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75-jährige Laupheimerin wurde erstickt

Die 75-jährige Rentnerin aus der Kantstraße wurde laut Obduktionsbericht erwürgt oder erdrosselt
Der Tatort: Noch ist das Wohnhaus von der Polizei mit Trassierband abgesperrt.
Der Tatort: Noch ist das Wohnhaus von der Polizei mit Trassierband abgesperrt. (Foto: Ray)

LAUPHEIM / sz/ry Die 75-jährige Laupheimerin, die am Mittwoch in ihrem Haus in der Kantstraße gewaltsam zu Tode kam, ist erstickt. Das hat die Obduktion des Leichnams in der Ulmer Gerichtsmedizin ergeben. „Vermutlich wurde das Opfer mit bloßen Händen erwürgt oder mit einem noch nicht näher bekannten Gegenstand erdrosselt“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ravensburg und der Polizeidirektion Biberach. Als Tatzeit kommt der Mittwochvormittag in Betracht; Untersuchungen zum genauen Zeitpunkt des Todes laufen noch.

Unter dringendem Tatverdacht steht wie berichtet ein 42-jähriger Mann, der bei der Hausbesitzerin zur Miete wohnte. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Biberach hat am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen ihn erlassen, wegen des Verdachts auf Totschlag.

Bei den bisherigen Vernehmungen habe der Mann eingeräumt, dass er einen Streit mit seiner Vermieterin hatte und ihr gegenüber tätlich geworden sei, sagte der Ravensburger Oberstaatsanwalt Paul Gesell der SZ. Er könne sich aber nicht genau erinnern, was dann passiert sei, so der Beschuldigte. Auslöser für den Streit waren offenbar Mietschulden sowie 1800 Euro, die die Rentnerin der Ex-Freundin ihres Mieters geliehen hatte und nun zurückforderte.

Obduktion nach Tötungsdelikt

Vor dem Haftrichter machte der 42-Jährige laut Gesell keine Angaben zu seiner Verstrickung, entlastete jedoch seine Ex-Freundin. Sie habe damit nichts zu tun. Die Frau – ihr Alter wurde zuerst mit 53 Jahren angegeben, dann auf 26 korrigiert – war am Mittwoch unter dem Verdacht der Anstiftung ebenfalls vorläufig festgenommen worden. Sie ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der Verdacht gegen sie habe sich nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen nicht erhärtet, sagte der Oberstaatsanwalt.

Der Beschuldigte ist kroatischer Herkunft und nach Auskunft der Behörden bereits mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten, unter anderem wegen Verkehrs- und Eigentumsdelikten. Zuletzt war er arbeitslos und hatte Alkoholprobleme. Er wohnte allein im Dachgeschoss des Einfamilienhauses in der Kantstraße und hatte zu seiner Vermieterin regelmäßigen Kontakt. Bei seiner Festnahme am Mittwochabend war er „erheblich alkoholisiert“.

Von dem Verbrechen erfuhr die Polizei am Mittwoch gegen 17 Uhr durch einen Bekannten des Tatverdächtigen. Ihn hatte der 42-Jährige einige Stunden nach der Tat angerufen.

Die von der Kripo Biberach gebildete Ermittlungsgruppe ist unverändert dabei, Vernehmungen zu führen, Spuren auszuwerten und den Tathergang zu rekonstruieren.

(Erschienen: 07.10.2011 20:25)

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