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Demenzlotsen begleiten Kranke und Angehörige

Michaela Vohwinkel, Michael Wissussek und Doris Buck engagieren sich in der Demenzarbeit.
Michaela Vohwinkel, Michael Wissussek und Doris Buck engagieren sich in der Demenzarbeit. (Foto: Marion Buck)

Riedlingen / sz Die Demenzpflege der Seniorengenossenschaft Riedlingen ist eine rührige Gruppe und in der Demenzarbeit Vorreiter im Landkreis. Um Angehörigen und Kranken zur Seite zu stehen, gibt es ab 1. November ein Demenz-Notfall-Telefon und Demenzlotsen, die zwischen Ärzten, Angehörigen und Kranken vermitteln.

Von unserer Redakteurin  Marion Buck

Angehörige von Demenzkranken tragen schwer an der Pflege und auch an der Verantwortung. Die Krankheit verursacht Symptome, deren Auswirkungen sich sehr individuell äußern können. Verwirrtheit, Angstzustände, Aggressionen oder Weglauftendenzen des Kranken machen die Menschen in seinem Umfeld rat- und manchmal auch hilflos

Michael Wissussek, Leiter der Demenzpflege, weiß um die Problematik, die die Demenzerkrankung mit sich bringt. Um Angehörigen im Akutfall zur Seite zu stehen, richtet die Demenzpflege Riedlingen ein Notfall-Telefon ein. Tagsüber geben erfahrene Fachkräfte unter (07371) 184726 Hilfestellung. Von 16 Uhr bis 8 Uhr morgens und an Wochenenden, an denen die Tagespflege nicht geöffnet hat, ist Hilfe unter 0152-25244297 erreichbar. „Am Notfalltelefon wird geklärt, was weiter geschehen soll“, sagt Wissussek. Brauchen Kranker und Angehörige Hilfe vor Ort? Der Lotse entscheidet, ob der Notarzt eingeschaltet werden muss oder ob vielleicht ein Gespräch mit der speziell ausgebildeten Fachkraft am Telefon schon ausreicht.

Lotsen helfen beiden Seiten

Ist Hilfe vor Ort nötig, kommen die Demenz-Lotsen ins Spiel. Auch eine Neuerung ab 1. November. Zwei dieser neuen Lotsen sind Doris Buck aus Altheim und Michaela Vohwinkel aus Riedlingen. Sie sind Kontaktperson für den Erkrankten, kennen seine Biographie und vermitteln zwischen Ärzten, Kranken und Angehörigen. Muss der Demente in die Psychiatrie eingewiesen werden, bleiben die Angehörigen zurück und stehen völlig alleine mit ihren Ängsten. „Das Trauma für die Angehörigen trägt oft ein größeres Ausmaß als angenommen“, sagt Wissussek. Auch hier kann der Lotse aktiv werden und sich um den Angehörigen kümmern. Wissussek kann sich durchaus eine Vernetzung im gesamten Landkreis vorstellen.

Damit Lotsen aktiv werden können, müssen zuvor die Daten des Kranken und des Angehörigen erfasst werden. Man muss sich beim Demenz- und Sozialdienst (Telefon 07371/184726) anmelden. Und um ein möglichst großes Feld abdecken zu können, wären mehr engagierte Ehrenamtliche gern gesehen. Auch diese können sich bei Wissussek melden.

(Erschienen: 28.10.2010 18:55)

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