Rund um Friedrichshafen
Envisat erforscht seit zehn Jahren das Klima
Seitdem liefert Envisat Messdaten über die Entwicklung von Ozon, Luftschadstoffen und Treibhausgasen, das Verhalten des Polareises, Temperaturänderungen der Meere, Veränderungen der Landbedeckung und vieles mehr. Die auf ursprünglich fünf Jahre angelegte Mission wurde bereits zweimal verlängert und soll bis mindestens 2013 fortgesetzt werden.
Astrium war für die Entwicklung der Mission und des Gesamtsystems als Hauptauftragnehmer gegenüber dem Auftraggeber ESA gesamtverantwortlich.
Die Entwicklung und Herstellung des Satelliten sowie fünf seiner Instrumente wurden ebenfalls direkt durch Astrium geführt, die anderen Systemelemente waren unterbeauftragt.
Astrium wird Hauptauftraggeber
Astrium Deutschland war Hauptauftragnehmer für die gesamte Mission und Instrumentierung und führte das Infrarotspektrometer MIPAS und das Spektrometer Sciamachy sowie die sogennannte Nutzlastbucht des Satelliten. Unter der Leitung des britischen Standorts entstand die polare Plattform sowie das abbildende Radarinstrument Advanced Synthetic Aperture Radar (ASAR) und das Advanced Along Track Scanning Radiometer (AATSR). Astrium Frankreich lieferte das Versorgungsmodul und das GOMOS-Instrument zur Überwachung der Ozonschicht.
Um Kontinuität in der Erdbeobachtung auch weit über Envisat hinaus zu erhalten, haben die Europäische Kommission und die Europäische Weltraumorganisation, ESA, im Rahmen ihres Programms Global Monitoring for Environment and Security (GMES) das Sentinel-Programm ins Leben gerufen.
Es besteht aus einer Familie unterschiedlicher Satelliten und wissenschaftlicher Messgeräte, die alle wichtigen Aufgaben der Erdbeobachtung, die Envisat derzeit alleine übernimmt, operationell (also im Routinebetrieb) abdecken werden, heißt es vonseiten des Unternehmens. Für Sentinel 1 liefert Astrium in Friedrichshafen das zentrale wissenschaftliche Instrument, ein C-Band-Radar und ist Hauptauftragnehmer für Sentinel 2. Damit knüpft das Unternehmen an den erfolgreichen Bau der Satelliten ERS1/2, Envisat, Metop und Cryosat sowie deren Instrumente an.
Ein Teil von Envisats Messdaten gelange nahezu in Echtzeit zu den Forschern und Nutzern, der andere werde mittelfristig aufbereitet, wird informiert. Dabei habe das Spektrometer Sciamachy Einblicke in die Physik und Chemie der Atmosphäre geliefert. Das Instrument misst Sonnenlicht, das die Atmosphäre durchquert hat, und zerlegt es in seine Spektralfarben. In dem auf diese Weise erhaltenen Spektrum hinterlassen in der Luft enthaltene Gase charakteristische „Fingerabdrücke“. Dies erlaubt den Forschern, genaue Rückschlüsse auf die Konzentrationsverteilung von Luftschadstoffen zwischen der Erdoberfläche und 90 Kilometer Höhe zu ziehen.
Ganz oben auf der Liste der Messungen mit Sciamachy steht das Treibhausgas Kohlendioxid (CO ). Insbesondere wollen Klimaforscher verstehen, wie CO im globalen Kohlenstoffzyklus agiert. Von den emittierten CO -Mengen verbleibt derzeit etwa die Hälfte in der Atmosphäre, die andere Hälfte wird in den Ozeanen und der Biosphäre gespeichert. Ausgedehnte Blattgrünflächen, wie die Wälder Sibiriens, können CO aufnehmen. Es ist zu erwarten, so schreibt Astrium, dass ihr Wachstumszyklus einen deutlichen Einfluss auf die Menge des vorhandenen CO besitzt. Messungen mit Sciamachy über der nördlichen Hemisphäre zeigten genau diesen Effekt. In den Sommermonaten Juli und August „atmen“ die borealen Wälder besonders intensiv CO ein und entfernen es dadurch aus der Troposphäre. Diese Messdaten seien für die Klimaforscher von unersetzlichem Wert.
Bis zum Ende der Mission im kommenden Jahr „dürften weitere Höhepunkte folgen, bevor die Sentinels die Aufgaben von Envisat übernehmen“, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.
(Erschienen: 22.02.2012 18:50)
Seitdem liefert Envisat Messdaten über die Entwicklung von Ozon, Luftschadstoffen und Treibhausgasen, das Verhalten des Polareises, Temperaturänderungen der Meere, Veränderungen der Landbedeckung und vieles mehr. Die auf ursprünglich fünf Jahre angelegte Mission wurde bereits zweimal verlängert und soll bis mindestens 2013 fortgesetzt werden.
Astrium war für die Entwicklung der Mission und des Gesamtsystems als Hauptauftragnehmer gegenüber dem Auftraggeber ESA gesamtverantwortlich.
Die Entwicklung und Herstellung des Satelliten sowie fünf seiner Instrumente wurden ebenfalls direkt durch Astrium geführt, die anderen Systemelemente waren unterbeauftragt.
Astrium wird Hauptauftraggeber
Astrium Deutschland war Hauptauftragnehmer für die gesamte Mission und Instrumentierung und führte das Infrarotspektrometer MIPAS und das Spektrometer Sciamachy sowie die sogennannte Nutzlastbucht des Satelliten. Unter der Leitung des britischen Standorts entstand die polare Plattform sowie das abbildende Radarinstrument Advanced Synthetic Aperture Radar (ASAR) und das Advanced Along Track Scanning Radiometer (AATSR). Astrium Frankreich lieferte das Versorgungsmodul und das GOMOS-Instrument zur Überwachung der Ozonschicht.
Um Kontinuität in der Erdbeobachtung auch weit über Envisat hinaus zu erhalten, haben die Europäische Kommission und die Europäische Weltraumorganisation, ESA, im Rahmen ihres Programms Global Monitoring for Environment and Security (GMES) das Sentinel-Programm ins Leben gerufen.
Es besteht aus einer Familie unterschiedlicher Satelliten und wissenschaftlicher Messgeräte, die alle wichtigen Aufgaben der Erdbeobachtung, die Envisat derzeit alleine übernimmt, operationell (also im Routinebetrieb) abdecken werden, heißt es vonseiten des Unternehmens. Für Sentinel 1 liefert Astrium in Friedrichshafen das zentrale wissenschaftliche Instrument, ein C-Band-Radar und ist Hauptauftragnehmer für Sentinel 2. Damit knüpft das Unternehmen an den erfolgreichen Bau der Satelliten ERS1/2, Envisat, Metop und Cryosat sowie deren Instrumente an.
Ein Teil von Envisats Messdaten gelange nahezu in Echtzeit zu den Forschern und Nutzern, der andere werde mittelfristig aufbereitet, wird informiert. Dabei habe das Spektrometer Sciamachy Einblicke in die Physik und Chemie der Atmosphäre geliefert. Das Instrument misst Sonnenlicht, das die Atmosphäre durchquert hat, und zerlegt es in seine Spektralfarben. In dem auf diese Weise erhaltenen Spektrum hinterlassen in der Luft enthaltene Gase charakteristische „Fingerabdrücke“. Dies erlaubt den Forschern, genaue Rückschlüsse auf die Konzentrationsverteilung von Luftschadstoffen zwischen der Erdoberfläche und 90 Kilometer Höhe zu ziehen.
Ganz oben auf der Liste der Messungen mit Sciamachy steht das Treibhausgas Kohlendioxid (CO ). Insbesondere wollen Klimaforscher verstehen, wie CO im globalen Kohlenstoffzyklus agiert. Von den emittierten CO -Mengen verbleibt derzeit etwa die Hälfte in der Atmosphäre, die andere Hälfte wird in den Ozeanen und der Biosphäre gespeichert. Ausgedehnte Blattgrünflächen, wie die Wälder Sibiriens, können CO aufnehmen. Es ist zu erwarten, so schreibt Astrium, dass ihr Wachstumszyklus einen deutlichen Einfluss auf die Menge des vorhandenen CO besitzt. Messungen mit Sciamachy über der nördlichen Hemisphäre zeigten genau diesen Effekt. In den Sommermonaten Juli und August „atmen“ die borealen Wälder besonders intensiv CO ein und entfernen es dadurch aus der Troposphäre. Diese Messdaten seien für die Klimaforscher von unersetzlichem Wert.
Bis zum Ende der Mission im kommenden Jahr „dürften weitere Höhepunkte folgen, bevor die Sentinels die Aufgaben von Envisat übernehmen“, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.
(Erschienen: 22.02.2012 18:50)






































