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Stadtnachrichten Riedlingen

Regiowährung entfacht Diskussion

RIEDLINGEN - Mit einer regionalen Währung für Riedlingen und das Umland haben sich am Donnerstagabend die Netzwerker des Handels- und Gewerbevereins ein weiteres Mal beschäftigt. Befürworter, Gegner und auch "nur Neugierige" wägten Für und Wider des Donautalers ab. Am 26.

Viele Fragen rund um den Donautaler hat die zweite Versammlung zum Thema regionale Währung aufgeworfen. Im Kellergewölbe der Kreissparkasse Riedlingen traf man sich zum kontroversen Austausch. Welche Gemeinden aus der Region könnten mitmachen, für welches Gewerbe wäre das Regiogeld interessant und wie könnte es die Kaufkraft in der Region stärken? KSK-Hausherr Matthias Reichelt hieß die Donautaler-Interessierten willkommen und sah durchaus Chancen in diesem Projekt.

Josef Hoffmann, Gabriele Lang und Ulrich Brendler haben sich des Themas angenommen und versuchen, noch mehr Menschen für eine regionale Währung zu interessieren. Eines haben sie bereits geschafft - der Donautaler sorgt für Gesprächsstoff in der Stadt. Auch wenn es noch ein weiter und anstrengender Weg bis zu einer möglichen Realisierung des Regionalgeldes sein wird. Hoffmann zitierte einmal mehr den Erfolg des Chiemgauers, der für drei Millionen Euro Umsatz sorgt und den 600 Unternehmen als Zahlungsmittel akzeptieren. Die Branchen reichen dabei von A wie Apotheke bis Z wie Zahnarzt - Buchhändler, Steuerberater, Elektriker, die Lebensmittelbranche und Bekleidungsgeschäfte könnten sich beteiligen. Dreimal schneller werde der Chiemgauer ausgegeben, weil er nach einer gewissen Zeit an Wert verliere, klärte Hoffmann auf. Die Umsatzgeschwindigkeit spiele eine große Rolle. Das unterstrich auch Brendler, der darauf verwies, dass der Regiotaler nicht der Inflation unterliege. Als weitere Vorteile wurden die Stärkung der Region, der Anschub des Wirtschaftskreislaufs und die Vergrößerung der Bekanntheit der Stadt genannt.

Aber auch die Skeptiker kamen am Donnerstagabend zu Wort, bezeichneten den Donautaler als "kuriose Spielerei", "als Malussystem, weil am Ende einer verliere". Nicht das Geld sei in Riedlingen das Problem, sagte ein weiterer Besucher. Die Probleme seien die Ladenöffnungszeiten, die Freundlichkeit und der Umgang mit dem Kunden. Einem anderen "sträuben sich beim Regiogeld die Nackenhaare", er sah gar eine Gefahr im Donautaler und wollte "eine nachdenkliche Stimmung erzeugen". Nur wenn Preis, Leistung und Angebot stimmten, kämen die Kunden in die Läden.

Kosten und Nutzen untersuchen

Einig war man sich, dass der Donautaler kein Ersatz für Freundlichkeit sein könne und dass Kosten, Nutzen und Aufwand sehr genau untersucht werden müssten. Als weitere Schritte wurde angedacht, eine Umfrage bei den Unternehmern zu starten und auch in der Region auszuloten, in welchen Städten und Gemeinden man das Interesse an der regionalen Währung wecken könnte. Hoffmann könnte sich die fünf vorderösterreichischen Städte - Bad Saulgau, Munderkingen, Riedlingen, Bad Waldsee und Mengen, die auch gemeinsam die Storchenparade auf den Weg gebracht haben - vorstellen. Während man Ulm, Biberach und auch Ehingen außen vor lassen würde.

Bis zum 26. März wollen die Netzwerker Kontakte zu anderen Städten und Gemeinden und deren Handels- und Gewerbevereinen knüpfen und eine Unternehmensbefragung auf den Weg bringen.

(Erschienen: 07.02.2009 00:06)

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