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Methadon-Behandlung beschäftigt Politik

RAVENSBURG / bua Die "Bürger für Ravensburg" wollen mit einer Gemeinderatsresolution auf eine Gesetzesänderung bei der ärztlichen Behandlung Drogenabhängiger hinwirken. Aufgrund der geplanten Kürzungen bei der Methadonbehandlung soll am Freitag in Ravensburg demonstriert werden. Die Fraktion der "Bürger für Ravensburg" (BfR) im Ravensburger Gemeinderat nimmt in ihrem Antrag Bezug auf das Urteil gegen den Weingartener Mediziner Dr.

Die Fraktion der "Bürger für Ravensburg" (BfR) im Ravensburger Gemeinderat nimmt in ihrem Antrag Bezug auf das Urteil gegen den Weingartener Mediziner Dr. Axel Nold, der in der vergangenen Woche aufgrund eines formalen Verstoßes bei der Behandlung Drogenabhängiger mit Methadon vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist. Das "harte Urteil" gegen Nold werde von "sämtlichen Beteiligten" als "völlig sinnlos" gesehen, meinen die BfR in einem Schreiben an Oberbürgermeister Hermann Vogler. Die BfR beantragen daher, dass der Gemeinderat eine Resolution diskutiert und verabschiedet, mit der der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Andreas Schockenhoff aufgefordert wird, "einen Gesetzesentwurf zur rechtlichen Entlastung dieser aufopfernd tätigen Ärzte in den Bundestag einzubringen". Denn "Hatz" auf substituierende Ärzte werde nur aufgrund der geltenden Gesetze veranstaltet, so die BfR.

Nicht nur die bestehende Rechtsunsicherheit, sondern auch die künftige Vergütung für die Behandlung Drogenabhängiger mit Methadon fürchten indes die substituierenden Ärzte in der Region, allen voran die Suchtschwerpunktpraxis Dr. Matschinski in Ravensburg, in der momentan 160 Drogenabhängige behandelt werden. Da die Krankenkassen die Vergütung von Substitutionsbehandlungen um fast 20 Prozent kürzen wollen, soll am Freitag, 21. November, um 14 Uhr auf dem Ravensburger Marienplatz demonstriert werden. Unterstützung finden die substituierenden Ärzte von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, dem Städtetag, dem Sozialausschuss des Kreistags sowie der Caritas und vom Zentrum für Psychiatrie Weißenau.

Die Suchtmediziner befürchten, dass eine Kürzung der ohnehin eher schlecht bezahlten Behandlung Drogenkranker dazu führen würde, dass sich noch mehr Mediziner aus diesem Bereich zurückziehen. Durch das Methadonprogramm stabilisierte Patienten könnten aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen werden und wieder in die illegale Drogenbeschaffung und Kriminalität abgleiten.

(Erschienen: 20.11.2008 00:08)

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