Stadtnachrichten Laupheim
„Daran muss man erinnern“
Die Materie erwies sich als fesselnd. Viele Kapitel nötigen Fleschhut Respekt und Bewunderung ab, manche jagen ihm kalte Schauer über den Rücken. Da ist zum Einen das „großartige Miteinander“ von christlichen und jüdischen Laupheimern, das die 1868 gegründete Genossenschaftsbank beflügelte. Als ihr in den 1920er-Jahren Wirtschaftskrise und Inflation zusetzen, gibt der Hollywood-Pionier Carl Laemmle einen 50 000-Dollar-Kredit und bürgt für Kunden. Über drei Generationen leitet die jüdische Familie Heumann das operative Geschäft, eine ungewöhnliche Kontinuität, die vom Vertrauen zeugt, das man in sie setzte.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ändern sich die Verhältnisse schlagartig. Unter fadenscheinigen Vorwänden nehmen sie den Gewerbebankdirektor Richard Heumann am 1. April 1933 in Schutzhaft und zwingen ihn, seinen Posten zu kündigen. Mitglieder der Generalversammlung loben ihn noch im Juli in höchsten Tönen – doch niemand begehrt auf. Heumann flüchtet sich in die Schweiz, siedelt mit seiner Familie nach Paris um. 1942 wird er deportiert und in Auschwitz ermordet.
„Daran muss man erinnern“, betont Hans Fleschhut. Und so fügt es sich, dass zur Einweihung des Neubaus Nachfahren von Richard Heumann erwartet werden, drei Enkel und zwei Urenkel aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio. Am heutigen Mittwoch treffen sie als Gäste der Volksbank in Laupheim ein. In den nächsten Tagen wollen sie das Museum und den jüdischen Friedhof besuchen, ebenso das frühere Amtsgerichtsgefängnis, das ein Privatmann von Grund auf restauriert hat. Dort war Richard Heumann 1933 inhaftiert. Auf dem Programm steht auch ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.
Hans Fleschhut empfindet den Besuch als ein Geschenk, „eine Handreichung, die Kraft gibt und Mut für die Zukunft“.
Am Sonntag, 12. Februar, ist von 13.30 bis 17 Uhr Tag der offenen Tür. Zu diesem Anlass wird die Ausstellung „Volksbank Laupheim im Wandel der Zeit“ eröffnet, die auch das Schicksal von Richard Heumann dokumentiert.
(Erschienen: 07.02.2012 23:30)
Die Materie erwies sich als fesselnd. Viele Kapitel nötigen Fleschhut Respekt und Bewunderung ab, manche jagen ihm kalte Schauer über den Rücken. Da ist zum Einen das „großartige Miteinander“ von christlichen und jüdischen Laupheimern, das die 1868 gegründete Genossenschaftsbank beflügelte. Als ihr in den 1920er-Jahren Wirtschaftskrise und Inflation zusetzen, gibt der Hollywood-Pionier Carl Laemmle einen 50 000-Dollar-Kredit und bürgt für Kunden. Über drei Generationen leitet die jüdische Familie Heumann das operative Geschäft, eine ungewöhnliche Kontinuität, die vom Vertrauen zeugt, das man in sie setzte.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ändern sich die Verhältnisse schlagartig. Unter fadenscheinigen Vorwänden nehmen sie den Gewerbebankdirektor Richard Heumann am 1. April 1933 in Schutzhaft und zwingen ihn, seinen Posten zu kündigen. Mitglieder der Generalversammlung loben ihn noch im Juli in höchsten Tönen – doch niemand begehrt auf. Heumann flüchtet sich in die Schweiz, siedelt mit seiner Familie nach Paris um. 1942 wird er deportiert und in Auschwitz ermordet.
„Daran muss man erinnern“, betont Hans Fleschhut. Und so fügt es sich, dass zur Einweihung des Neubaus Nachfahren von Richard Heumann erwartet werden, drei Enkel und zwei Urenkel aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio. Am heutigen Mittwoch treffen sie als Gäste der Volksbank in Laupheim ein. In den nächsten Tagen wollen sie das Museum und den jüdischen Friedhof besuchen, ebenso das frühere Amtsgerichtsgefängnis, das ein Privatmann von Grund auf restauriert hat. Dort war Richard Heumann 1933 inhaftiert. Auf dem Programm steht auch ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.
Hans Fleschhut empfindet den Besuch als ein Geschenk, „eine Handreichung, die Kraft gibt und Mut für die Zukunft“.
Am Sonntag, 12. Februar, ist von 13.30 bis 17 Uhr Tag der offenen Tür. Zu diesem Anlass wird die Ausstellung „Volksbank Laupheim im Wandel der Zeit“ eröffnet, die auch das Schicksal von Richard Heumann dokumentiert.
(Erschienen: 07.02.2012 23:30)
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Die Allgäu-Orient-Rallye ist ein Abenteuer für Autofans. Ohne Navi geht es querfeldein von Oberstaufen im Allgäu bis nach Baku, Aserbaidschan vom 28. April bis zum 15. Mai. Unter den 111 Teams ist auch das Team "Kilometermacher" mit Martina Schiller-Rall und Kilian Rall aus Biberach, Uwe Hartwig aus Baustetten, Rainer Kammerer aus Wain, Frank Vögtle aus Hohenfels und Holger Pfefferle aus Sigmaringen. Exklusiv für die SZ berichtet das Team während seiner Reise von seinen Erlebnissen.
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