurig sein, denn wer über 200 Punkte herausfährt, ist wirklich gut.“
Spannend war auch das Finale im Radball zwischen Deutschland und der Schweiz. Unter dem großen Jubel der Zuschauer, die außer Rand und Band waren, gewannen Uwe Berner und Matthias König vom RV Gärtringen gegen Peter Jiricek und Marcel Waldispühl am Ende mit 3:1.
Die Hallenradsport-Weltmeisterschaft in der Stuttgarter Porsche-Arena war eine Veranstaltung der Superlative. 18 000 Zuschauer an drei Tagen sorgten für einen neuen Rekord. So viele Menschen besuchten bislang noch nie eine Weltmeisterschaft.
Übrigens: Eine Goldmedaille ging im 1er-Kunstrad der Damen nach Österreich. Denise Boller gewann mit 170,63 Punkten vor den beiden Deutschen Marion Kleinschwärzer und Corinna Hein. Die Bronzemedaillengewinnerin hatte mit 184,80 die meisten Punkte eingereicht. Sie zeigte Nerven und erreichte nur 157,82 Punkte. Eine Rückenverletzung bereiteten ihr dann doch mehr Probleme als erwartet.
(Erschienen: 28.11.2010 18:30)
Von unserem Redakteur Giuseppe Torremante
Nach einer fünfminütigen fast fehlerfreien Kür verlor David Schnabel den Überblick. Er lief mit seinem Fahrrad in die falsche Richtung, verschwand in den Katakomben und hinterließ 6000 Zuschauer in der Porsche Arena ratlos zurück. Sein Kontrahent und Zimmergenosse ging dagegen wutentbrannt an die frische Luft und war erst nach etwa 20 Minuten ansprechbar. „In den vergangenen vier Tagen baut sich ein enormer Druck auf, und dann lass ich meinen Gefühlen freien Lauf. Schließlich will ich kein Magengeschwür bekommen“, sagte Blab hinterher. Der Ailinger begann seine Kür (205,40 eingereichte Punkte) gut und lag nach 1.14 Minuten auf Weltrekordkurs. Der Videowürfel zeigte 208,93 Punkte an. Der Weltrekord von David Schnabel lag bei 206,15. Blab hatte den Drehsprung zehnfach gemeistert, und den Maute-Sprung (vom Sattel auf den Lenker) fehlerfrei überstanden. Je länger aber seine Kür dauerte, desto mehr Abzüge bekam er. Am Ende waren es 200,16 Punkte. „Ich glaube ich habe das gezeigt, was ich derzeit draufhabe. Ich bin zufrieden, auch wenn einer besser war als ich“, meinte Blab.
Der eine war der alte und neue Weltmeister David Schnabel. Bei ihm lief die Kür genau umgekehrt. Zu Beginn verlor er von den eingereichten 206,80 Punkten kontinuierlich. Nach zwei Minuten hatte er nur noch 205,03 Punkte. Doch dann überraschte Schnabel mit der neunfachen Drehung. Fünffach hatte er sie eingereicht, jede weitere Drehung brachte ihm 0,7 Punkte Bonus.
Dies war der Knackpunkt und der Weg zu Gold. Schnabel lieferte eine fast perfekte Kür ab, und am Ende zeigte der Videowürfel 206, 57 Punkte, das hieß Weltrekord. „Das Publikum war phänomenal, und ich glaube, meine Leistung war auch weltmeisterlich“, sagte der 26-Jährige aus Niederbayern. Schnabel wurde zum fünften Mal Weltmeister, Blab zum vierten Mal Vizeweltmeister.
Bundestrainer Dieter Maute war mit der Leistung seiner Schützlinge zufrieden. „Beide haben eine erstklassige Kür hingelegt. Der David war schon die ganze Saison gut und hat in Stuttgart bei der WM nur das bestätigt. Florian sollte nicht allzu traurig sein, denn wer über 200 Punkte herausfährt, ist wirklich gut.“
Spannend war auch das Finale im Radball zwischen Deutschland und der Schweiz. Unter dem großen Jubel der Zuschauer, die außer Rand und Band waren, gewannen Uwe Berner und Matthias König vom RV Gärtringen gegen Peter Jiricek und Marcel Waldispühl am Ende mit 3:1.
Die Hallenradsport-Weltmeisterschaft in der Stuttgarter Porsche-Arena war eine Veranstaltung der Superlative. 18 000 Zuschauer an drei Tagen sorgten für einen neuen Rekord. So viele Menschen besuchten bislang noch nie eine Weltmeisterschaft.
Übrigens: Eine Goldmedaille ging im 1er-Kunstrad der Damen nach Österreich. Denise Boller gewann mit 170,63 Punkten vor den beiden Deutschen Marion Kleinschwärzer und Corinna Hein. Die Bronzemedaillengewinnerin hatte mit 184,80 die meisten Punkte eingereicht. Sie zeigte Nerven und erreichte nur 157,82 Punkte. Eine Rückenverletzung bereiteten ihr dann doch mehr Probleme als erwartet.
(Erschienen: 28.11.2010 18:30)







































