Nachrichten Friedrichshafen
„Show Balls!“: Junge Gewerkschafter lassen Bälle sprechen
Von der MTU marschierten die Demonstranten durch die Stadt bis zur Musikmuschel, wo die Band „Dicke Fische“ den Teilnehmern bei ohnehin hohen Temperaturen noch mehr einheizte. „Say what you need to say“ („Sag, was du sagen musst“) lautete passend einer der Titel der Band. Auf gelben Bällen unterschiedlicher Größe standen Äußerungen wie „Mehr Geld“, „Mehr Urlaubstage“ oder „Operation Übernahme“.
Die letztgenannte Hauptforderung war auch auf den T-Shirts der Teilnehmer aus Albstadt, Ulm, Singen, Oberschwaben und Friedrichshafen zu lesen. Dabei geht es den Jugendlichen darum, dass die Auszubildenden nach ihrer Lehre in den Unternehmen übernommen werden sollten. Durch die Wirtschaftskrise seien unbefristete Verträge nach der dreijährigen Ausbildung nicht mehr gewährleistet. „Spekulanten und Finanzhaie, die das Geld an der Börse verzockt haben, blieben bisher unbestraft und müssen endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Wir sind gegen Leiharbeit und für mehr Ausbildungsplätze“, wandte sich Lea Marquardt, Jugendsekretärin der IG Metall Baden-Württemberg, an der Musikmuschel an die Zuhörer.
„Die rückläufigen Zahlen bei den Auszubildenden und die prekären Arbeitsverhältnisse machen den Gewerkschaftern Sorgen“, betonte die Rednerin. Stefan Kick, Jugendvertreter in der ZF AG, schlug in dieselbe Kerbe: „Vor der Krise wurden bei uns alle Azubis unbefristet übernommen, jetzt bekommen wir befristete Verträge von höchstens zwölf Monaten“, schilderte der 19-Jährige die Arbeitssituation bei der ZF. Eine ähnliche Situation herrsche bei der Tognum AG. „Die Azubizahl ist massiv runtergefahren worden. Außerdem bekommen unsere Leiharbeiter fast zwei Drittel weniger Geld bei gleicher Arbeit. Das ist eine unfaire Situation“, erklärte Carina Kiessle, ebenfalls Jugendvertreterin, die Arbeitsverhältnisse bei Tognum. Marquardt und weitere Redner kritisierten das Sparpaket der Bundesregierung. Begonnen hatten die Demonstrationen bereits am Mittwoch beim bundesweiten Bildungsstreik. Dabei hatten in Konstanz etwa 800 und in Sigmaringen mehr als 1000 Jugendliche demonstriert. Gestern gingen Schüler, Studenten und Auszubildene in Baden-Württemberg in insgesamt fünf Städten -- außer in Friedrichshafen in Stuttgart, Aalen, Rastatt und Offenburg -- auf die Straße.
(Erschienen: 11.06.2010 10:50)
Von der MTU marschierten die Demonstranten durch die Stadt bis zur Musikmuschel, wo die Band „Dicke Fische“ den Teilnehmern bei ohnehin hohen Temperaturen noch mehr einheizte. „Say what you need to say“ („Sag, was du sagen musst“) lautete passend einer der Titel der Band. Auf gelben Bällen unterschiedlicher Größe standen Äußerungen wie „Mehr Geld“, „Mehr Urlaubstage“ oder „Operation Übernahme“.
Die letztgenannte Hauptforderung war auch auf den T-Shirts der Teilnehmer aus Albstadt, Ulm, Singen, Oberschwaben und Friedrichshafen zu lesen. Dabei geht es den Jugendlichen darum, dass die Auszubildenden nach ihrer Lehre in den Unternehmen übernommen werden sollten. Durch die Wirtschaftskrise seien unbefristete Verträge nach der dreijährigen Ausbildung nicht mehr gewährleistet. „Spekulanten und Finanzhaie, die das Geld an der Börse verzockt haben, blieben bisher unbestraft und müssen endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Wir sind gegen Leiharbeit und für mehr Ausbildungsplätze“, wandte sich Lea Marquardt, Jugendsekretärin der IG Metall Baden-Württemberg, an der Musikmuschel an die Zuhörer.
„Die rückläufigen Zahlen bei den Auszubildenden und die prekären Arbeitsverhältnisse machen den Gewerkschaftern Sorgen“, betonte die Rednerin. Stefan Kick, Jugendvertreter in der ZF AG, schlug in dieselbe Kerbe: „Vor der Krise wurden bei uns alle Azubis unbefristet übernommen, jetzt bekommen wir befristete Verträge von höchstens zwölf Monaten“, schilderte der 19-Jährige die Arbeitssituation bei der ZF. Eine ähnliche Situation herrsche bei der Tognum AG. „Die Azubizahl ist massiv runtergefahren worden. Außerdem bekommen unsere Leiharbeiter fast zwei Drittel weniger Geld bei gleicher Arbeit. Das ist eine unfaire Situation“, erklärte Carina Kiessle, ebenfalls Jugendvertreterin, die Arbeitsverhältnisse bei Tognum. Marquardt und weitere Redner kritisierten das Sparpaket der Bundesregierung. Begonnen hatten die Demonstrationen bereits am Mittwoch beim bundesweiten Bildungsstreik. Dabei hatten in Konstanz etwa 800 und in Sigmaringen mehr als 1000 Jugendliche demonstriert. Gestern gingen Schüler, Studenten und Auszubildene in Baden-Württemberg in insgesamt fünf Städten -- außer in Friedrichshafen in Stuttgart, Aalen, Rastatt und Offenburg -- auf die Straße.
(Erschienen: 11.06.2010 10:50)







































