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Hochwürden predigt in Versen

„En Riada do isch Fasnet heit…“, in das Burgrieder Narrenlied stimmten Pfarrer Weiger und seine  Ministranten lauthals ein.
„En Riada do isch Fasnet heit…“, in das Burgrieder Narrenlied stimmten Pfarrer Weiger und seine Ministranten lauthals ein.

BURGRIEDEN / sz „Etz guggat au, ha lass me gau“ -- der Burgrieder Narrenruf ertönt wortgewaltig nicht nur auf den Straßen bei Narrenumzügen, sondern einmal im Jahr auch in der Sankt-Alban-Kirche in Burgrieden. So bei der Narrenmesse, gestaltet von der Narrenzunft und dem Familiengottesdienstteam. Viel Beifall gab es für Pfarrer Weiger und seine Predigt in Versform.

Von unserem Mitarbeiter  Kurt Kiechle

Bunte Girlanden, Papierschlangen, Luftballons und derlei närrische Attribute stimmten die mitfeiernde Gemeinde auf diese beinahe schon traditionelle Narrenmesse ein. Pfarrer Weiger hatte im Vorfeld in einem SZ-Interview schon sein Verhältnis zur fünften Jahreszeit ein Stück weit preisgegeben.

Begrüßt hatte Hochwürden seine Schäfchen, unter denen sich knapp drei Dutzend kleine und große Riffelweible, Sallamale und Haldegoischter befanden, mit weisen Worten, nach denen sich Fastnacht und Kirche nicht ausschließen. „Wir wissen, in der Fasnet darf man mal ein ganz anderer sein“. Rhythmisches Händeklatschen begleitete das vom gläubigen Narrenvolk mit Freude gesungene Loblied auf die Schöpfung Gottes: „Die Erde ist schön, es liebt sie der Herr“. Diese Freude und Fröhlichkeit zogen sich wie ein roter Faden durch die Messe, die mit der gebotenen Würde und Ernsthaftigkeit einen schönen Verlauf nahm und den Wahrheitsgehalt eines Spruchs des französischen Schriftstellers Nicolas Chamfort festigte: „Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat“.

Auf himmlischen Beistand hoffend, schickte der Gottesmann diverse Bitten nach oben. Sie blieben nicht unerhört, nach einem Asche- und Konfettiregen flatterten diverse Spickzettel auf den Fußboden des Kirchen-Chorraumes. Da stand etwa: „In Burgrieden sind die Narren außer Rand und Band, sind zur Kirche gekommen, Hand in Hand“. Als der Pfarrer dem in diesem Jahr zur Wahl stehenden Schultes prophezeite, dass seine Zeit in Burgrieden abgelaufen sei, kamen doch etliche Zweifel an den Aussagen auf. Schnell stellte sich zur Erleichterung des Bürgermeisters heraus, dass das Schreiben an die Adresse einer Amtskollegin im Nachbarstädtle Laupheim gerichtet war. Herzhafter Beifall begleitete den ebenfalls herbei gebeteten Engel „Sallamaloisius“ (Manuel Kopp), der mit seinem Erscheinen den schlagenden Beweis antrat, dass die Kommunikation zwischen Himmel und Erde zumindest in Burgrieden bestens funktioniert.

(Erschienen: 08.02.2010 14:00)

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