Südfinder
Südfinder JOB
Südfinder AUTO
Südfinder IMMO
Südfinder TICKET
Südfinder HANDWERK
bodensee
Lakeparty
Regio-TV
inserieren
abo
e-paper
Schwäbisch.Media

Stadtnachrichten Riedlingen

Unlingen will „am Ball bleiben und nicht schweigen“

Bürgermeister Richard Mück, der Landtagsabgeordnete Eugen Schlaachter, der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Winkler und der Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann erörtern die Pläne für die Ortsumfahrung Unlingen.
Bürgermeister Richard Mück, der Landtagsabgeordnete Eugen Schlaachter, der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Winkler und der Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann erörtern die Pläne für die Ortsumfahrung Unlingen. (Foto: Markus Dreher)

Unlingen / sz Es gibt wenige Straßenbauvorhaben, die parteiübergreifend für so sinnvoll erachtet werden wie die Ortsumfahrung Unlingen. Das wurde beim Besuch am Mittwoch (1. September) der Grünen-Politiker Eugen Schlachter und Winfried Hermann deutlich.

Von unserem Redakteur  Markus Dreher

Der Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann kam auf Vermittlung und in Begleitung seines Parteifreunds, des Landtagsabgeordneten Eugen Schlachter, nach Unlingen. Hermann sitzt im Bundestag dem Verkehrsausschuss vor; dieser sei eng eingebunden, wenn es darum gehe, den Verkehrswegeplan fortzuschreiben. Wenn es ans Umsetzen der dort als vordringlich eingestuften Bauvorhaben gehe, seien Regierung und Verwaltung am Zug „und da reden der Bund, das Land und das Regierungspräsidium mit“. Leider seien die Einzelentscheidungen dann oft schwer durchschaubar. „Wir fordern eine klare Prioritätenliste“, sagte der Grünen-Politiker. Denn das Geld reiche längst nicht für alle Projekte im vordringlichen Bedarf, weil „viele Kollegen allen alles versprechen“, kritisierte Hermann mit einem Seitenhieb auf die großen Parteien.

Mehr Geld werde es kaum geben. Zumal, so ein weiterer Seitenhieb, für Stuttgart 21 viel Geld vergraben werde. Die Sorge, dass dadurch kleine Verkehrsvorhaben untergebuttert werden könnten, treibt auch Mück und seinen ehrenamtlichen Stellvertreter Wolfgang Winkler um. Hermann sagte, mit mehr als 50 Millionen Euro jährlich für Bundesfernstraßen könne Baden-Württemberg im Schnitt der nächsten Jahre nicht rechnen.

Dass die B 311-Ortsumfahrung Unlingen auf einer Prioritätenliste weit nach oben gehöre, sehen auch Hermann und Schlachter so; wenngleich Hermann der B 30 bei Ravensburg Vorrang einräumte. Schlachter sagte: „Ich und meine Parteifreunde springen nicht bei jeder Straße gleich vorneweg. Aber die Umfahrung Unlingen ist eine der wenigen Straßenbaumaßnahmen, die wir akzeptieren.“ Er zollte Anerkennung dafür, dass die Gemeinde aktiv viel Vorarbeit leiste. Dies bezieht sich etwa darauf, dass sie bereits jetzt in einem finanziellen Kraftakt Grund und Boden für die Trasse und für die Ausgleichsflächen erworben hat.

Mück und Winkler hatten ebenfalls betont, dass der Gemeinderat alle Beschlüsse einstimmig getroffen hat; dass dies einer der seltenen Fälle ist, in denen selbst der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Pläne mitträgt; und dass in der langen Geschichte von den ersten Plänen 1959 bis zur Genehmigung der jetzigen West-Trasse im April dieses Jahres nichts unversucht blieb, um Naturschutzbelange und die Interessen von Landwirten und Anliegern so weit wie irgend möglich zu berücksichtigen – was viel Zeit kostete.

Das wichtigste Argument ist auch für beiden Grünen-Abgeordneten der hohe Kosten-Nutzen-Faktor von 7,4. Zum Vergleich: die Umfahrung Uttenweiler hatte laut Mück einen Kosten-Nutzen-Faktor von 1,6. Dass dort längst gebaut wurde, erklärte der damals noch in die Regierungsverantwortung eingebundene Hermann damit, dass die Kosten exakt mit einem übrig gebliebenen Restbetrag übereinstimmten. Vor diesem Hintergrund wird wohl Mücks Aussage gegenüber der SZ verständlich, „dass man auch ein bisschen Glück braucht“. Er und seine Mitstreiter beherzigen längst, was Hermann riet: „Am Ball bleiben und nicht schweigen.“ Und das auf allen Ebenen, denn nach Hermanns Beobachtung wird die Stimme des Landes gehört, was die Reihenfolge des Baus von Bundesstraßen innerhalb des Landes betrifft.

Um für die Umfahrung zu werben, sucht der Unlinger Bürgermeister Richard Mück das persönliche Gespräch auf allen Kanälen. Am liebsten vor Ort in Unlingen, denn dass dies am eindrücklichsten ist, wurde gestern wieder deutlich: Beim Rundgang entlang der bestehenden Bundesstraße 311 mochte der Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann kaum glauben, dass es nur 8500 Fahrzeuge sein sollen, die täglich durch den Ort fahren. In der Tat liegt die letzte Zählung lange zurück, bestätigte Mück. Die Zahl beruht auf einer fortgeschriebenen Prognose der Ingenieure. „Eine Zählung könnte ein Überraschung bringen“, glaubt Hermann. Hinzu kommt, dass der Lastwagenanteil mit 3000 besonders hoch ist. Hermann brachte Tempo 30 für Lastwagen ins Gespräch und will sich beim Regierungspräsidium danach erkundigen. Dies würde für die Zeit bis zur fertigen Umfahrung den Lärm mindern und die Sicherheit erhöhen, sagte Hermann und versicherte, dass dadurch die Umfahrung nicht überflüssig oder verzögert werde.

(Erschienen: 01.09.2010 18:20)

Artikelfunktionen
drucken
Bewertungen
0.0
0,0 (0 Stimmen)
Das könnte Sie auch interessieren
- Anzeige -
Festliches
Trauer
FESTLICHES





Das Wetter in Riedlingen
Vormittags
-13 °
Nachmittags
-9 °
Abends
-10 °
Nachts
-17 °
präsentiert von der IHK-Region Ulm
Facebook
schwäbische.de-Facebook