Stadtnachrichten Laupheim
Kinder lernen: schwäbisch schwätza kann hilfreich sein

„Wer von euch ka schwäbisch?“, fragt Grötzinger – und nur etwa die Hälfte der 21 Schüler hebt den Arm. „Wann und mit wem schwätzet ihr schwäbisch?“ „Mit Oma und Opa“, lauten die Antworten. „Manchmal mit meiner Mama, weil i des it verlerna soll.“ Oder: „Mein Papa schwätzt schwäbisch, wenn er mit der Jugendkapelle weg war.“
Ganz schön anstrengen müssen sich die Kinder bei der Aufgabe, schwäbische Wörter zu nennen. „Griaß di“, fällt einem Mädchen ein, oder „guata Appetit“. Womit die Kinder bei dem Thema angekommen sind, mit dem sie sich zusammen mit Klassenlehrerin Franziska Höss auf den Mundart-Unterricht vorbereitet haben: schwäbische Gerichte. Nach und nach schnalzen die Schüler die in die Höhe gestreckten Finger. „Dampfnudla!“, „Maultascha!“, „Schupfnudla!“, „Linsa mit Spätzla!“, „Saure Kuttla!“. „Kennet ihr au Wörter, die nix mit Essa zom doa hand?“, fragt Grötzinger. „Hefewoiza!“, antwortet Jakob spontan. Aleyna fügt an: „Es gibt auch Moscht!“ Und Jacqueline weiß: „Mein Opa goht immer zom Friahschoppa.“
Vielleicht kommt er da ja manchmal mit einem „Moschtkopf“ heim – eines der Wörter, das den Kindern als schwäbisches Synonym für Kopf einfällt. Den „Grind“ gibt ihnen Marlies Grötzinger vor, und bei den weiteren Wörtern wie „Birne“, „Epfel“, „Meggl“ oder „Riebl“ muss sie den Schülern schon ziemlich auf die Sprünge helfen.
„Koi richtig und falsch"
Dafür fällt Hannah der deftige Begriff „Dopa“ für Finger ein, und Grötzinger lässt die Kinder das Wort an die Tafel schreiben. Das Ergebnis: zehn verschiedene Schreibweisen von „Dorba“ bis „Dobä“. Die schwäbische Rechtschreibung sei ziemlich großzügig, erklärt die Expertin: „Do gibt’s koi richtig und falsch.“ Was sich manche Kinder sicher auch für die schriftdeutsche Sprache wünschen würden.
Bei einem „Quiz für Gscheidla, Obergscheidla und Käpsala“ dürfen die Schüler zeigen, wie gut sie die schwäbische Sprache verstehen. Ob „Hälenga“ für heimlich, „hudla“ für schlampig arbeiten oder „Migge“ für Bremse – nicht allen fallen die Übersetzungen leicht. Selbst das berühmte „Gsälz“ ist in Laupheim offenbar nicht in aller Kindermund. Dafür, dass er nicht alles weiß, hat der von kroatischen Eltern abstammende Christian eine Entschuldigung: „Ich bin aus dem Ausland.“ Dabei kommt er immerhin auf acht von zehn möglichen Punkten.
Mit dem Lesen von schwäbischen Gedichten aus der Feder von Marlies Grötzinger („I bi i“) gehen die kurzweiligen Unterrichtsstunden zu Ende. „Des war luschdig“, findet Hannah, und Aleyna sagt: „Es war interessant und hat Spaß gemacht.“
„Dankschee, oder auf urschwäbisch: Vergelt’s Gott“, sagt Marlies Grötzinger und gibt den Kindern die Empfehlung mit auf den Heimweg: „Immer wieder au schwäbisch schwätza. Ihr tut euch dann leichter, auch andere Sprachen zu lernen.“ Besorgte Eltern beruhigt sie mit einer Studie der Uni Tübingen: Die wissenschaftlichen Forschungen hätten frühere Annahmen widerlegt, wonach die schwäbische Sprache etwas mit mangelnder Intelligenz zu tun habe. Fazit: Schwäbischschwätzer sind koine Dippel.
(Erschienen: 13.05.2011 16:55)

„Wer von euch ka schwäbisch?“, fragt Grötzinger – und nur etwa die Hälfte der 21 Schüler hebt den Arm. „Wann und mit wem schwätzet ihr schwäbisch?“ „Mit Oma und Opa“, lauten die Antworten. „Manchmal mit meiner Mama, weil i des it verlerna soll.“ Oder: „Mein Papa schwätzt schwäbisch, wenn er mit der Jugendkapelle weg war.“
Ganz schön anstrengen müssen sich die Kinder bei der Aufgabe, schwäbische Wörter zu nennen. „Griaß di“, fällt einem Mädchen ein, oder „guata Appetit“. Womit die Kinder bei dem Thema angekommen sind, mit dem sie sich zusammen mit Klassenlehrerin Franziska Höss auf den Mundart-Unterricht vorbereitet haben: schwäbische Gerichte. Nach und nach schnalzen die Schüler die in die Höhe gestreckten Finger. „Dampfnudla!“, „Maultascha!“, „Schupfnudla!“, „Linsa mit Spätzla!“, „Saure Kuttla!“. „Kennet ihr au Wörter, die nix mit Essa zom doa hand?“, fragt Grötzinger. „Hefewoiza!“, antwortet Jakob spontan. Aleyna fügt an: „Es gibt auch Moscht!“ Und Jacqueline weiß: „Mein Opa goht immer zom Friahschoppa.“
Vielleicht kommt er da ja manchmal mit einem „Moschtkopf“ heim – eines der Wörter, das den Kindern als schwäbisches Synonym für Kopf einfällt. Den „Grind“ gibt ihnen Marlies Grötzinger vor, und bei den weiteren Wörtern wie „Birne“, „Epfel“, „Meggl“ oder „Riebl“ muss sie den Schülern schon ziemlich auf die Sprünge helfen.
„Koi richtig und falsch"
Dafür fällt Hannah der deftige Begriff „Dopa“ für Finger ein, und Grötzinger lässt die Kinder das Wort an die Tafel schreiben. Das Ergebnis: zehn verschiedene Schreibweisen von „Dorba“ bis „Dobä“. Die schwäbische Rechtschreibung sei ziemlich großzügig, erklärt die Expertin: „Do gibt’s koi richtig und falsch.“ Was sich manche Kinder sicher auch für die schriftdeutsche Sprache wünschen würden.
Bei einem „Quiz für Gscheidla, Obergscheidla und Käpsala“ dürfen die Schüler zeigen, wie gut sie die schwäbische Sprache verstehen. Ob „Hälenga“ für heimlich, „hudla“ für schlampig arbeiten oder „Migge“ für Bremse – nicht allen fallen die Übersetzungen leicht. Selbst das berühmte „Gsälz“ ist in Laupheim offenbar nicht in aller Kindermund. Dafür, dass er nicht alles weiß, hat der von kroatischen Eltern abstammende Christian eine Entschuldigung: „Ich bin aus dem Ausland.“ Dabei kommt er immerhin auf acht von zehn möglichen Punkten.
Mit dem Lesen von schwäbischen Gedichten aus der Feder von Marlies Grötzinger („I bi i“) gehen die kurzweiligen Unterrichtsstunden zu Ende. „Des war luschdig“, findet Hannah, und Aleyna sagt: „Es war interessant und hat Spaß gemacht.“
„Dankschee, oder auf urschwäbisch: Vergelt’s Gott“, sagt Marlies Grötzinger und gibt den Kindern die Empfehlung mit auf den Heimweg: „Immer wieder au schwäbisch schwätza. Ihr tut euch dann leichter, auch andere Sprachen zu lernen.“ Besorgte Eltern beruhigt sie mit einer Studie der Uni Tübingen: Die wissenschaftlichen Forschungen hätten frühere Annahmen widerlegt, wonach die schwäbische Sprache etwas mit mangelnder Intelligenz zu tun habe. Fazit: Schwäbischschwätzer sind koine Dippel.
(Erschienen: 13.05.2011 16:55)
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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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