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Stadtnachrichten Laupheim

Gelber Sack ist die günstigste Lösung

BIBERACH / sz Holen oder Bringen -- das ist die Frage, die den Kreisausschuss für Umwelt und Technik derzeit umtreibt. Es geht um gelbe Säcke, blaue Tonnen und die Wertstoffhöfe: Das Landratsamt hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem Möglichkeiten des Recyclings aufgezeigt werden. Die Tendenz: Alles deutet auf einen gelben Sack hin.

Von unserer Mitarbeiterin

Brigitte Göppel

Entschieden ist noch nichts, die Kreisräte haben bisher lediglich das Gutachten zur Kenntnis genommen. Wie es in Sachen Wertstoffe weitergeht, das soll in der Sitzung des Kreistags am 28. Juli beschlossen werden.

Vor acht Jahren wurde im Landkreis das Wertstoffhofsystem eingeführt -- zunächst als reines Bringsystem. Durch die Einführung der blauen Tonne wurde ein Teil der Wertstoffe geholt. Dieses Holsystem hat dazu geführt, dass mehr Papier zur Wiederverwertung abgegeben wurde als im Bringsystem. Deshalb stellte sich für den Landkreis die Frage, ob das bisherige Bringsystem noch zeitgemäß ist und es einer Verbesserung bedarf. Aufgrund der im Jahr 2012 auslaufenden vertraglichen Bindung zur Wertstofferfassung, wurde im vergangenen Jahr ein Gutachten mit dem Ziel ein bürgerfreundliches und in sich abgestimmtes System zu erreichen, in Auftrag gegeben.

Ullrich Schmidt von der Firma Schmidt und Bechtel aus Herdecke stellte dieses Gutachten dem Ausschuss vor. Er erläuterte den Räten die Vor- und Nachteile von Wertstoffholsystemen. Außerdem stellte er den Räten die drei verschiedenen untersuchten Varianten für den Landkreis vor.

Variante A: Fortführung des heutigen Systems. Ergänzend mit dem Holsystem der Blauen Tonne auf freiwilliger Basis.

Variante B: Modifikation des Wertstoffhofes. Reduzierung der Wertstoffhöfe auf fünf bis sechs Recyclingzentren und der Abholung von Papier in der Blauen Tonne und von Leichtverpackungen im Gelben Sack.

Variante C: Komplette Umstellung auf ein Holsystem. Dies würde allerdings den kompletten Wegfall von Wertstoffhöfen bedeuten, was er als einen großen Nachteil für Bürger und Unternehmen sieht.

Schmidt hält Variante B für das bürgerfreundlichste System. Diese Variante geht von einer Umstellung der mengenmäßig (63 Prozent) größten Wertstoffe (Papier und Leichtverpackung) von einem Holsystem aus. Papier würde so auch in Zukunft in der blauen Tonne und Leichtverpackungen im Gelben Sack abgeholt werden. Schmidt geht auch davon aus, dass durch die Einführung des Holsystems die Menge an Wertstoffen steigt und der Restmüll somit abnimmt. Die Notwendigkeit von Wertstoffhöfen in der bisherigen Form entfällt bei dieser Variante.

Die Wertstoffhöfe könnten deshalb künftig als Sammelstellen für Grüngut, Glas und Altholz genutzt werden. Für Übermengen oder für besondere Abfälle die nicht alltäglich anfallen, ist die Entsorgung in Recyclingzentren (fünf bis sechs im Landkreis) vorgesehen. Die Gesamtanzahl der Annahmestellen von Wertstoffhöfen und Grüngutannahmestellen würde sich dann von derzeit 83 auf 39 Annahmestellen reduzieren.

Gutachten empfiehlt Biotonne

Auch die geschätzten Kosten sprechen für diese Variante. Denn die Kosten für das Erfassungssystem liegen beim Bringsystem deutlich über den Kosten des Misch- oder Holsystems. Beim Mischsystem werden die Gesamtkosten (ohne Grüngut) auf 1498000 Euro geschätzt. Belässt man das heutige Konzept und rechnet die zu erwartenden Mitbenutzerentgelte für 2013 ein, werden Kosten in Höhe von 1729 978 erwartet. Bei Variante C geht man von 1503 500 Euro aus. „Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Bürger beim heutigen System nicht zu vernachlässigende Fahrtkosten haben“, so Schmidt.

(Erschienen: 05.03.2010 00:20)

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