Nachrichten Friedrichshafen
„Fleisch esse ich nur noch in Afrika“

„Fleisch esse ich nur noch in Afrika, da ist alles ursprünglicher, quasi bio, und schmeckt völlig anders als hier.“ Oliver Spitz arbeitet als Ingenieur bei NDSatcom in Immenstaad und will in ein paar Jahren dorthin, wo sein Freund Thomas jetzt schon lebt: nach Tansania an den Malawisee, auf den fünf Hektar großen Campingplatz, den beide im August dort eröffnet haben. Aber noch ist Oliver mit seiner Familie in Deutschland und unterstützt überwiegend von hier aus das gemeinsame Projekt. Die ersten idyllischen Bambushütten stehen bereits, ein Brunnen ist gebohrt, Toiletten und Duschen gibt es auch und viel Platz für Camper und Selbstfahrer. Seit 2003 träumen beide nicht mehr nur vom gemeinsamen Projekt in Afrika, sondern haben Nägel mit Köpfen gemacht und das verwilderte Grundstück von alten Afrikanern abgekauft. Ein Vertrauensmann aus dem Dorf, der bis heute ihr Kontaktmann zur lokalen Bevölkerung ist, hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. „Thomas spricht fließend Suaheli.
Fast über den Tisch gezogen
Trotzdem, um ein Haar wären wir über den Tisch gezogen worden.“ Aber jetzt sei alles gut, berichtet der 40-Jährige, in Bezug auf die benachbarten Dorfbewohner - schließlich schaffe der Campingplatz auch Arbeit. Mit Solarpanels werde Energie erzeugt und von der LED-Beleuchtung des Campingplatzes profitierten sogar die Fischer, die nachts auf dem See unterwegs sind. „Der See ist halb so groß wie die Bundesrepublik“, betont der Ingenieur. Die Entscheidung für Tansania haben die beiden deutschen Investoren neben der großartigen Landschaft am Malawisee mit den dahinterliegenden Bergen vor allem von den politisch stabilen Verhältnissen abhängig gemacht und dem sich abzeichnenden Wirtschaftswachstum. „Der Kauf selbst musste vom Parlament abgesegnet werden und vom Präsident persönlich, wie bei allen ausländischen Investitionen“, erklärt Oliver Spitz. Ein wichtiges Zusatzangebot bietet der „Crazy Crocodile“-Campingplatz außerdem: eine gut eingerichtete Autowerkstatt. Wer in Afrika auf eigene Faust auf längeren Strecken unterwegs ist, weiß das zu schätzen. Das Hauptklientel für regelmäßige Auslastung seien die Sprachschüler der angrenzenden Missionsstationen, die sich in Gruppen einmieten. In der nächst größeren Stadt, 120 Kilometer weiter, soll bald ein Flugplatz in Betrieb genommen werden. Auch der könnte für mehr Betrieb auf dem Campingplatz sorgen. „Wir hoffen, dass dann die Hauptstädter aus Daressalam an den See kommen“, meint Spitz. Auch die Bahntouristen auf der 5000 Kilometer-Strecke von Daressalam nach Windhuk, eine beliebte Strecke von Norden nach Süden durch den afrikanischen Kontinent, könnten zwischendurch ihre Reise am Malawisee unterbrechen. Die Deutschen seien in Tansania beliebt, weiß der Afrika-Kenner, sie hätten damals die Malaria besiegt. Die ganz Alten erzählten noch aus den früheren Kolonialzeiten von den Deutschen und den Engländern. „Und ‚Schule‘ heißt in Suaheli ‚Schule‘.“ Im Dezember fliegt Oliver Spitz wieder nach Afrika. Mit den Leuten offen umzugehen, das liebe er, und mit dem Bus, dem Minibus oder per Anhalter unterwegs zu sein wie die Afrikaner selbst. „Das ist meine 15. Reise und es gibt immernoch vieles, was ich noch nicht gesehen habe. Westafrika zum Beispiel. Afrika ist so groß“, schwärmt der Jungunternehmer.
(Erschienen: 24.09.2010 18:55)

„Fleisch esse ich nur noch in Afrika, da ist alles ursprünglicher, quasi bio, und schmeckt völlig anders als hier.“ Oliver Spitz arbeitet als Ingenieur bei NDSatcom in Immenstaad und will in ein paar Jahren dorthin, wo sein Freund Thomas jetzt schon lebt: nach Tansania an den Malawisee, auf den fünf Hektar großen Campingplatz, den beide im August dort eröffnet haben. Aber noch ist Oliver mit seiner Familie in Deutschland und unterstützt überwiegend von hier aus das gemeinsame Projekt. Die ersten idyllischen Bambushütten stehen bereits, ein Brunnen ist gebohrt, Toiletten und Duschen gibt es auch und viel Platz für Camper und Selbstfahrer. Seit 2003 träumen beide nicht mehr nur vom gemeinsamen Projekt in Afrika, sondern haben Nägel mit Köpfen gemacht und das verwilderte Grundstück von alten Afrikanern abgekauft. Ein Vertrauensmann aus dem Dorf, der bis heute ihr Kontaktmann zur lokalen Bevölkerung ist, hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. „Thomas spricht fließend Suaheli.
Fast über den Tisch gezogen
Trotzdem, um ein Haar wären wir über den Tisch gezogen worden.“ Aber jetzt sei alles gut, berichtet der 40-Jährige, in Bezug auf die benachbarten Dorfbewohner - schließlich schaffe der Campingplatz auch Arbeit. Mit Solarpanels werde Energie erzeugt und von der LED-Beleuchtung des Campingplatzes profitierten sogar die Fischer, die nachts auf dem See unterwegs sind. „Der See ist halb so groß wie die Bundesrepublik“, betont der Ingenieur. Die Entscheidung für Tansania haben die beiden deutschen Investoren neben der großartigen Landschaft am Malawisee mit den dahinterliegenden Bergen vor allem von den politisch stabilen Verhältnissen abhängig gemacht und dem sich abzeichnenden Wirtschaftswachstum. „Der Kauf selbst musste vom Parlament abgesegnet werden und vom Präsident persönlich, wie bei allen ausländischen Investitionen“, erklärt Oliver Spitz. Ein wichtiges Zusatzangebot bietet der „Crazy Crocodile“-Campingplatz außerdem: eine gut eingerichtete Autowerkstatt. Wer in Afrika auf eigene Faust auf längeren Strecken unterwegs ist, weiß das zu schätzen. Das Hauptklientel für regelmäßige Auslastung seien die Sprachschüler der angrenzenden Missionsstationen, die sich in Gruppen einmieten. In der nächst größeren Stadt, 120 Kilometer weiter, soll bald ein Flugplatz in Betrieb genommen werden. Auch der könnte für mehr Betrieb auf dem Campingplatz sorgen. „Wir hoffen, dass dann die Hauptstädter aus Daressalam an den See kommen“, meint Spitz. Auch die Bahntouristen auf der 5000 Kilometer-Strecke von Daressalam nach Windhuk, eine beliebte Strecke von Norden nach Süden durch den afrikanischen Kontinent, könnten zwischendurch ihre Reise am Malawisee unterbrechen. Die Deutschen seien in Tansania beliebt, weiß der Afrika-Kenner, sie hätten damals die Malaria besiegt. Die ganz Alten erzählten noch aus den früheren Kolonialzeiten von den Deutschen und den Engländern. „Und ‚Schule‘ heißt in Suaheli ‚Schule‘.“ Im Dezember fliegt Oliver Spitz wieder nach Afrika. Mit den Leuten offen umzugehen, das liebe er, und mit dem Bus, dem Minibus oder per Anhalter unterwegs zu sein wie die Afrikaner selbst. „Das ist meine 15. Reise und es gibt immernoch vieles, was ich noch nicht gesehen habe. Westafrika zum Beispiel. Afrika ist so groß“, schwärmt der Jungunternehmer.
(Erschienen: 24.09.2010 18:55)







































