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Schust: Das Öchsle kann nicht kostendeckend arbeiten

Ochsenhauser Rat kritisiert das steigende Defizit der Museumsbahn
Präsentierten erfolgreich Oberschwaben und die Öchsle-Schmalspurbahn auf der CMT in Stuttgart (v.l.): Roswitha Häußler und Geschäftsführer Klaus-Peter Schust von der Öchsle-Bahn sowie Heike Leven vom Tourismusamt der Stadt Mengen.
Präsentierten erfolgreich Oberschwaben und die Öchsle-Schmalspurbahn auf der CMT in Stuttgart (v.l.): Roswitha Häußler und Geschäftsführer Klaus-Peter Schust von der Öchsle-Bahn sowie Heike Leven vom Tourismusamt der Stadt Mengen. (Foto: pr)

Von Michael Hänssle

OCHSENHAUSEN Derzeit arbeiten die Mitglieder des Schmalspurbahnvereins im Warthauser Lokschuppen daran, die historische Eisenbahn, besonders die Hauptuntersuchung der Lok 99 788 „Berta“, für die kommende Saison fit zu machen. Aus diesem Grund hat Klaus-Peter Schust Geschäftsführer der Öchsle-Bahn-Betriebsgesellschaft, den wirtschaftlichen Jahresbericht 2010 dem Ochsenhauser Rat erst gestern erläutert. Und es gab im Rat viel Diskussionsbedarf zum Abmangel von rund 112 000 Euro, den Ochsenhausen zu tragen hat.

Seinen Bericht eröffnete Schust mit der Feststellung, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Museumsbahn äußerst positiv darstellen. Das Öchsle werde hervorragend angenommen und trage seinen Teil dazu bei, dass Baden-Württemberg hinter Bayern die touristische Nummer 2 im Süden geworden sei. Die Fahrgastzahlen reduzierten sich nach rund 51 000 im Jahr 2009 wieder auf rund 47 000 an insgesamt 105 Fahrtagen, was ein neuer Rekord am Fahrtagen bedeute. Zusammen mit den 5000 Besuchern beim Lokschuppenfest habe man rund 52 000 Gäste gehabt. Positiv bewertete er auch die neue Internetseite, die nun eine bessere Übersichtlichkeit und leichteres Navigieren ermögliche.

Neue Kunden gefunden

Auch in Sachen Marketing befinde man sich laut Schust auf gutem Weg: Die neue Mondscheinfahrten, die dem WDR einen TV-Beitrag wert waren, seien bereits nach zehn Tagen ausverkauft gewesen. Hinzu kam, dass die Donnerstagfahrten ebenfalls gut angenommen wurden und der Restaurationswagen habe sich mit insgesamt 2300 Personen als Besuchermagnet entpuppt. Hinzu kamen Messeauftritte in Stuttgart, St, Gallen, Augsburg und Kempten. Er sei gerade zurück Stuttgart. Es sei zwar ein Knochenjob gewesen, den ganzen Tag in der zugigen Halle der Tourismusmesse CMT in Stuttgart mit „Oberschwaben Tourismus“ präsent zu sein, fügte Schust an, aber das Interesse am Kreisfreilichtmuseum in Kürnbach und der Öchsle-Museumsbahn sei sehr groß gewesen und verspreche eine erfolgreiche Saison 2012, betonte Schust. Vielversprechend seien auch neue Kontakt zur Firma Feneberg nach Kempten, die Gemeinderat Hans Holland vermittelt habe.

Eine sehr gute Arbeit sei von den 50 Ehrenamtlichen geleistet worden, attestierte CDU-Gemeinderat Anton Schniertshauer anerkennend. Doch das Defizit steige ständig, was auch im Kreistag zunehmend für Unmut sorge. Schust gab zu, dass die Hauptuntersuchung für ein erhebliches Defizit gesorgt hätte, das 2012 in erträglichem Rahmen heruntergefahren werden sollte. Was die von Schniertshauer zusätzlich angesprochen Streckensanierung anbetrifft, sei dies, so erläuterte Schust, zwar kein Thema der Betriebsgesellschaft, sondern der Öchsle-AG, doch die 1,2 Millionen Euro Kosten zur Finanzierung seien gesichert.

Manfred Kallfass fasste wie Kollege Franz Habrik nach, wie lange man sich das Öchsle bei diesem Mangel eigentlich noch leisten könne. Was eine längerfristige Finanzplanung angehe, so habe man aus der letzten Hauptuntersuchung gelernt und werde, erwiderte Bürgermeister Andreas Denzel, Rückstellungen für die alle acht Jahre anstehende Hauptuntersuchung werden kontinueirlich gebildet, um solche Summen nicht in einem einzigen Jahr schultern zu müssen. Doch eines, so fügte Schust an, müsse allen klar sein: „Das Öchsle kann nicht kostendeckend arbeiten. Höhere Fahrpreise sind nicht vermittelbar“.

(Erschienen: 25.01.2012 18:50)

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