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100 neue Wohnungen: Kreisbaugenossenschaft baut auf die Stadt

Anlage in der Allmandstraße kostet 16 Millionen Euro – Architekten vom See übernehmen die Planung – Baubeginn 2013
Eine andere Architektursprache: Alle Wohnungen, die in vier Gebäuden in der Allmandstraße enstehen, sind nach Süden ausgerichtet.
Eine andere Architektursprache: Alle Wohnungen, die in vier Gebäuden in der Allmandstraße enstehen, sind nach Süden ausgerichtet. (Foto: pr)

Von Tanja Poimer

Friedrichshafen „Das ist ein Projekt, das unserer Stadt sehr gut tun wird. Vor allem im Hinblick darauf, dass neuer Wohnraum geschaffen wird.“ Das Urteil des Ersten Bürgermeisters Dr. Stefan Köhler über das Bauvorhaben der Kreisbaugenossenschaft (KBG) Bodenseekreis im Häfler Norden ist eindeutig.

Aus gutem Grund: In einer prosperierenden Region wie unserer, in der der Arbeitsmarkt leer gefegt sei, würden stets Mitarbeiter gesucht. Und was brauchen Arbeitskräfte, wenn sie aus einer anderen Gegend stammen und sich für Friedrichshafen entscheiden, als erstes? Eine Unterkunft.

Dass die KBG einen Wettbewerb ausgelobt hat, um die Architekten mit dem passenden Plan zu finden, ist auch ganz nach dem Geschmack des Baubürgermeisters: „Das ist ein Verfahren, mit dem versucht wird, eine höchstmögliche städtebauliche Qualität zu erreichen.“

21 Vorschläge wurden eingereicht. Den gewünschten Standard hat das Preisgericht, dem unter anderem Vertreter der KBG, die Leiterin des Stadtplanungsamtes Marion Klose und vier Stadträte angehörten, im Entwurf der Planungsgemeinschaft Thomas Hirthe aus Friedrichshafen und Markus Lanz und Nicolas Schwager aus Konstanz ausgemacht. „Am meisten hat uns überzeugt, dass sämtliche Wohnungen nach Süden ausgerichtet sind“, sagt Dr. Wolfgang Sigg, Vorstandsvorsitzender der Kreisbaugenossenschaft und Häfler Stadtrat.

Die Eckdaten des Siegerkonzepts: Auf dem etwa 7000 Quadratmeter großen Grundstück in der Allmandstraße, auf dem noch das ehemalige Finanzamtsgebäude steht, sollen vier in Höhe und Grundriss gestaffelte Gebäude und 80 bis 100 Mietwohnungen entstehen, von denen ungefähr 30 seniorengerecht ausgebaut werden. Geplant sind Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Appartements, die zwischen 45 und 95 Quadratmeter groß sind. Für die Fassade sind hellen Klinkersteine vorgesehen.

Außerdem ist Platz für Büro-, Praxisräume, einen Dienstleister für „Betreutes Wohnen“ und eine Seniorenwohngemeinschaft. Eine Tiefgarage bietet 106 Stellplätze. Die Grünflächen zwischen den Häusern sind zur Allmandstraße hin offen zugänglich und im hinteren, durch leichten Höhenversatz abgetrennten Bereich den Wohnungen zugeordnet. In einem zentral gelegenen Veranstaltungsraum soll beispielsweise der Mittagstisch untergebracht werden. „In unserer Vorstellung ist das ein Stadtteilraum, der die Zwischenbereiche belebt“, erläutert der Konstanzer Architekt Nicolas Schwager.

Sein Kollege, der Häfler Thomas Hirthe, sagt zur Grundidee: „Der Entwurf will dazu beitragen, die Nord- besser an die Innenstadt anzupassen.“ Das Gebiet habe bereits durch das Technische Rathaus oder die Volkshochschule eine bauliche Aufwertung erfahren, jetzt heiße es, in der zweiten Reihe nachzuziehen. Die Ausgangslage: Gegenüber der Fläche in der Allmandstraße liegt die sehr dominante Pestalozzi-Schule, daneben in der Scheffelstraße ein prägendes Gebäude, in dem unter anderem die Kreisbaugenossenschaft ihren Sitz hat.

Dem etwas entgegenzusetzen ist Thomas Hirthe zufolge kaum möglich. Deshalb sei es darauf hinausgelaufen, einzelne Häuserköpfe in den Raum ragen zu lassen und mit „einer anderen Architektursprache Adäquates zu schaffen“. Kein Wunder, dass Wolfgang Sigg angesichts der Dimension betont: „Das ist in den nächsten Jahren unser wichtigstes Bauvorhaben.“ Der stolze Preis: 16 Millionen Euro. Auch für die KBG keine Kleinigkeit: „Wir sparen seit vielen Jahren drauf“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Günter Bittelmeyer.

In den Mieten soll sich das nicht aber widerspiegeln. Dr. Sigg verspricht: „Wir werden sozialverträgliche Preise haben.“ Zum Zeitplan: Als nächstes wird das Baugesuch ausgearbeitet, der Baubeginn ist im April 2013 denkbar, eineinhalb Jahre später könnte die Wohnanlage stehen.

Das Siegermodell und weitere Entwürfe der 21 Teilnehmer des Wettbewerbs sind bis 3. März in einer Ausstellung im Technischen Rathaus zu den Öffnungszeiten zu sehen. Am Mittwoch, 15. Februar, um 17 Uhr stehen außerdem die KBG-Vertreter der und die planenden Architekten Rede und Antwort.

(Erschienen: 03.02.2012 06:00)

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