Stadtnachrichten Riedlingen
Langlois wundert sich über Kraus‘ Hellseherei
Langlois stimmt Kraus zu, dass Leistung wichtig ist und es Bildung nicht ohne Anstrengung gibt. Aber derlei „Allgemeinplätze“ sprächen nicht gegen die Gemeinschaftsschule. Er räumt mit dem Missverständnis auf, dass dort die Noten abgeschafft würden. „Es gibt zusätzlich zu den Noten einen Lernentwicklungsbericht“, stellt Langlois klar: „Die Gemeinschaftsschule ist durchaus eine Leistungsschule, die fordert und fördert. Wir machen da keine Kuschelpädagogik.“
Zwar seien Märchen als Unterrichtsstoff geeignet, aber „an Grundschulen Baden-Württembergs tauchen Märchen ganz anderer Art auf“, schreibt Langlois weiter. Es bestehe wohl Einigkeit, dass die Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Neigungen und Wesenszügen ausgestattet seien. All dies schlage sich in unterschiedlichen schulischen Leistungen nieder. Aber warum, fragt er rhetorisch, nehmen dann die Übergangszahlen auf die Realschule und aufs Gymnasium stetig zu, während die Haupt- und die Werkrealschulen auszubluten drohen? „Es gibt Grundschulen, die nicht eine einzige Hauptschulempfehlung aussprechen“, schreibt Langlois und fügt mit einer Portion Sarkasmus hinzu: „Mein Glaube an märchenhafte Wunder hält sich in Grenzen. Ich kann nicht glauben, dass das auch nur zufällig möglich ist.“ Wie manche Grundschullehrer offenbar nur mit Einsen und Zweien auskämen, sei für ihn bei normaler Begabungsverteilung schwer nachvollziebar.
In diesem Zusammenhang macht der Riedlinger Werkrealschulleiter darauf aufmerksam, dass Josef Kraus dem Deutschen Lehrerverband vorstehe. Dabei handle es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Einzelverbände der Gymnasiallehrer, Realschullehrer, Lehrer an Wirtschaftsschulen und solcher an beruflichen Schulen. Langlois‘ Fazit: die Mitglieder des DL „sind keinesfalls ein repräsentativer Querschnitt der deutschen Lehrerschaft. Kraus spricht für 160000 der 750000 Lehrerinnen und Lehrer Deutschlands“ – aber eben nicht für die Grund-, Hauptschul- und Werkrealschullehrer.
Und in Langlois Augen sind gerade deren Erfahrungen wertvoll, wenn es darum geht, die Schüler zu fördern. Anders als Kraus ist Langlois der Meinung, dass mehr Lehrer im gegliederten Schulsystem allein nicht die Lösung sind. Kraus‘ Eintreten für instruktiven statt projektorientierten Unterricht charakterisiert Langlois als „Zurück ins 18. Jahrhundert“ und empfiehlt die Lektüre von Pestalozzi. Wenn Kraus seine Zuhörer „für die Debatten munitionieren“ wollte, so hofft Langlois, „dass die zuständigen Herren und Damen sich nicht darauf einlassen, mit der falschen Munition umzugehen“. Die Joseph-Christian-Schule jedenfalls wolle pädagogisch Sinnvolles leisten und dazu brauche es keinen ideologischen Zwist. Daher lädt er alle Interessierten ein, sich selbst ein Urteil zu bilden.
(Erschienen: 30.01.2012 21:35)
Langlois stimmt Kraus zu, dass Leistung wichtig ist und es Bildung nicht ohne Anstrengung gibt. Aber derlei „Allgemeinplätze“ sprächen nicht gegen die Gemeinschaftsschule. Er räumt mit dem Missverständnis auf, dass dort die Noten abgeschafft würden. „Es gibt zusätzlich zu den Noten einen Lernentwicklungsbericht“, stellt Langlois klar: „Die Gemeinschaftsschule ist durchaus eine Leistungsschule, die fordert und fördert. Wir machen da keine Kuschelpädagogik.“
Zwar seien Märchen als Unterrichtsstoff geeignet, aber „an Grundschulen Baden-Württembergs tauchen Märchen ganz anderer Art auf“, schreibt Langlois weiter. Es bestehe wohl Einigkeit, dass die Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Neigungen und Wesenszügen ausgestattet seien. All dies schlage sich in unterschiedlichen schulischen Leistungen nieder. Aber warum, fragt er rhetorisch, nehmen dann die Übergangszahlen auf die Realschule und aufs Gymnasium stetig zu, während die Haupt- und die Werkrealschulen auszubluten drohen? „Es gibt Grundschulen, die nicht eine einzige Hauptschulempfehlung aussprechen“, schreibt Langlois und fügt mit einer Portion Sarkasmus hinzu: „Mein Glaube an märchenhafte Wunder hält sich in Grenzen. Ich kann nicht glauben, dass das auch nur zufällig möglich ist.“ Wie manche Grundschullehrer offenbar nur mit Einsen und Zweien auskämen, sei für ihn bei normaler Begabungsverteilung schwer nachvollziebar.
In diesem Zusammenhang macht der Riedlinger Werkrealschulleiter darauf aufmerksam, dass Josef Kraus dem Deutschen Lehrerverband vorstehe. Dabei handle es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Einzelverbände der Gymnasiallehrer, Realschullehrer, Lehrer an Wirtschaftsschulen und solcher an beruflichen Schulen. Langlois‘ Fazit: die Mitglieder des DL „sind keinesfalls ein repräsentativer Querschnitt der deutschen Lehrerschaft. Kraus spricht für 160000 der 750000 Lehrerinnen und Lehrer Deutschlands“ – aber eben nicht für die Grund-, Hauptschul- und Werkrealschullehrer.
Und in Langlois Augen sind gerade deren Erfahrungen wertvoll, wenn es darum geht, die Schüler zu fördern. Anders als Kraus ist Langlois der Meinung, dass mehr Lehrer im gegliederten Schulsystem allein nicht die Lösung sind. Kraus‘ Eintreten für instruktiven statt projektorientierten Unterricht charakterisiert Langlois als „Zurück ins 18. Jahrhundert“ und empfiehlt die Lektüre von Pestalozzi. Wenn Kraus seine Zuhörer „für die Debatten munitionieren“ wollte, so hofft Langlois, „dass die zuständigen Herren und Damen sich nicht darauf einlassen, mit der falschen Munition umzugehen“. Die Joseph-Christian-Schule jedenfalls wolle pädagogisch Sinnvolles leisten und dazu brauche es keinen ideologischen Zwist. Daher lädt er alle Interessierten ein, sich selbst ein Urteil zu bilden.
(Erschienen: 30.01.2012 21:35)
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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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