Stadtnachrichten Ulm
Ulmer Wissenschaftler helfen katholischer Kirche

Wie können Priester, Diakone oder ehrenamtliche Mitarbeiter die Risiken für einen möglichen sexuellen Missbrauch von Kindern in ihren Einrichtungen erkennen und verringern? Wie lässt sich ein angemessenes Gespräch über einen Verdachtsfall führen? Welche Möglichkeiten gibt es, Betroffenen schnell zu helfen? Das am 20. Januar eröffnete „Zentrum für Kinderschutz“ erarbeitet derzeit ein multimediales E-Learning-Konzept, das kirchliche Mitarbeiter weltweit im Umgang mit diesen Fragen praxisnah und interaktiv schulen soll.
Das von Ulmer Wissenschaftlern mit entwickelte Konzept umfasst in sechs Lernmodulen Videosequenzen, Gesprächstraining, Bausteine zur Selbstreflexion, Glossare und Kontrolltests. Das Konzept ist eines der Kernthemen des bis Donnerstag dauernden Kongresses, an dem mehr als 200 Vertreter von Bischofskonferenzen, katholischer Orden sowie Psychologen und Kirchenrechtler aus aller Welt in der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom teilnehmen.
„Die Ulmer Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie hat in den letzten Jahren ein internationales Netzwerk zu den Themenbereichen seelische Gesundheit und Kinderschutz aufgebaut“, erläutert der Ärztliche Direktor Prof. Jörg M. Fegert. „Die weltumspannende katholische Kirche nutzt dieses Wissensnetzwerk nun, um sich dem Thema des sexuellen Missbrauchs zu stellen“, so Fegert.
Dabei gilt es, die Lerninhalte auf die besondere Zielgruppe im kirchlichen Umfeld auszurichten und sie dem weltweiten Einsatz anzupassen: „Andere Kulturen und Traditionen in aller Welt erfordern angepasste Lerninhalte. Um sie zu entwickeln, werden wir die Situation in verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern analysieren“, erläutert der Direktor des Münchner Zentrums für Kinderschutz, der Ulmer Wissenschaftler Hubert Liebhardt. Ziel ist, eine Kultur des Hinsehens und des Dialogs in der Kirche zu fördern.
Im Bereich interaktiver Lernplattformen haben die Ulmer Wissenschaftler bereits Erfahrung. So entwickelten sie eine Lernplattform „Frühe Hilfen“ ( www.elearning-fruehehilfen.de ) und arbeiten mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums derzeit an einem Programm für die Aus- und Weiterbildung von Medizinern und Pädagogen zur Thematik des sexuellen Missbrauchs ( www.elearning-kinderschutz.de ).
(Erschienen: 07.02.2012 20:45)

Wie können Priester, Diakone oder ehrenamtliche Mitarbeiter die Risiken für einen möglichen sexuellen Missbrauch von Kindern in ihren Einrichtungen erkennen und verringern? Wie lässt sich ein angemessenes Gespräch über einen Verdachtsfall führen? Welche Möglichkeiten gibt es, Betroffenen schnell zu helfen? Das am 20. Januar eröffnete „Zentrum für Kinderschutz“ erarbeitet derzeit ein multimediales E-Learning-Konzept, das kirchliche Mitarbeiter weltweit im Umgang mit diesen Fragen praxisnah und interaktiv schulen soll.
Das von Ulmer Wissenschaftlern mit entwickelte Konzept umfasst in sechs Lernmodulen Videosequenzen, Gesprächstraining, Bausteine zur Selbstreflexion, Glossare und Kontrolltests. Das Konzept ist eines der Kernthemen des bis Donnerstag dauernden Kongresses, an dem mehr als 200 Vertreter von Bischofskonferenzen, katholischer Orden sowie Psychologen und Kirchenrechtler aus aller Welt in der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom teilnehmen.
„Die Ulmer Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie hat in den letzten Jahren ein internationales Netzwerk zu den Themenbereichen seelische Gesundheit und Kinderschutz aufgebaut“, erläutert der Ärztliche Direktor Prof. Jörg M. Fegert. „Die weltumspannende katholische Kirche nutzt dieses Wissensnetzwerk nun, um sich dem Thema des sexuellen Missbrauchs zu stellen“, so Fegert.
Dabei gilt es, die Lerninhalte auf die besondere Zielgruppe im kirchlichen Umfeld auszurichten und sie dem weltweiten Einsatz anzupassen: „Andere Kulturen und Traditionen in aller Welt erfordern angepasste Lerninhalte. Um sie zu entwickeln, werden wir die Situation in verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern analysieren“, erläutert der Direktor des Münchner Zentrums für Kinderschutz, der Ulmer Wissenschaftler Hubert Liebhardt. Ziel ist, eine Kultur des Hinsehens und des Dialogs in der Kirche zu fördern.
Im Bereich interaktiver Lernplattformen haben die Ulmer Wissenschaftler bereits Erfahrung. So entwickelten sie eine Lernplattform „Frühe Hilfen“ ( www.elearning-fruehehilfen.de ) und arbeiten mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums derzeit an einem Programm für die Aus- und Weiterbildung von Medizinern und Pädagogen zur Thematik des sexuellen Missbrauchs ( www.elearning-kinderschutz.de ).
(Erschienen: 07.02.2012 20:45)






























