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Stadtnachrichten Riedlingen

Raumschaft mahnt: Donautalbahn nicht vergessen

Unlingen/Riedlingen / mad Hauptthema beim Besuch der Abgeordneten Eugen Schlachter und Winfried Hermann in Unlingen ist die geplante B 311-Ortsumfahrung gewesen. Der Unlinger Bürgermeister Richard Mück sprach nebenbei aber auch die Donautalbahn an.

Vor dem Hintergrund des ohnehin begrenzten Verkehrsetats bedauerten die Grünen-Abgeordneten Eugen Schlachter (Landtag) und Winfried Hermann (Bundestag), dass für Stuttgart 21 viel Geld ausgegeben wird, aus ihrer Sicht unnötig. In diesem Zusammenhang äußerte der Unlinger Bürgermeister Richard Mück die Sorge, dass solche Großprojekte zulasten wichtiger Verkehrsverbindungen im ländlichen Raum gehen könnten. Das betrifft nicht nur Straßenbauvorhaben wie die Ortsumfahrung Unlingen im Zuge der Bundesstraße 311, sondern auch den Schienenverkehr: Hier rede alles von Stuttgart 21. Wenn sich in Oberschwaben überhaupt etwas tue, werde zuerst an Elektrifizierung der Südbahn gedacht. „Von der Donautalbahn redet schon keiner mehr“, bedauerte der Unlinger Rathauschef, der auch im Biberacher Kreistag sitzt.

Dabei wäre der Lückenschluss der Donautalbahn zwischen Ehingen und Erbach von großer Bedeutung für den gesamten Raum Riedlingen. Hiesige Kommunalpolitiker betonen immer wieder, dass eine zügige Zugverbindung nach Ulm für die Raumschaft besonders wichtig ist. Denn nur wenn die Bürger die dortigen Arbeitsplätze gut erreichen, bleiben Familien in der Raumschaft wohnen oder ziehen hier her.

Mücks ehrenamtlicher Stellvertreter Wolfgang Winkler betonte, dass der Lückenschluss auf der Donautalbahn nicht zulasten von Blaubeuren gehen müsse; man könnte ja jeden zweiten Zug auf dem bisherigen Umweg verkehren lassen und die anderen auf einer direkten Linie nach Ulm.

Der Landtagsabgeordnete Eugen Schlachter wies darauf hin, dass das Land bei Stuttgart 21 ein Projekt vorfinanziere, für das eigentlich der Bund zuständig sei. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried Hermann, hatte bei dem Besuch keine Hoffnung auf mehr Geld gemacht. Der sogenannte vordringliche Bedarf im Bundesverkehrswegeplan trage seinen Namen eigentlich zu Unrecht.. Denn selbst in diesem vordringlichen Bedarf stünden Projekte, die mindestens doppelt so viel kosten, wie tatsächlich Geld bereitgestellt wird – vom weiteren Bedarf ganz zu schweigen. Ganz Baden-Württemberg könne mit 230 Millionen Euro für Verkehrsprojekte des Bundes jährlich rechnen. Für den Regierungsbezirk Südwürttemberg (und nicht für das ganze Land, wie gestern versehentlich berichtet!) mache das ungefähr 50 Millionen Euro jährlich.

(Erschienen: 02.09.2010 13:45)

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