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Das erste Preisgeld gibt Yannick seiner Mutter

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LAUPHEIM / sz Seit sechs Jahren betreibt Yannick Sander den Fechtsport und gehört in seiner Altersklasse schon zu einem der besten in ganz Deutschland. Dieses Jahr wurde er deutscher Vizemeister der B-Jugend im Degenfechten. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er bei der Sportlerehrung der Stadt Laupheim für Gold und Silber nominiert ist.

Von unserer Mitarbeiterin  Patricia Geiger

Yannick Sander ist 14 Jahre jung, hat aber schon mehr Pokale und Medaillen in seinem Zimmer als mancher in seinem ganzen Leben zusammenträgt. Auf zwei Vitrinen verteilt haben die Auszeichnungen Platz, ihren Glanz zu entfalten. „Wir mussten anbauen“, sagt seine Mutter Antje Held schmunzelnd, und Yannick ergänzt: „In der alten Vitrine mussten wir schon stopfen, damit alle Pokale reinpassen.“

Anfangs habe sein Vater noch Witze gemacht und den Posten des Trophäenwarts für sich beansprucht, doch inzwischen wäre das ein zweiter Vollzeitarbeitsplatz. Das sei auch eine Zeit gewesen, in der seine Eltern noch an Zufälle geglaubt hatten, wenn Yannick ein Turnier gewann, erinnert sich Antje Held. „Es hat ziemlich lange gedauert, bis uns klar geworden ist, dass wir wirklich ein Talent zu Hause haben.“

Gerade hat Yannick als Mitglied im Perspektivkader des Deutschen Fechterbundes an einem einwöchigen Aufenthalt in Colmar in Frankreich teilgenommen. „Es war mein erster Lehrgang im Ausland“, berichtet er. Es habe ihm viel Spaß gemacht, sei aber auch anstrengend gewesen. „Morgens ging das Training um halb acht los. Dann war irgendwann Mittagspause und abends haben wir bis um sechs trainiert.“ Es sei auch spannend gewesen, neue Trainingspartner zu haben. Nach zwei Tagen hartem Training habe er einen leichten Muskelkater gespürt, meint er, aber das war noch lange kein Grund zur Pause. „Er hat sich sprichwörtlich blutige Füße geholt“, sagt seine Mutter.

„Fast wie beim Schach“

Seit sechs Jahren betreibt Sander den Fechtsport, den er selbst nicht als sein Hobby, sondern als seine Leidenschaft bezeichnet. „Den besonderen Reiz macht für mich aus, dass man den Gegner überlisten muss, ohne selbst dabei getroffen zu werden. Man muss vorausdenken und planen, fast wie beim Schach“, meint Yannick. „Nur hast du viel weniger Zeit als ein Schachspieler“, wirft seine Mutter ein.

Bei einem Laupfrosch-Ferienprogramm hat er mit dem Fechten angefangen. „Da war ich gar nicht so gut“, erinnert er sich, „aber ich hatte Spaß und bin dabei geblieben.“ Bisher hat Yannick sowohl Degen als auch Florett gefochten, doch ab der neuen Saison will er nur noch mit dem Degen antreten. „Es macht mir mehr Spaß“, begründet er seine Entscheidung, „außerdem braucht man einen Ausrüstungsgegenstand weniger.“ Zudem seien die Treffer klarer und man müsse sich nicht so sehr auf die Entscheidungen des Obmanns verlassen.

Seine erste Ausrüstung war noch geliehen, erst nach einem Dreivierteljahr hat er die erste eigene bekommen. „Es ist nicht gerade der preiswerteste Sport“, sagt er. Eine Klinge koste um die 100 Euro. In seinen sechs Jahren als Fechter habe er etwa 20 Waffen zerbrochen, schätzt Yannick. Dazu komme, dass er als Linkshänder eine spezielle Ausrüstung brauche. „Nur die Maske ist gleich“, meint er. Als Linkshänder habe er gegen viele seiner Konkurrenten einen Vorteil. „Die meisten werden auf Kämpfe gegen Rechtshänder trainiert“, erklärt er.

Yannick sei ein gewissenhafter Schüler, der seine Hausaufgaben immer sofort erledige, sagt seine Mutter. Mit dem Training verhalte es sich genauso. „Man muss ihn nie antreiben, zum Training zu gehen.“ Dreimal pro Woche trainiert Yannick, ab der neuen Saison gibt es bei den Laupheimer Fechtern auch einen Konditionscoach. Dadurch könnte Yannick noch besser werden, denn die Beinarbeit sei sein Schwachpunkt, wie er selbst sagt.

Die neue Turniersaison beginnt zusammen mit dem neuen Schuljahr. Es ist die erste Saison für Yannick in der A-Jugend. „In dieser Altersklasse bleibt er jetzt die nächsten drei Jahre“, sagt Antje Held. „Ab der A-Jugend gibt es bei den Turnieren auch Preisgelder“, fügt Yannick an. Es seien zwar keine Reichtümer, aber sein erstes Preisgeld hat er schon fest verplant: Er will es seiner Mutter geben und sich so bei ihr für die Unterstützung bedanken.

(Erschienen: 02.09.2010 19:55)

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