Stadtnachrichten Laupheim
Schüler führen gelungene Inszenierung auf
Jeder der jungen Schauspieler scheint sich mit seiner Rolle und dem nicht einfachen Stoff intensiv auseinandergesetzt zu haben. Valentina Götz stehen Verzweiflung und Hoffnung der Prostituierten und späteren Tabakladenbesitzerin Shen Te ins Gesicht geschrieben. Alle ihre Bemühungen, mit dem bisschen Geld, das ihr die Götter für die Übernachtung in ihrem Haus gegeben haben, auszukommen und Gutes zu tun, scheitern an der Gier der Armen. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ – zwei Schilder mit dem Zitat aus der Dreigroschenoper flankieren die Bühne.
In ihrer Not erfindet Shen Te einen Vetter, der für sie knallharte Geschäftsverhandlungen führt. Vy Nguyen spielt diesen Shui Ta, eigentlich Shen Te in Männerkleidung, resolut und geradlinig. Erst gegen Ende lässt sie die Fassade bröckeln und die gute Shen Te zum Vorschein kommen. Daniel Dobner verkörpert den nur auf seinen Vorteil bedachten Flieger Sun mit der notwendigen gleichbleibenden Kühle und Arroganz. Angesichts des sich abzeichnenden Scheiterns ihrer Mission zeigt sich das Äußere der drei Götter (Melissa Schlachter, Nicola Christ und Till Kernen) immer lädierter. Selbstkritisch sinnieren sie: „Unsere Gebote scheinen tödlich zu sein.“ Die Frage, ob die Welt zu kalt oder die Menschen zu schwach sind, können auch sie nicht beantworten. Die am Boden zerstörte Shen Te lassen sie schließlich ungerührt zurück mit dem wenig hilfreichen Rat „Sei nur gut, und alles wird gut werden“.
Die Anforderungen des epischen Theaters – die Zerstörung der Illusion und Belehrung des Zuschauers – haben die Regisseure Angelika Geiger und Didier Schniegel einfallsreich umgesetzt: Die übrigen Schauspieler verharren in ihrer Position, wenn eine der Figuren aus ihrer Rolle heraustritt und ihre Situation kommentiert. Diese Funktion übernehmen auch einige Sprecher, die eindringlich an den Zuschauer appellieren, die Verhältnisse in der Gesellschaft zum Guten zu ändern. So ist auch die zehnte Produktion der Truppe wieder eine gelungene Inszenierung eines Klassikers.
(Erschienen: 10.02.2012 18:45)
Jeder der jungen Schauspieler scheint sich mit seiner Rolle und dem nicht einfachen Stoff intensiv auseinandergesetzt zu haben. Valentina Götz stehen Verzweiflung und Hoffnung der Prostituierten und späteren Tabakladenbesitzerin Shen Te ins Gesicht geschrieben. Alle ihre Bemühungen, mit dem bisschen Geld, das ihr die Götter für die Übernachtung in ihrem Haus gegeben haben, auszukommen und Gutes zu tun, scheitern an der Gier der Armen. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ – zwei Schilder mit dem Zitat aus der Dreigroschenoper flankieren die Bühne.
In ihrer Not erfindet Shen Te einen Vetter, der für sie knallharte Geschäftsverhandlungen führt. Vy Nguyen spielt diesen Shui Ta, eigentlich Shen Te in Männerkleidung, resolut und geradlinig. Erst gegen Ende lässt sie die Fassade bröckeln und die gute Shen Te zum Vorschein kommen. Daniel Dobner verkörpert den nur auf seinen Vorteil bedachten Flieger Sun mit der notwendigen gleichbleibenden Kühle und Arroganz. Angesichts des sich abzeichnenden Scheiterns ihrer Mission zeigt sich das Äußere der drei Götter (Melissa Schlachter, Nicola Christ und Till Kernen) immer lädierter. Selbstkritisch sinnieren sie: „Unsere Gebote scheinen tödlich zu sein.“ Die Frage, ob die Welt zu kalt oder die Menschen zu schwach sind, können auch sie nicht beantworten. Die am Boden zerstörte Shen Te lassen sie schließlich ungerührt zurück mit dem wenig hilfreichen Rat „Sei nur gut, und alles wird gut werden“.
Die Anforderungen des epischen Theaters – die Zerstörung der Illusion und Belehrung des Zuschauers – haben die Regisseure Angelika Geiger und Didier Schniegel einfallsreich umgesetzt: Die übrigen Schauspieler verharren in ihrer Position, wenn eine der Figuren aus ihrer Rolle heraustritt und ihre Situation kommentiert. Diese Funktion übernehmen auch einige Sprecher, die eindringlich an den Zuschauer appellieren, die Verhältnisse in der Gesellschaft zum Guten zu ändern. So ist auch die zehnte Produktion der Truppe wieder eine gelungene Inszenierung eines Klassikers.
(Erschienen: 10.02.2012 18:45)
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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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