Rund um Friedrichshafen
Zapfs Kreationen stoßen die Fantasie an
Von unserem Redaktionsmitglied Stefanie Rebhan
Alles was zu einfach war, hat Falk Holzapfel alias „Zapf“ gelangweilt. Herausforderungen sind es, die er braucht und das Zeichnen bietet ihm noch heute genau das. Nächte werden durchgezeichnet, zerkaute Bleistifte und sich im Mülleimer türmende Papierknäuel sind an der Tagesordnung.
„In der Comic-Welt lebe ich schon lange“, sagt der gebürtige Berliner, der als Kind keinen Trödelmarkt auf der Suche nach den damals noch selten angebotenen Comics ausließ. Als er vor sechs Jahren nach Friedrichshafen kam und sein Studium zum Kunst- und Deutschlehrer in Weingarten begann, startete er mit dem Zeichnen so richtig durch.
Dabei hält sich „Zapf“ nicht einmal für talentiert. Lehrer hätten seine Bilder in Ordnung, doch nicht überragend gefunden. „Talent hast du zwar keins, aber das mit dem Fleiß, das kriegste hin“, habe er sich gesagt. Fleiß und Wille sind für ihn die beiden ausschlaggebenden Faktoren, um gut zeichnen zu lernen. Beigebracht habe er sich die Kunst vom Comic-Zeichnen selbst, anhand von Büchern, dem Internet und viel, viel Übung. Seine Vorbilder findet er unter den französisch-belgischen Comiczeichnern.
Auf Kontakte kommt es an
Die größte Schwierigkeit am Zeichnen liegt für den Künstler darin, den gewünschten Ausdruck zu übermitteln. Das aber, kann er am besten mit klaren, einfach Strichen. „In der Zwischenzeit habe ich eine eigene Bildsprache entwickelt“, sagt Holzapfel. Und die scheint vielen zu gefallen, denn mit „Charlie und Leo – Wie man das schlecht gelaunteste Mädchen der Welt erobert“, bringt er nach „Überall Mädchen“ zusammen mit Autor Jochen Till bereits den zweiten Comic auf den Markt. Eine Fortsetzung ist in Arbeit. „Ich stehe noch am Anfang, aber schon um bis hierher zu kommen, muss man seine Arbeiten überall hinschicken und Messen besuchen, auf denen Kontakte geknüpft werden. Das habe ich zu spät erkannt“, meint Zapf.
„An einer Seite sollte man für die Skizze nicht länger als 10 Minuten brauchen.“ Das ist der wichtigste Tipp, den Falk Holzapfel von einem Gleichgesinnten bekommen hat und auch der, den er an jeden weitergeben würde, denn „der Satz war wie eine Offenbarung! Schließlich ist die Skizze das Fundament, die den Blick des Zeichners schult. Besser viel und relativ schnell skizzieren, als sich an einem Bild festzubeißen“, rät Zapf. Leben kann er wie die meisten Comiczeichner hierzulande noch nicht von seinem Hobby. Neben seinem Masterstudium arbeitet er deshalb im Häfler Comic- und Spieleladen „Seetroll“. Dennoch ist er mit seinem Fleiß und Willen gut im Geschäft: Er entwickelt Charakter-Designs, entwirft Logos für Firmen und Vereine, illustriert Kinder- und Jugendbücher, veröffentlicht in Comicmagazinen und bringt seine Figuren gar auf Wände in Kinderzimmern. An seinem Können zweifelt der 29-Jährige trotzdem immer wieder. „Manchmal bin ich mir sicher, dass ich jetzt das letzte Bild überhaupt gezeichnet habe und doch halte ich nie lange durch“, erklärt er.
Denn das Zeichnen ist seine Art, sich auszudrücken und das alltägliche Leben zu verarbeiten. „Ich kompensiere meine Ängste und Zweifel durch das Zeichnen und kann dadurch auch meine Gefühle besser verstehen“, sagt Zapf. Solch ein autobiographisches Werk ist „Bonsai Ben“, von dem beinahe wöchentlich eine humorvolle Mini-Geschichte in Facebook erscheint. Ohne Humor geht in den Comics von Falk Holzapfel nichts. Und natürlich müssen Bild und Text zusammen funktionieren – das ist die Grundlage.
(Erschienen: 26.11.2010 08:00)
Von unserem Redaktionsmitglied Stefanie Rebhan
Alles was zu einfach war, hat Falk Holzapfel alias „Zapf“ gelangweilt. Herausforderungen sind es, die er braucht und das Zeichnen bietet ihm noch heute genau das. Nächte werden durchgezeichnet, zerkaute Bleistifte und sich im Mülleimer türmende Papierknäuel sind an der Tagesordnung.
„In der Comic-Welt lebe ich schon lange“, sagt der gebürtige Berliner, der als Kind keinen Trödelmarkt auf der Suche nach den damals noch selten angebotenen Comics ausließ. Als er vor sechs Jahren nach Friedrichshafen kam und sein Studium zum Kunst- und Deutschlehrer in Weingarten begann, startete er mit dem Zeichnen so richtig durch.
Dabei hält sich „Zapf“ nicht einmal für talentiert. Lehrer hätten seine Bilder in Ordnung, doch nicht überragend gefunden. „Talent hast du zwar keins, aber das mit dem Fleiß, das kriegste hin“, habe er sich gesagt. Fleiß und Wille sind für ihn die beiden ausschlaggebenden Faktoren, um gut zeichnen zu lernen. Beigebracht habe er sich die Kunst vom Comic-Zeichnen selbst, anhand von Büchern, dem Internet und viel, viel Übung. Seine Vorbilder findet er unter den französisch-belgischen Comiczeichnern.
Auf Kontakte kommt es an
Die größte Schwierigkeit am Zeichnen liegt für den Künstler darin, den gewünschten Ausdruck zu übermitteln. Das aber, kann er am besten mit klaren, einfach Strichen. „In der Zwischenzeit habe ich eine eigene Bildsprache entwickelt“, sagt Holzapfel. Und die scheint vielen zu gefallen, denn mit „Charlie und Leo – Wie man das schlecht gelaunteste Mädchen der Welt erobert“, bringt er nach „Überall Mädchen“ zusammen mit Autor Jochen Till bereits den zweiten Comic auf den Markt. Eine Fortsetzung ist in Arbeit. „Ich stehe noch am Anfang, aber schon um bis hierher zu kommen, muss man seine Arbeiten überall hinschicken und Messen besuchen, auf denen Kontakte geknüpft werden. Das habe ich zu spät erkannt“, meint Zapf.
„An einer Seite sollte man für die Skizze nicht länger als 10 Minuten brauchen.“ Das ist der wichtigste Tipp, den Falk Holzapfel von einem Gleichgesinnten bekommen hat und auch der, den er an jeden weitergeben würde, denn „der Satz war wie eine Offenbarung! Schließlich ist die Skizze das Fundament, die den Blick des Zeichners schult. Besser viel und relativ schnell skizzieren, als sich an einem Bild festzubeißen“, rät Zapf. Leben kann er wie die meisten Comiczeichner hierzulande noch nicht von seinem Hobby. Neben seinem Masterstudium arbeitet er deshalb im Häfler Comic- und Spieleladen „Seetroll“. Dennoch ist er mit seinem Fleiß und Willen gut im Geschäft: Er entwickelt Charakter-Designs, entwirft Logos für Firmen und Vereine, illustriert Kinder- und Jugendbücher, veröffentlicht in Comicmagazinen und bringt seine Figuren gar auf Wände in Kinderzimmern. An seinem Können zweifelt der 29-Jährige trotzdem immer wieder. „Manchmal bin ich mir sicher, dass ich jetzt das letzte Bild überhaupt gezeichnet habe und doch halte ich nie lange durch“, erklärt er.
Denn das Zeichnen ist seine Art, sich auszudrücken und das alltägliche Leben zu verarbeiten. „Ich kompensiere meine Ängste und Zweifel durch das Zeichnen und kann dadurch auch meine Gefühle besser verstehen“, sagt Zapf. Solch ein autobiographisches Werk ist „Bonsai Ben“, von dem beinahe wöchentlich eine humorvolle Mini-Geschichte in Facebook erscheint. Ohne Humor geht in den Comics von Falk Holzapfel nichts. Und natürlich müssen Bild und Text zusammen funktionieren – das ist die Grundlage.
(Erschienen: 26.11.2010 08:00)







































