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Stadtnachrichten Ulm

Stadt Neu-Ulm sieht neue Großprojekte gelassen

Neu-Ulm / kr Wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. Ähnliches gilt beim Bauen: Wo Hallen und Einkaufszentren errichtet werden, rattern Maschinen und rollen mehr schwere Lastwagen über die Straßen als üblich.

Niemand dürfte das besser wissen als die Neu-Ulmer, die in den vergangenen Jahren beim Mammut-Bahnprojekt NU 21 mehr oder weniger stark unter Krach, Staub, Umleitungen und anderen bauspezifischen Kollateralereignissen gelitten haben.

Einige leidgeprüfte Bürger befürchten, dass sich die Geschichte von NU 21 in Bälde wiederholen wird - wenn im Frühjahr 2010 auf dem Bahnhofsgelände mit dem Bau der Glacis-Galerie begonnen wird und etwa zeitgleich auf dem Muthenhölzle die Arbeiten für die Multifunktionshalle anlaufen. Beide Großprojekte unterscheiden sich aufgrund ihrer schieren Größe doch deutlich vom Bau eines Einfamilienhäuschens, was sich nach Ansicht kritischer Bürger monatelang eher negativ auf die Wohnqualität in der Stadt auswirken dürfte.

Kein Vergleich zu NU 21

In der Stadtverwaltung teilt man diese Befürchtungen nur zum Teil. Stadtplaner Jörg Oberle will natürlich nicht leugnen, dass Bauvorhaben gewisse Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Den Vergleich mit der Bahntieferlegung will er aber nicht gelten lassen. "Bei NU 21 war das Bauvolumen um ein Vielfaches größer." Dazu komme, dass die Bauvorhaben in einem deutlichen Abstand voneinander abgewickelt werden - die Multifunktionshalle eher in städtischer Randlage, die Einkaufs-Galerie in der Stadtmitte. Dass es - wie bei NU 21 hin und wieder geschehen - die Stadt dem Verkehrkollaps nahekommt, glaubt Oberle nicht. "Weder beim Bau der Multifunktionshalle noch bei der Galcis-Galerie greifen wir nicht in den öffentlichen Verkehr ein. Das war bei NU 21 anders. Damals wurden ja ganze Straßen verlegt, es gab in diesem Zusammenhang Umleitungen und Staus."

Beeinträchtigung möglichst gering

Selbstverständlich werde vor Beginn mit den jeweiligen Bauunternehmen darüber gesprochen, wie die Beeinträchtigung der Anwohner so gering wie möglich gehalten werden kann. Jörg Oberle kann sich zum jetzigen Zeitpunkt vorstellen, dass beim Galerie-Bau die Bahnhofstraße komplett vom Baustellenverkehr frei gehalten wird. Nach seiner Vorstellung könnten die Lkw von der Hermann-Köhl- und der Reuttier Straße aufs Gelände rollen. Am Muthenhölzle sieht er fast gar keine Probleme in Sachen Verkehr: Bis die Bagger anrollen, ist die Europastraße zwischen B 28-Anschlussstelle und Memminger Straße komplett sechsspurig ausgebaut sein.

Der Stadtplaner erwartet bei den beiden Bauvorhaben eigentlich "keine Konflikte". Im Gegenteil, er hofft, dass sich die durchaus positiven Erfahrungen, die man bei NU 21 gemacht hat, erneut einstellen. "Die Bahntieferlegung ist auf enormes Interesse bei den Bürgern gestoßen." Geplant ist deshalb, die Neu-Ulmer wieder bei Baustellenführungen über den Fortschritt der jeweiligen Arbeiten zu informieren. Der Erfolg gab der Stadt (und der Bahn) damals recht: Die Führungen waren stets gut bis sehr gut besucht.

(Erschienen: 16.11.2009 00:14)

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